FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Mexico 1986™

31 Mai - 29 Juni

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1986™

Maradona überstrahlt alle bei Argentiniens Triumph

© Popper Foto

Die 13. FIFA Fussball-Weltmeisterschaft TM wurde an Mexiko vergeben, das damit als erstes Land zum zweiten Mal eine WM ausrichtete. Allerdings kam es erst zu dieser Entscheidung, nachdem das ursprünglich als Gastgeberland vorgesehene Kolumbien 1983 bekannt gab, dass es finanziell nicht in der Lage sei, das größte Fussballturnier der Welt auszurichten. Kurz vor Turnierbeginn erschütterten schreckliche Erdbeben die Region, aber die Stadien waren nicht betroffen, und so entschied man sich dafür, die Vorbereitungen wie geplant fortzuführen.

Brasilien schied im Viertelfinale nach Elfmeterschießen gegen Frankreich aus, das seinerseits im Halbfinale von West-Deutschland aus dem Wettbewerb gedrängt wurde.

Maradona führte mit je zwei Toren gegen England - eines ein Handspiel, das er stolz als "die Hand Gottes" bezeichnete, das andere eines der schönsten Tore, das je erzielt wurde - und gegen Belgien die Mannschaft Argentiniens bis ins Finale. Und auch dort, vor 115.000 Zuschauern im Aztekenstadion von Mexico City, blieb Argentinien mit 3:2 Toren gegen West-Deutschland siegreich.

Die Maradona-Show

Ein schrecklicher Schicksalsschlag in Form eines starken Erdbebens, bei dem 20.000 Menschen ums Leben kamen, brachte die Einwohner Mexikos beinahe um ihr lang ersehntes Freudenfest. Nach langem Zögern entschloss man sich aber, die WM-Vorbereitungen fortzusetzen.

Die 13. Fußball-Weltmeisterschaft endete mit einem Sieg für Argentinien und dessen Star und Spielmacher Diego Maradona. Frankreich dagegen, das sich - nach einer brillanten Vorstellung gegen Italien - in einer siegreichen Partie gegen Brasilien zu spielerisch nie gekannten Höhen aufschwingen konnte, wurde wie schon 1982 im Halbfinale von den Deutschen gestoppt.

Wie bereits vier Jahre zuvor in Spanien nahmen 24 Teams an der Endrunde teil. Allerdings unterschied sich diese WM in sofern von ihrem direkten Vorläufer, als dass alle Zweitrundenspiele im K.O.-System gespielt wurden. Da nur acht Mannschaften ausscheiden konnten, brachte die erste Runde kaum Spannung und nur sehr wenige Überraschungen - bemerkenswert war allein die Tatsache, dass Marokko sich als erstes afrikanisches Land für die zweite Runde einer Fußballweltmeisterschaft qualifizieren konnte.

Wie schon 1982 gewannen die Franzosen durch ihren begeisternden Fußball eine ganze Reihe neuer Fans, und ihr weltweit bewundertes Mittelfeld-Kleeblatt Platini, Giresse, Tigana und Fernandez lehrte selbst die besten gegnerischen Abwehrreihen das Fürchten.

Der Weltmeister geht gegen Frankreich unter

"Les Bleus" bewiesen ihre Klasse, indem sie in der zweiten Runde den amtierenden Weltmeister Italien mit 2:0 kassierten und danach in Guadalajara Brasilien aus dem Wettbewerb warfen - zwar mit etwas Glück, aber vor allem mit begeisterndem Fußball. In einem der besten WM-Spiele aller Zeiten trafen Tele Santanas Brasilianer zweimal den Pfosten des gegnerischen Tores und überliefen mehrfach die von Michel Platini angeführte französische Mannschaft. Doch letztendlich konnte Frankreich sich durchsetzen, hauptsächlich dank der Leistung des Torwarts Joël Bats - neben anderen Großtaten hielt er 12 Minuten vor Schluss einen von Zico getretenen Elfmeter. Die Franzosen gingen letztlich aus einem nervenaufreibenden Duell als Sieger hervor (1:1 nach Ende der regulären Spielzeit und Verlängerung, 4:3 im Elfmeterschießen) und erreichten das Halbfinale. Doch wie schon vier Jahre zuvor in Spanien mussten sie ihre Träume vom Gewinn der Weltmeisterschaft gegen ein frischeres deutsches Team begraben.

Aber der anscheinend auf die Finalteilnahme abonnierten deutschen Nationalmannschaft gelang es ein weiteres Mal nicht, den letzten und entscheidenden Schritt zu tun. 1982 besiegt von Paolo Rossi und dem italienischen Team, wurde die Mannschaft diesmal kurz vor dem Ziel mit 3:2 von den Argentiniern abgefangen, die sich unter Führung von Diego Maradona im Halbfinale mit 2:0 gegen eine mutige belgische Mannschaft durchgesetzt hatten. Der Sieg Argentiniens war ebenso verdient wie unerwartet. Das Team spielte solide, aber unauffällig, und letztendlich war es der alles überragende Maradona, der die Trophäe praktisch im Alleingang für sein Land gewann. Seine außergewöhnliche Klasse und seine Torjägerqualitäten (fünf Turniertore) machten ihn wie selbstverständlich zum besten Spieler des Turniers. Der einzige schwarze Fleck auf Maradonas ansonsten makellos weißer Weste war sein mit der Hand erzieltes Tor im Viertelfinale gegen England. Aber das verdarb keinem der 30 Millionen argentinischen Fans, die nach dem Finalsieg auf den Straßen tanzten, die ausgelassene Siegesfeier.

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