FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

11 Juni - 11 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™

Lehren aus der Vergangenheit

© Getty Images

Für einen Debütanten entscheiden oftmals wenige Sekunden über Erfolg oder Misserfolg. Die Slowakei hat dies am Dienstag beim 1:1 gegen Neuseeland zu spüren bekommen und bei ihrem WM-Debüt denkbar knapp einen perfekten Start verpasst. Martin Skrtel und Jan Durica hielten hinten die Abwehr dicht, während Robert Vittek vorne seine ganze Erfahrung in die Waagschale warf und in der 50. Spielminute den Führungstreffer markierte. Doch Winston Reid verdarb den Slowaken mit seinem Treffer in der Nachspielzeit die schon sicher geglaubte Siegesfeier.

Dabei deutete alles darauf hin, dass die Slowakei die Lehren aus der Vergangenheit gezogen hatte. Wenige Stunden bevor er seine erste Lektion erhalten sollte, betonte Stanislav Sestak, einer der auffälligsten Akteure im Spiel gegen die Neuseeländer, im Exklusiv-Interview gegenüber der FIFA: "Bislang hatten wir Pech und die schlechte Angewohnheit, Spiele durch Fehler noch zu verlieren. In der Qualifikation haben wir diese Fehler abgestellt und die erforderlichen Punkte gesammelt, um das WM-Ticket zu lösen." Nicht ganz, wie es scheint. Die guten Noten, die nach Schlusspfiff an den Spieler des VfL Bochum, sowie an Marek Hamsik und Vladimir Weiss vergeben wurden, können nicht über den bitteren Beigeschmack hinwegtrösten, den diese Partie hinterlassen hat.

Tor in letzter Minute
"Wir sind maßlos enttäuscht, in letzter Minute noch den Gegentreffer kassiert zu haben. Schließlich hatten wir das Spiel in der Hand", hatte der junge Angreifer Erik Jendrisek nach der Partie Mühe, seine Enttäuschung zu verbergen. Der neue Akteur des FC Schalke 04 suchte aber auch nach einer Erklärung für den späten Ausgleich: "Sie haben immer wieder lange Bälle nach vorne gespielt, und am Ende hat sich das halt ausgezahlt. Jetzt müssen wir analysieren, wie es dazu kommen konnte. Das macht das Ganze natürlich nicht einfacher."

Die Erklärungsversuche Vitteks, der den Führungstreffer der Slowaken erzielte, gehen in eine ähnliche Richtung: "Das darf einfach nicht sein, dass man in einem dermaßen wichtigen WM-Gruppenspiel in der 93. Minute noch einen Gegentreffer hinnehmen muss, schließlich kann dieses Tor über unser Weiterkommen entscheiden." Der 1,88 Meter großen Torjäger, der den neuseeländischen Schlussmann Mark Paston mit einem Kopfball überwinden konnte, bringt die Lage seines Teams mit Zahlen auf den Punkt: "Wir brauchten diese drei Punkte. Jetzt haben wir nur einen, was im Grunde keinem Punkt gleichkommt!"

Erste Lektion: Aus Fehlern lernen
In der Welt des runden Leders hat die reine Mathematik indes keinen Platz. Daran erinnert auch der junge Vladimir Weiss gegenüber FIFA.com: "Natürlich sind wir enttäuscht, schließlich hätten wir bei einem Sieg einen Traumstart hingelegt. Doch dann haben wir dieses Tor kassiert... Aber so ist es nun einmal im Fussball." Davon zeugt auch die Spielstatistik: 13 slowakische Torschüsse gegen acht Torversuche auf Seiten der Neuseeländer bzw. zehn Ecken gegenüber drei Eckbällen für die Kiwis sprechen auf dem Papier eine deutliche Sprache zugunsten der Slowaken – und doch kamen sie über ein 1:1 nicht hinaus.

Am 20. Juni haben sie in der Begegnung gegen Paraguay allerdings Gelegenheit, den erlernten Stoff ein weiteres Mal anzuwenden. So betont Weiss allen voran die positiven Aspekte: "Das war unsere große WM-Premiere, und wir hatten keine einfache Begegnung erwartet. Wir haben unentschieden gespielt und ich denke, dass wohl jeder WM-Neuling mit diesem Ergebnis zufrieden wäre. Die Tatsache, dass wir ganz nah am Sieg dran waren, ist ja auch ermutigend."

"Immerhin haben wir nicht verloren. Jetzt heißt es, alles daran zu setzen, dass sich das nicht wiederholt." Wichtig ist, dass man aus seinen Fehlern lernt: Gegen Paraguay wird man sehen, ob die Slowaken ihre erste Lektion verinnerlicht haben.

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