FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

12 Juni - 13 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™

Kuyt: Ein Team, ein Ziel

Dirk Kuyt of the Netherlands celebrates
© Getty Images

"Die Sache ist eigentlich ganz einfach: Du trittst an zum Elfmeter, du verschießt oder du triffst."

Mit dieser Aussage hat Dirk Kuyt natürlich erst einmal Recht. Es gibt im Fussball sicherlich schwierigere Aufgaben als einen Ball aus elf Metern ins Tor zu befördern, ohne dass ein Verteidiger eingreifen kann, während man sich in aller Ruhe eine Ecke aussuchen kann. Aber bei einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ gelten andere Maßstäbe.

Die Hoffnungen ganzer Nationen lasten auf den Schultern des Schützen, die ganze Welt sieht zu. Unter diesem Druck sind auch schon die ganz Großen des Weltfussballs so nervös geworden, dass ihnen das Einfache nahezu unmöglich erschien. Hinzu kommt, dass die Niederlande eine alles andere als berauschende Bilanz in Elfmeterschießen haben. Mit Keylor Navas stand ihnen zudem ein Torhüter gegenüber, der in der Runde zuvor griechische Angreifer reihenweise zur Verzweiflung getrieben hatte. Grund genug also, sprichwörtlich weiche Knie zu bekommen.

Doch just in dieser Situation, da vermeintlich alle Vorzeichen für Costa Rica sprachen, gingen die Oranje-Routiniers mit gutem Beispiel voran. In der Geschichte der WM-Elfmeterschießen muss man lange suchen, bis man bessere vier erste Schützen findet als Dirk Kuyt, Robin van Persie, Arjen Robben und Wesley Sneijder. Alle vier verwandelten ganz souverän. Dabei steckten dem Quartett anstrengende 120 Minuten Viertelfinale in den Knochen. Laut Kuyt spielte das jedoch zu keinem Zeitpunkt eine Rolle.

"Ganz ehrlich, daran denkt man [beim Elfmeterschießen] nicht", erklärte er gegenüber der FIFA. "Dazu steht man viel zu sehr unter Adrenalin. Aber der Druck ist natürlich groß, deshalb konzentriert man sich nach Möglichkeit nur auf den Elfmeter. Man fühlt im Grunde genommen gar nichts, obwohl sich in diesem Moment entscheidet, ob sich die ganzen 120 Minuten Rennerei vorher gelohnt haben oder nicht."

Alle 23 Spieler wichtig
"Wir Feldspieler haben unsere Elfmeter einer nach dem anderen sehr gut geschossen. Der Rest war Tim [Krul] zu verdanken. Er hat sich voll reingehauen. Das ist eine der Stärken unseres Kaders. Wir haben 23 Spieler, die alle gut Fussball spielen können. Wenn der Trainer sie braucht, sind sie zur Stelle. Wir haben einmal mehr bewiesen, dass bei uns auch der so genannte 'zweite Anzug' sitzt. Wir sind ein Team - und dieses eine Team hat ein gemeinsames Ziel."

Nur ein Trainer hat seinen Kader in Brasilien mehr ausgereizt als Louis van Gaal, der mit Krul dem 21. Spieler in seinem 23-Mann-Kader zu einem WM-Einsatz verhalf. Einzig Mittelfeldspieler Jordy Clasie und der dritte Torhüter Michel Vorm sind bislang noch ohne Spiel bei dieser WM. Die Niederlande füllen den Spruch, wonach Kollektiv im Zweifelsfall vor Klasse kommt, nachhaltig mit Leben. Das wiederum sorgt für einen Zusammenhalt im Kader, der an allen bisherigen Leistungen der Niederländer im Turnier ablesbar war. So betont Kuyt, dass seine Mannschaft gegen die Ticos zwar ins Elfmeterschießen musste, Oranje aber dennoch überlegen war.

"Es hat ja eigentlich alles gepasst", meint er zur Leistung gegen Costa Rica. "Ich finde, wir haben sehr gut gespielt, nur der Ball wollte nicht ins Tor. Normalerweise machen unsere Stürmer aus solchen Chancen fünf oder sechs Tore. Aber manchmal läuft es eben anders im Fussball."

"Ich bin wahnsinnig stolz auf die Mannschaft, weil wir nicht eine Sekunde lang nachgelassen haben, in der regulären Spielzeit nicht, in der Verlängerung nicht und im Elfmeterschießen erst recht nicht! Ich glaube, man hat in den 120 Minuten und im Elfmeterschießen immer gesehen, dass wir das Spiel unbedingt gewinnen und ins Halbfinale einziehen wollten. Und am Ende haben wir verdient gewonnen."

Lohn der Arbeit für die Niederländer ist ein noch größerer Härtetest im Halbfinale gegen Argentinien in São Paulo. Kuyt jedenfalls lässt sich vom eher glanzlosen 1:0-Arbeitssieg der Albiceleste nicht blenden.

"Argentinien hat eine Weltklassemannschaft", sagt er, "die verdient unter den letzten Vier steht. Aber wir wollen uns ja schließlich auch mit den Besten messen - und nicht nur das, wir wollen auch gewinnen. Dafür sind wir hier. Halbfinale ist fantastisch, aber das Gefühl, bei einer WM leer auszugehen, kennen wir schon. Wir wollen den Titel holen. Das ist unser Ziel!"

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