FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

9 Juni - 9 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™

Kroatien: Zuhause bei Freunden

„Gute Freunde kann niemand trennen, gute Freunde sind nie allein" – auf kaum ein anderes Team beim FIFA World Cup™ trifft Franz Beckenbauers legendärer Song von 1966 eher zu als auf die Kroaten. Fünft Akteure des WM-Dritten von 1998 verdienen ihre Bröttchen in der Deutschen Bundesliga und drei sind in Deutschland gebürtig. Daher bedeutet der FIFA Weltpokal für die Mannen von der Adriaküste auch eine Rückkehr in die zweite Heimat. Drei Heimspiele. Ein Wiedersehen mit guten deutschen Freunden. Und ein Vorteil im ersten Gruppenspiel gegen Brasilien?

51 Jahre Bundesliga-Erfahrung

Angefangen beim Abwehrrecken Josip Simunić (Hertha BSC Berlin), über Mittelfeldantreiber Nico Kovač (zuletzt Hertha BSC Berlin), Linksverteidiger Marko Babić (Bayer 04 Leverkusen) bis zu Goalgetter Ivan Klasnić (Werder Bremen) und dessen Teamkollegen in Bremen, Jurica Vranješ, verfügen die Ballzauberer vom Balkan über geballte 41 Jahre Bundesliga-Erfahrung. Hinzu kommt mit Innenverteidiger Robert Kovač (Juventus Turin) ein weiterer Spieler, der von 1995 bis 2005 in der deutschen Eliteklasse kickte. Macht summa summarum erfolgreiche 51 kroatische Bundesliga-Jahre.

„Mein Bruder Robert und ich sind in Berlin geboren und aufgewachsen und haben in ganz Deutschland viele Freunde. Wir fühlen uns hier zuhause und das gibt uns und dem ganzen Team zusätzliche Kraft und Motivation", verrät Kapitän Nico Kovač und führt fort, „außerdem beherrschen viele von uns die deutsche Sprache, was die Integration abseits des Trainingsgeländes einfacher macht. Wir sind zuhause bei Freunden." Neben den erwähnten Spielern verfügen auch Trainer Zlatko Kranjčar und sein Sohn Nico über Auslandserfahrung im benachbarten Österreich und sprechen exzellent Deutsch.

Dieser Faktor könnte im Match gegen die favorisierten Brasilianer zu einem großen Plus für die Mannschaft werden. Die Spieler fühlen sich in Deutschland zuhause, können Familie und Freunde treffen, vom Vorbereitungsstress abschalten und Energie tanken. Was äußerst wichtig ist, wenn man bedenkt, dass sie über Wochen hinweg im Trainingslager kaserniert waren. „Ich kann problemlos raus gehen, andere Gesichter sehen und ein paar Momente bei Freunden dem Trubel entfliehen. Und das ist während einer WM sehr wichtig. Vor allem vor dem Auftaktspiel gegen die Brasilianer", sagt der gebürtige Hamburger Ivan Klasnić.

Deutsche Tugenden in Kroatien

Neben dem mentalen Aspekt spielen die Erfahrungen in der höchsten deutschen Spielklasse eine große Rolle. Durch die Bundesliga-Akteure verfügt die Mannschaft über wichtige Führungsspieler, die eine exzellente taktische Ausbildung genossen haben und mit „urdeutschen" Tugenden wie Kampfkraft, Teamgeist und Siegeswillen aufwarten können. „Ich mag den deutschen Fußball sehr. Das hohe Tempo und die Einsatzbereitschaft habe ich stets bewundert. Daher bin ich sehr froh darüber, fünf Spieler aus dieser Topliga in meiner Mannschaft zu haben", erzält Cheftrainer Zlatko Kranjčar. Wie sehr die Kroaten diese Tugenden verinnerlicht haben, demonstrierten sie eindrucksvoll in der Qualifikation zum FIFA World Cup, wo sie Schweden zweimal 1:0 besiegten und lediglich fünf Gegentore in zehn Partien hinnehmen mussten. Und im bislang einzigen Duell gegen Brasilien im August 2005 in Split verbuchte das „Team der Bundesligaprofis" ein respektables 1:1 gegen den amtierenden Weltmeister.

Hinzu kommt, dass in den Spielorten der „Balkankicker" – Berlin, Nürnberg und Stuttgart – große kroatische Gemeinden existieren, die das Team auch abseits des Stadions enthusiastisch unterstützen werden. „Die Auslandskroaten in Deutschland sind eine große Hilfe und werden nicht nur im Stadion zusätzliche Kräfte bei uns wecken! Eine Überraschung gegen Brasilien ist drin", gibt sich Josip Simunić optimistisch.