FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™

21 November - 18 Dezember

Katar 2022™

Kiassumbua: Ein Traum in Reichweite

Beautiful elevation of the goalkeeper of FC Lugano Joel Kiassumbua
© imago images
  • Joël Kiassumbua hütet das Tor der DR Kongo
  • Er ist mit der Schweiz 2009 U-17-Weltmeister geworden
  • Sein Traum: die Qualifikation für Katar 2022™

Bei der ersten Teilnahme an einer WM-Qualifikation landete die DR Kongo, damals noch unter dem Namen Zaire, gleich den großen Coup und qualifizierte sich für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1974™. Das Abenteuer in Deutschland wurde zwar mit drei Niederlagen eher zu einem Alptraum, doch das war nicht wirklich wichtig, denn das Land hatte mit der Teilnahme Geschichte geschrieben. Allerdings blieb diese erste Teilnahme bis heute auch die letzte und die Simbas, die später zu Leoparden wurden, laufen seither ihrer zweiten Qualifikation für die Weltbühne hinterher.

"Mit Blick auf die Entwicklung des kongolesischen Fussballs glaube ich nicht, dass eine Qualifikation der Leoparden für die WM 2022 wirklich als 'Überraschung' bezeichnet werden könnte", erklärt Joël Kiassumbua, Torhüter der DR Kongo am Mikrofon von FIFA.com. "Ich erinnere daran, dass wir die letzte WM nur ganz knapp verpasst haben. Wir waren zehn kurze Minuten von einem Ticket für Russland entfernt!"

Kiassumbua weiter: "Wir haben die Qualität. Viele unserer Spieler haben Erfahrung im europäischen Fussball gesammelt. Außerdem ist das Land mit Klubs wie TP Masembe und AS Vita gut in den afrikanischen Wettbewerben vertreten. Kurz gesagt: Wir sind eine große Fussballnation. Daher muss die WM nicht nur ein Traum, sondern vielmehr ein Ziel für uns sein."

Joel Kiassumbua (Schweiz U15)
© imago images

Afrikanischer Vater und Titel auf dem Mutterkontinent

Dieses "uns" ist aus dem Mund von Joël Kiassumbua etwas Besonderes. Er wurde nämlich als Sohn eines kongolesischen Vaters und einer schweizerischen Mutter in Luzern geboren und ist in den Jugendnationalteams der Nati aufgelaufen. Optimistisch ist er auch deshalb, weil die Erfahrung ihm gezeigt hat, dass man bis zum Schluss an sich glauben muss ... bis zum Weltmeistertitel! Diesen Titel hat er entgegen aller Voraussagen mit der Schweiz geholt, und zwar bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Nigeria 2009.

"Daran habe ich natürlich nur gute Erinnerungen. Für mich war das noch bedeutender, weil ich damals zum ersten Mal auf dem Kontinent meines Vaters war", so der Torhüter, der seinerzeit der Ersatzmann für Benjamin Siegrist war, der später als bester Torwart des Turniers mit dem Goldenen Handschuh ausgezeichnet werden sollte. "Der Status als Reservetorhüter hat meine Freude nicht geschmälert. Der Trainer hatte uns vor dem Turnier informiert. Jeder wusste, was auf ihn zukam. Ich war schon sehr stolz darauf, überhaupt Teil der Mannschaft zu sein."

Doch aus der großen Freude sollten bald Zweifel werden. Der Weltmeistertitel befeuerte Kiassumbuas Ehrgeiz, und er war zu ungeduldig: "Ich dachte, mit diesem Titel würde sich alles ändern, aber mir war nicht klar, wie viel Arbeit für mich noch zu tun blieb. Ich war noch immer nichts anderes als ein Jugendspieler", räumt der Torwart ein, der drei Jahre warten musste, bis ein Profiklub sein Vertrauen in ihn setzte. Fünf Jahre dauerte es, bis der Schweizer Zweitligist FC Wohlen ihm einen Stammplatz zwischen den Pfosten anbot.

Premiere gegen Gabun

Auf jeden Fall war damit der Startschuss für seine Karriere gefallen. In der Saison 2017/18 tat er beim FC Lugano die ersten Schritte in der Super League. Im darauffolgenden Jahr wechselte er zu Servette Genf, mit dem er in die erste Liga aufstieg. Er trägt noch immer die Farben des Klubs, der derzeit in der Super League auf dem vierten Platz rangiert. Allerdings ist er dort im Augenblick nicht der Stammtorhüter. "In meiner Karriere gibt es wie in der jedes anderen Fussballers Höhen und Tiefen. Jeder geht seinen Weg, aber ich bin stolz auf meinen! Ich lebe meinen Traum: Ich bin Fussballprofi, Nationalspieler, es gibt nichts, um das ich andere beneiden müsste", betont er.

Für das Nationalteam der DR Kongo ist seine Gemütsruhe und Geduld nichts Neues. Nachdem er im November 2015 bei einem Freundschaftsspiel gegen Irak dabei gewesen war, kam er erst letztes Jahr im November gegen Gabun zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz. Die Partie fand im Rahmen der Qualifikation für den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2022 statt. "Das hat viel Spaß gemacht und mich auch weitergebracht. Es ist kein Pappenstiel, vor 80.000 Zuschauern und für ein Land mit 80 Millionen Einwohnern zu spielen! Das bringt viel Verantwortung mit sich, vor allem auf meiner Position", erklärt er.

Auf jeden Fall war sein Auftritt ein voller Erfolg: Am Ende stand ein 0:0 auf der Anzeigetafel und Kiassumbua wurde zum besten Spieler der Partie gewählt. Fünf Tage später kam er gegen Gambia erneut zum Einsatz und erreichte mit der DR Kongo wieder eine Punkteteilung (2:2). "Ich glaube, ich habe gezeigt, was ich kann", so seine Analyse. "Mir ist aber auch bewusst, dass ich nicht der einzige Kandidat für diese Position bin. Du musst dich der Konkurrenz stellen, in Form sein. Wie immer hat der Trainer das letzte Wort!"

Und beim Nationalteam der DR Kongo ist der Torwarttrainer nicht einfach irgendwer: Es ist Robert Kidiaba. "Es ist ein Privileg, von ihm Ratschläge zu bekommen", erklärt Kiassumbua in Bezug auf den ehemaligen Nationaltorwart der DR Kongo. "Er ist eine Legende, und zwar nicht nur aufgrund seines berühmten Torjubels. Er war ein Traumtorhüter."

Während Kiassumbua darauf wartet, seinen Platz in der Ruhmeshalle kongolesischen Torhüter einzunehmen, könnte er derjenige sein, der einen Traum wahr werden lässt!

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