FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

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11 Juni - 11 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™

Khedira: "Mannschaft hat Charakter bewiesen"

Per Mertesacker, Bastian Schweinsteiger, Toni Kroos and Sami Khedira of Germany celebrate
© Getty Images

Ohne eine Reihe von Stammspielern, trotz der immer noch vorhandenen Enttäuschung ob des verpassten Finaleinzugs und obwohl man zwischenzeitlich sogar in Rückstand geriet, setzte sich die deutsche Mannschaft im Spiel um den dritten Platz bei der FIFA WM 2010 am Samstagabend in Port Elizabeth mit 3:2 gegen Uruguay durch. Nachher waren sich alle Akteure im Urteil einig: Deutschland hat Charakter gezeigt.

Intakte Mannschaft
"Wir können sehr zufrieden sein mit diesem Spiel. Die Mannschaft ist intakt und hat Moral bewiesen, trotz der Rückschläge und Ausfälle", sagte Siegtorschütze Sami Khedira im Interview mit der FIFA. In den Tagen nach dem verlorenen Halbfinale hatte man der Auswahl des Deutschen Fussball-Bundes (DFB) angemerkt, wie tief der Stachel der Enttäuschung über die verpasste Chance auf den ganz großen Triumph noch saß. Doch dies galt es zu überwinden, ebenso wie die Ausfälle des Kapitäns Philipp Lahm und des bis dato besten Torschützen Miroslav Klose, dem so die Chance genommen war, den ewigen WM-Torrekord von Brasiliens Ronaldo zu erreichen.

"Wir wollten das letzte Spiel unbedingt gewinnen", so Khedira weiter, "denn der dritte Platz ist besser als der vierte, auch wenn uns die Vorbereitung auf das Spiel doch schwer gefallen ist. Ich bin sehr froh, dass ich mit meinem Tor dabei helfen konnte." Ob Torwart Jörg Butt ("Die Mannschaft hat Charakterstärke bewiesen"), der ackernde Cacau ("Nach dem Rückstand haben wir Charakter gezeigt") oder Bastian Schweinsteiger - Charakter war das Zauberwort dieses Abends.

Schweinsteiger, der erneut der Strippenzieher im deutschen Spiel war, das 1:0 durch Thomas Müller vorbereitete, aber auch den folgenden Ausgleich verschuldete, führte aus: "Die Mannschaft hat es einfach verdient, Dritter zu werden, so charakterstark, wie sie heute aufgetreten ist." Der an diesem Tag mit der Kapitänsbinde auflaufende Mittelfeldspieler sagte zur FIFA: "Wir haben gegen einen sehr aggressiv verteidigenden Gegner phasenweise richtig gut gespielt und eine kämpferisch starke Leistung gezeigt."

Müde Beine
Es war keine glänzende Darbietung, die der viermalige Weltmeister den gut gelaunten Zuschauern in Nelson-Mandela-Bay/Port Elizabeth offerierte, doch Butt, der bei den Gegentoren machtlos war, konnte das nachvollziehen: "Beiden Mannschaften hat man vor allem in der zweiten Halbzeit die Müdigkeit des siebten Spiels angemerkt." Das wiederum führte aber auch zu vielen Torchancen auf beiden Seiten.

Freudestrahlend lagen sich die deutschen Spieler nach der Partie in den Armen und schritten, ihre Bronzemedaille um den Hals baumelnd, mit glücklichen Gesichtern vom Spielfeld in die Kabinen. Dort hatten sie Zeit für ein Scherzchen hier und da oder eine fröhliche Umarmung mit dem Betreuerstab dort. "Man denkt eigentlich, dass man das Gefühl eines dritten Platzes schon kennt, wie schon vor vier Jahren. Aber es ist doch immer wieder etwas ganz Besonderes", bekannte Per Mertesacker direkt im Spielertunnel exklusiv gegenüber FIFA.com.

Versagte Glücksgefühle
Dieses Gefühl ist den Südamerikanern, wie schon 1970 beim 0:1 im Spiel um den dritten Platz, von den Deutschen erneut verwehrt worden. "Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht, das wir hätten gewinnen können. Wir waren besser als Deutschland, aber sie waren einfach zu effizient", fand Diego Lugano, der Kapitän der Celeste, während Stürmer Diego Forlán hinzufügte: "Es ist einfach schade, wir hatten das Spiel nach dem 0:1 schon gedreht, aber auf diesem Niveau bezahlst du jeden Fehler teuer, und das hat uns das Spiel gekostet. Trotzdem ist es fantastisch, dass wir unter den besten vier Teams der Welt sind. Wir waren nur einen Schritt davon entfernt, etwas ganz Großes zu erreichen."

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