FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

12 Juni - 13 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™

"Junge Krokodile" wittern frische Beute

Lesotho's Khoto Sesinyi (L) vies with an unidentified Libyan player (R) during their World Cup quali
© AFP

Lesotho hat zwar seit der letzten WM-Qualifikation kein offizielles Wettbewerbsspiel mehr bestritten, doch auf die faule Haut haben sich die Fussballer aus dem bergigen Königreich, das vollständig von Südafrika umgeben ist, keineswegs gelegt.

Die Krokodile - so die Bedeutung des Spitznamens Likuena - kehren im November auf die internationale Bühne zurück. Dabei treffen sie in der ersten Runde der afrikanischen Vorausscheidung für die FIFA WM 2014 in Hin- und Rückspiel auf Burundi.

Eine Phase der NeugestaltungIhr letztes offizielles Spiel hatten die Krokodile im Oktober 2008 bestritten, als sie in Ghana mit 0:3 verloren. Damals war es die sechste Niederlage in Folge in einer schweren Qualifikationsgruppe für die FIFA WM 2010, in der auch Libyen und Gabun standen. Dass es nicht gelang, auch nur einen einzigen Punkt zu holen, war ein unerwarteter Rückschlag für die Auswahl und sorgte für große Betroffenheit unter den gerade einmal zwei Millionen Einwohnern des Landes.

Nachdem man eine Reihe von Freundschaftsspielen bestritten und beim regionalen COSAFA CUP 2009 solide Leistungen gezeigt hatte, beschloss man, der Nationalmannschaft eine Pause zu gönnen und die Qualifikation für den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2012 auszulassen. Dafür sollten Mittel und Anstrengungen in die Nachwuchsmannschaften und talentierte Spieler, die über das Scouting-System entdeckt worden waren, gesteckt werden.

U-20-Team als GrundlageTrotz seiner geringen Einwohnerzahl, der eingeschlossenen Lage und einer wenig entwickelten sportlichen Infrastruktur ist es Lesotho gelungen, sich im Fussball einen gewissen Namen zu machen. So belegte die Auswahl des Landes 2000 den zweiten Platz beim COSAFA Cup und hat bereits Siege gegen Teams wie Kamerun, Angola und Simbabwe geholt. Auch im Hexenkessel von Kinshasa, der Hauptstadt der DR Kongo, holte man ein Unentschieden.

Leslie Notsi war im September 2009 nach der Entlassung des Serben Zavisa Milosavljevic zunächst als Interimscoach verpflichtet worden, sah sich jedoch auch unmittelbar mit der Aufgabe konfrontiert, der U-20-Auswahl Lesothos einen Platz in der Endrunde um die Afrikanische Nachwuchs-Meisterschaft 2011 zu sichern. Das gelang ihm in beeindruckender Manier, denn man schaltete in der Qualifikation keine Geringeren als Mosambik, den Nachbarn Südafrika und Kenia aus. In den letzten beiden Duellen gewann Lesotho beide Auswärtspartien und schaffte damit die zweite Qualifikation seiner Geschichte für eine kontinentale Nachwuchs-Meisterschaft.

Jede Menge PotentialBei der Endrunde gelang es dann allerdings nicht, den Traum von der Qualifikation für die FIFA U-20-WM 2011 zu verwirklich. Dennoch hat das junge Team wertvolle Erfahrungen sammeln können. Notsi ist voll des Lobes über die Auswahl wegen deren "Schnelligkeit, Teamgeist und spieltechnischer Intelligenz."

In Übereinstimmung mit der Strategie des Fussballverbandes Lesothos hat der Trainer nun einen Großteil der U-20-Auswahl auch in die A-Nationalmannschaft des Landes berufen. Dort zielt er auf eine gelungene Mischung mit den international doch wesentlich erfahreneren älteren Spielern ab.

"Der Vorsitzende unseres Verbandes sagte, dass er gerne 80 Prozent der neuen Spieler der Nationalmannschaft aus der U-20-Auswahl rekrutieren möchte. Nach einigen Gesprächen hierüber haben wir uns auf 60 Prozent verständigt", erzählt Notsi, der durchaus den Nutzen erfahrener Spieler wie Lehlomela Ramabele und Bushy Moletsane, die bei Vereinen in Botsuana unter Vertrag stehen, oder von Bokang Mothoana, der in Tunesien sein Geld verdient, für seine junge Garde sieht.

Weichen sollen gestellt werdenVerletzungsbedingt wird der altgediente Spielführer Lehlohonolo Seema gegen Burundi fehlen. Dennoch schreibt ihm Notsi nach wie vor eine wichtige Rolle als Mentor der Mannschaft zu. "Ein wenig so wie David Beckham für England bei der letzten WM-Endrunde", fügte er hinzu.

Lesotho hat zuletzt zur Vorbereitung eine Reihe von Freundschaftsspielen bestritten und dabei auswärts gegen Botsuana gewonnen, das sich überraschend für die Endrunde um den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal qualifiziert hatte, während man gegen Swasiland unentschieden spielte.

Am Montag geht es in Windhoek gegen Namibia, um vor dem Duell gegen Burundi letzte Feineinstellungen am jungen Team vornehmen zu können. Das Qualifikationsduell für Brasilien 2014 gibt dem Fussballzwerg auf dem afrikanischen Kontinent eine der wenigen Chancen, auch einmal im Rampenlicht zu stehen.

Voller ZuversichtNotsi kennt die Grenzen seines Teams und weiß, dass er nicht aus einem riesigen Reservoir von Talenten schöpfen kann. Dennoch ist er zuversichtlich, dass seine Truppe wegen ihrer Unbekümmertheit vor dem Duell gegen Burundi nur wenig Druck verspüren wird, auf das man im Übrigen zum ersten Mal trifft. Sollte sich Lesotho durchsetzen, erreicht das Team die Gruppenphase, in der furchterregende Gegner vom Kaliber Ghanas, Sudans und Sambias warten.

"Wenn die Burschen weiter so stark und engagiert wie gegen Botsuana auftreten wie damals [im August] in einem Freundschaftsspiel, dann können wir gegen Burundi Einiges bewegen", zeigt sich Notsi zuversichtlich.

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