FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

11 Juni - 11 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™

Joseph S. Blatter: "Meine Mission ist noch nicht beendet"

FIFA president Joseph S. Blatter talks to media during a press conference after the 60th FIFA Congress
© Getty Images

Joseph S. Blatter hatte in den letzten Tagen eine Menge zu tun, denn neben der Tagung des FIFA-Exekutivkomitees kam in dieser Woche auch der FIFA-Kongress zusammen. Im Anschluss an dessen Beratungen lud der Präsident der FIFA am heutigen Donnerstag, dem 10. Juni 2010, zu einer Pressekonferenz, in deren Verlauf er über die gesunde Finanzlage der FIFA, das Schiedsrichterwesen, die nächste Amtsperiode des FIFA-Präsidenten sowie über zahlreiche weitere Themen sprach. Nachstehend einige Auszüge.

Joseph S. Blatter, FIFA-Präsident

Zum FIFA-KongressWir haben konkrete Lösungen bezüglich der in Nassau verabschiedeten Resolutionen im sportpolitischen Bereich gefunden. Dabei sind vor allem zwei Punkte von besonderer Bedeutung: das Transfersystem und der Schutz von minderjährigen Spielern. Beide stehen in direkter Verbindung zueinander. Wir haben mit unserer Arbeit zum Schutz minderjähriger Fussballer im Oktober 2009 begonnen, und die ersten Schritte waren sehr ermutigend. Inzwischen wurden zahlreiche Fälle in das Transferableichungs-System der FIFA (Transfer Matching System, TMS) aufgenommen. Allerdings kann dieser Schutzmechanismus nur dann funktionieren, wenn die jungen Spieler auch im System erfasst sind. Die Erfassung ist eine Grundvoraussetzung, um künftig massive Fluchtbewegungen zu vermeiden, wenngleich wir diese auch nicht völlig unterbinden werden können. Ich meine, dass wir in dieser Hinsicht im Jahr 2011 über einen deutlich effizienteren Kontrollmechanismus verfügen werden. Außerdem haben wir auf diesem Kongress auch die "6+5-Regel", die Initiative Football for Hope und das Projekt "1GOAL –Education for all" behandelt. Letzteres ist ein sehr bedeutsames Projekt, über das wir bereits am 7. Juli erneut beraten werden.

Zur gesunden Finanzlage der FIFABei der FIFA hat sich seit dem Jahr 2002 Jahren vieles zum Positiven verändert, in erster Linie im finanziellen Bereich. Es hat ein wenig gedauert, zumal der neue Präsident erst die Akzeptanz aller benötigte. Der zweite Punkt ist unser neuer Ansatz in rechtlichen Fragen, der den Mitgliedsverbänden bereits seit 1999 zu Gute kommt. Und im Jahr 2003 kam Jérôme Valcke zu uns in die FIFA und hat seither einiges an der Vermarktungsstrategie und am Umgang mit den TV-Übertragungsrechten geändert. Parallel dazu mussten wir auch das Spiel als solches weiterentwickeln, sonst wären wir heute nicht dort angelangt, wo wir uns inzwischen befinden. Die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ ist ein gutes Produkt, weil der Fussball als Sportart so gut ist, und das ist wiederum so, weil wir permanent an seiner Weiterwicklung gearbeitet haben.

Zum SchiedsrichterwesenSchon jetzt gibt es in den Stadien zahlreiche Kameras, die mit dem Ziel eingesetzt werden, den Schiedsrichtern Fehlern nachzuweisen. Dazu ist zu sagen, dass der Einsatz von technischen Hilfsmitteln im Fussball vor allem deshalb wenig hilfreich erscheint, weil es sich dabei um ein mehrdimensionales Spiel handelt. Die Erfahrungen, die wir mit der Torlinien-Technologie gemacht haben, führten übrigens zu keinem abschließenden Ergebnis. Ein Schiedsrichter, der auf dem Platz agiert, ist die Grundlage des Fussballspiels. Die Schiedsrichter-Assistenten können den Referee auf dem Spielfeld allenfalls unterstützen, wobei ich ehrlich gesagt den Mann auf dem Feld nach wie vor als den wichtigsten Unparteiischen betrachte. Die Tests in der UEFA Europa League, bei denen vier bzw. fünf Schiedsrichter-Assistenten zum Einsatz kamen, haben die Mitglieder des IFAB nicht restlich überzeugen können. Wir können also feststellen, dass die Schiedsrichter eine große Verantwortung haben und es deshalb erforderlich ist, deren Tätigkeit in einen Vollberuf umzuwandeln, denn es ist keine Aufgabe, die man quasi als Freizeitjob nebenher betreiben kann.

Zum nächsten Präsidenten-Mandat der FIFAIch bin immer noch motiviert, und ich bin frei. Daher habe ich den Mitgliedern des FIFA-Kongresses vorgeschlagen, mich für eine weitere Legislaturperiode als FIFA-Präsident im Amt zu bestätigen, denn ich bin für Transparenz. Natürlich kann ich hier und heute nicht sagen, ob es das letzte Mal sein wird, wer weiß? Ich betrachte meine Mission als noch nicht beendet. Ich möchte, dass die Gesellschaft die soziale Rolle des Fussballs anerkennt, vor allem bei der Erziehung und Bildung der Kinder. Wir haben das Fussballspiel weiterentwickelt, und wir haben mit unseren Wettbewerben die Menschen in der ganzen Welt erreicht. Ich möchte ganz einfach, dass wir als FIFA unseren Beitrag zur Gestaltung einer besseren Welt leisten. Dabei möchte ich etwas für unsere Jugend, also für die künftigen Generationen tun.

Zur Höhenlage von SpielortenDas Problem der Höhenlage von Spielorten steht bei der FIFA nicht auf der Tagesordnung. Derzeit ist eine Studie in Arbeit, die sich mit den extremen Bedingungen bei Spielen in großer Höhe befasst. Andererseits habe ich im vergangenen Jahr gesehen, dass alle südamerikanischen Nationalteams in La Paz gespielt haben und sich dadurch gar nichts geändert hat. Wenn die Höhenlage ein solch großer Vorteil wäre, hätte sich Bolivien doch für Südafrika 2010 qualifizieren müssen, oder?

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