FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

12 Juni - 13 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™

James Rodríguez - die stille Sensation des Turniers

James Rodriguez of Colombia celebrates scoring his team's second goal
© Getty Images

James Rodríguez ist auf dem besten Wege die Sensation des Turniers zu werden. Er hat fünf Treffer in vier Partien erzielt, zwei Vorlagen geliefert und Kolumbien im Achtelfinale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ gegen Uruguay zu einem historischen Sieg verholfen. Die Kolumbianer ziehen damit zum ersten Mal überhaupt ins Viertelfinale des Wettbewerbs ein.

Er nimmt das alles gelassen, lässt sich mit jedem fotografieren, der ihn darum bittet und steht einem Journalisten nach dem anderen Rede und Antwort. In der Mixed Zone des Estádio Maracanã belagern sie den Mann der Stunde zu Dutzenden.

Trotz allem ist James Rodríguez kein Spieler, der es genießt, abseits des Platzes im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. Er ist ein eher zurückhaltender Mensch und fühlt sich vor den Mikrofonen nicht sonderlich wohl. Auf dem Rasen sieht das allerdings ganz anders aus. Dort hat er sich als ausgesprochen charakterstark erwiesen und zudem noch die beiden Siegtreffer der Cafeteros erzielt und damit erneut seine Qualität unter Beweis gestellt. Dabei war sein erstes Tor das vielleicht spektakulärste, das wir bei der WM 2014 bisher gesehen haben.

"Das war eines von den Toren, die man im Training immer wieder einstudiert... und es ist wirklich schön, dass es mir gelungen ist", erklärt er im Gespräch mit FIFA.com und klingt dabei fast so, als wolle er sein Licht etwas unter den Scheffel stellen. Aber schließlich haben die Kameras genau eingefangen, wie Rodríguez den Ball außerhalb des Strafraums mit der Brust angenommen und ihn anschließend leicht aus der Drehung mit einem wunderschönen Volleyschuss in Richtung Tor befördert hat. Er prallte zunächst an die Latte und sprang dann unhaltbar für Fernando Muslera ins Tor.

Kolumbien gehörte zu den Teams, denen man im Vorfeld der WM besonders erwartungsvoll entgegengesehen hatte. Allerdings hatten nur wenige einen derartig explosiven Auftritt von einem der kolumbianischen Spieler erwartet – vor allem nach dem Ausfall des Top-Torjägers Radamel Falcao. Mittlerweile kann James Rodríguez dieselbe Anzahl von Treffern für sich verbuchen, die Thomas Müller bei der WM 2010 in Südafrika für die Auszeichnung mit dem Goldenen Schuh von adidas gereicht hatten. Dabei hat er bislang drei Partien weniger bestritten. Seine Präsenz im Mittelfeld des kolumbianischen Teams macht sich ganz entscheidend bemerkbar, wie man in der Partie gegen Uruguay sowie zuvor gegen Japan feststellen konnte, dem einzigen Spiel, bei dem er nicht in der Startelf stand. Er wurde beim Spielstand von 1:1 eingewechselt, und am Ende stand ein 4:1-Kantersieg für die Cafeteros auf der Anzeigetafel, zu dem er selbst einen Treffer beisteuern konnte.

Durchbruch zur rechten Zeit
"Ja, es ist nicht einfach, so etwas zu schaffen, aber ich glaube, wenn man davon träumt und es wirklich der ganz große Traum ist, solche Leistungen zu vollbringen, dann kann es klappen. Wenn man sich etwas wünscht, und hart dafür arbeitet, dann schafft man es auch", erklärt er im Brustton der Überzeugung.

Der Mann mit der Trikotnummer zehn der kolumbianischen Auswahl hatte bereits zuvor Kostproben seiner Klasse gegeben, aber man hatte ihn noch nie zuvor auf einem solchen Niveau spielen sehen. Sein Durchbruch kam genau zur richtigen Zeit, und er zögert keine Sekunde, als er Nationaltrainer José Pekerman als einen der Verantwortlichen für seine spielerische Entwicklung nennt. "El Profe hat mir geholfen, mich in allen Aspekten zu verbessern. Er spricht viel mit mir und unter ihm habe ich mich taktisch und auch auf mentaler Ebene unglaublich verbessert", versichert er.

Nun ist Kolumbien zum ersten Mal in der Geschichte ins Viertelfinale des Turniers eingezogen – ein Erfolg, den man seit der WM 1990 in Italien anstrebt, als die Generation um El Pibe Valderrama im Achtelfinale an Kamerun scheiterte. Rodríguez erklärt, sein Team sei auch großen Herausforderungen gewachsen. "Dies ist eine Mannschaft, die in der Lage ist, weit zu kommen. Wir glauben fest daran, dass wir es schaffen."

Und schließlich gibt es kaum eine größere Herausforderung, als mit dem Gastgeber um einen Platz im Halbfinale zu kämpfen, oder? Rodríguez erklärt: "Wir haben Geschichte geschrieben und möchten das auch weiterhin tun. Jetzt steht Brasilien auf dem Programm und uns ist bewusst, dass das ein harter Gegner wird, mit hervorragenden Spielern. Trotzdem glauben wir, dass wir gewinnen werden." Am 4. Juli erwartet die kolumbianische Fangemeinde in Fortaleza nun einen weiteren glanzvollen Auftritt ihres unerwarteten Helden, der zur Sensation des Turniers werden könnte. Wenn er es nicht ohnehin schon ist.

Mehr zu diesem Thema erfahren

Empfohlene Artikel

WM 2014: Kolumbien vs. Uruguay in Bildern

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™

WM 2014: Kolumbien vs. Uruguay in Bildern

28 Jun 2014

Julio Cesar of Brazil celebrates

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™

Das unglaubliche "blinde Vertrauen" von Scolari belohnt

29 Jun 2014

James Rodriguez of Colombia (L) celebrates scoring his team's second goal

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™

James knallt Kolumbien eine Runde weiter

28 Jun 2014