FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™

Italien und die Niederlande qualifiziert

© AFP

Italien (Gr. B) und die Niederlande (Gr. D) sind als erste europäische Mannschaften für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ qualifiziert. Deutschland (Gr. C), die Schweiz (Gr. E) und Russland (Gr. F) sind rein mathematisch gesehen noch nicht durch, haben nach ihren erneuten Siegen die Fahrkarten aber quasi schon reserviert. Der vorletzte Spieltag der Europa-Zone findet am 11. Oktober statt.

Das Spitzenspiel*Ukraine – England 0:0
*Ohne die routinierten Angreifer fiel England in Kiev außer Kontern und Fernschüssen von Steven Gerrard nicht sonderlich viel ein. Die Ukrainer waren in der Offensive viel aktiver, kamen häufig über die Flügel, zeigten aber Schwächen im Abschluss. Die einzige echte Torchance war im Grunde genommen ein Freistoß von Yevhen Konoplyanka, der knapp am Gehäuse vorbei ging. England bleibt durch das Unentschieden mit nur einem Punkt Vorsprung Tabellenführer der Gruppe H und hat nun einen Monat Zeit, seine etatmäßigen Stürmer wieder fit zu bekommen. Das ist auch wichtig, denn die nächsten Gegner sind die direkten Konkurrenten Montenegro daheim und Polen auswärts.

Die anderen Begegnungen*Gruppe A
*EJR Mazedonien – Schottland 1:2
Wales – Serbien 0:3

In zwei Spielen um die Ehre setzte sich Serbien in Wales durch – Gareth Bale ging nach einer Stunde vom Platz – und Schottland siegte in Mazedonien. Beide Resultate hatten jedoch keinen Einfluss auf die Tabellenführer aus Belgien und Kroatien, die spielfrei hatten.

*Gruppe B
*Armenien – Dänemark 0:1
Italien – Tschechische Republik 2:1
Malta – Bulgarien 1:2

Italiens 18. Qualifikation für eine WM-Endrunde war ein hartes Stück Arbeit, denn in Führung gingen zunächst die Gäste aus der Tschechischen Republik. Doch kurz nach der Pause glich Giorgio Chiellini nach einem Eckstoß per Kopfball aus. Drei Minuten später machte der im ersten Durchgang noch glücklose Mario Balotelli mit einem verwandelten Elfmeter die Feierlichkeiten perfekt. Dahinter mühte sich Armenien zwar redlich, verpasste mit der knappen Heimniederlage gegen Dänemark aber seine Chance. Durch den Elfmeter von Daniel Agger bleiben die Dänen einen Punkt hinter Bulgarien, das sich auf Malta zu einem Arbeitssieg mühte. Erst der eingewechselte Emil Gargorov sorgte für die Entscheidung.

*Gruppe C
*Kasachstan – Schweden 0:1
Färöer – Deutschland 0:3
Österreich – Republik Irland 1:0

Deutschland erledigte seine Pflichtaufgabe gegen Färöer und bleibt damit weiter ungeschlagen (sieben Siege, ein Unentschieden), muss aber dennoch bis Oktober warten, um die Fahrkarte nach Brasilien zu lösen. Das liegt daran, dass Zlatan Ibrahimovic in Kasachstan buchstäblich von der ersten Sekunde an hellwach war und schon in der ersten Spielminute den Siegtreffer erzielte. Schweden bleibt somit fünf Punkte hinter Deutschland, das am 15. Oktober in Stockholm antreten muss. Österreich arbeitete sich gegen die Republik Irland zu einem späten 1:0-Sieg durch David Alaba. Das Duell um den Playoff-Platz entscheidet sich wohl am 11. Oktober im Spiel Schweden gegen Österreich.

*Gruppe D
*Rumänien – Türkei 0:2
Andorra – Niederlande 0:2
Ungarn – Estland 5:1

Die Niederlande glänzten nicht. Ja, sie wirkten phasenweise sogar wie gelähmt. Dass sie nun doch schon für die kommende FIFA Fussball-Weltmeisterschaft qualifiziert sind, lag am unverwüstlichen Robin van Persie. Dahinter tummeln sich drei Mannschaften mit 14 bzw. 13 Punkten. Ungarn machte mit Estland im Heimspiel kurzen Prozess und ist nun Tabellenzweiter vor der Türkei, die nach dem Sieg in Rumänien einen Punkt dahinter liegt. Für die Türkei traf erneut Burak Yilmaz.

*Gruppe E
*Norwegen – Schweiz 0:2
Island – Albanien 2:1
Zypern – Slowenien 0:2

Die Schweiz hat mit ihrem souveränen Sieg in Norwegen einen Riesenschritt Richtung Brasilien gemacht. Rein rechnerisch ist die Nati zwar noch nicht qualifiziert, aber sie hat zwei Spieltage vor Schluss fünf Punkte Vorsprung. Dank der Tore von Birkir Bjarnason und Kolbeinn Sigthórsson* *gewann Island gegen Albanien und schob sich auf den zweiten Platz vor. Slowenien siegte auf Zypern und befindet sich ebenfalls noch auf Kurs. In dieser ausgeglichenen Gruppe sind vier Mannschaften durch nur drei Punkte getrennt. Entsprechend haben sie alle noch Chancen auf die Playoffs.

*Gruppe F
*Russland – Israel 3:1
Luxemburg – Nordirland 3:2

Dank der Tore von Vassili Berezutskiy, Alexander Kokorin und Denis Glushakov gegen Israel holte sich Russland den ersten Platz zurück und sorgte faktisch für eine Vorentscheidung in der Gruppe. Die Spieler von Fabio Capello haben ihr Schicksal selbst in der Hand. Zwar haben sie bei inzwischen gleicher Anzahl an bestrittenen Spielen nur einen Punkt Vorsprung vor Portugal, aber die letzten beiden Partien tragen sie in Luxemburg und in Aserbaidschan aus. Bemerkenswert ist Luxemburgs erster Sieg mit gleich drei Toren in Nordirland.

*Gruppe G
*Litauen – Liechtenstein 2:0
Slowakei – Bosnien-Herzegowina 1:2
Griechenland – Lettland 1:0

Es dürfte zur Pause laut geworden sein in der Kabine, lag Bosnien-Herzegowina doch durch ein Tor von Marek Hamšík erneut zurück. Aber Safet Sušić hat wohl die richtigen Worte gefunden, denn seine Mannschaft ging die zweite Hälfte mit offenem Visier an und überrollte die Slowaken regelrecht. Ermin Bičakčić und Izet Hajrovic drehten das Spiel und sorgten so noch für die Revanche für das Hinspiel. Das war auch nötig, denn Griechenland gewann – wenn auch mühevoll – sein Heimspiel gegen Lettland durch ein Tor von Dimítris Salpingídis. Beide Mannschaften stehen punktgleich auf dem ersten und dem zweiten Platz, aber das Restprogramm spricht wohl eher für die Bosnier.

*Gruppe H
*San Marino – Polen 1:5

Polen gab sich gegen San Marino keine Blöße, steht nun aber vor den schweren Auswärtsaufgaben in der Ukraine und in England.

*Gruppe I
*Georgien – Finnland 0:1
Belarus – Frankreich 2:4

Didier Deschamps darf sich bei Franck Ribéry für ein trügerisch hohes Ergebnis bedanken. Die Bleus, die nach fünf torlosen Begegnungen gleich vierfach trafen, lagen zwei Mal zurück und beide Male war es Europas neuer Fussballer des Jahres, der seine Mannschaft wieder in die Spur brachte. Samir Nasri und Paul Pogba sorgten anschließend zwar noch für den Sieg, Matchwinner aber war eindeutig Ribéry. Weil Spanien am Dienstag spielfrei hatte, hat Frankreich wieder zum Weltmeister aufgeschlossen. Dieser bestreitet seine beiden letzten Qualifikationsspiele allerdings zu Hause.

Der Spieler des Tages
Schon am 13. August gegen Brasilien (1:0) hatte Ottmar Hitzfeld Innenverteidiger Fabian Schär (21) vom FC Basel das Vertrauen geschenkt. Am Dienstag zeigte sich Schär dessen erneut mehr als würdig. In seinem dritten Länderspiel schoss er beide Tore zum Sieg gegen Norwegen, durch den die Schweiz so gut wie qualifiziert ist. Schär (1,86 m), der bei Standardsituationen regelmäßig mit nach vorn geht, machte beide Tore auf die gleiche Weise: Freistoß Gökhan Inler auf den Elfmeterpunkt, Absprung, unhaltbarer Kopfball. Damit kommt Schär jetzt auf drei Tore in drei Länderspielen. Nicht schlecht für einen Verteidiger.

Das Tor des TagesSlowakei – Bosnien-Herzegowina 1:2 (Izet Hajrovic, 84.)

Bosnien-Herzegowina drängte mit Macht auf den Führungstreffer, da spielte Vedad Ibišević seinen Mannschaftskameraden Izet Hajrovic kurz vor dem slowakischen Strafraum perfekt frei. In seinem zweiten Länderspiel fackelte der Mittelfeldspieler vom Grashopper Club Zürich nicht lange. Aus 20 Metern zog er ab und ließ Ján Mucha keine Chance.

Die Zahl des TagesEs war ein Abend der Rekorde für die Alteingesessenen im europäischen Fussball. Zunächst einmal überholte Anders Svensson mit jetzt 144 Länderspielen den legendären Thomas Ravelli (143) und ist neuer schwedischer Rekordnationalspieler. Gianluigi Buffon hat seinen ehemaligen Weltmeister-Kapitän Fabio Cannavaro eingeholt, gedenkt aber nicht, mit 136 Länderspielen aufzuhören. Und Frank Lampard schließlich ist in den prestigeträchtigen Klub der Spieler mit mindestens 100 Berufungen für die englische Nationalmannschaft aufgestiegen.

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