FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

9 Juni - 9 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™

Iran hofft auf die nächste Generation

Am Freitag machte sich die Mannschaft des Iran von Frankfurt aus auf den Weg nach Hause, nachdem das Team zuvor in der ersten Runde der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ ausgeschieden war.

Nach Niederlagen gegen Mexiko und Portugal in den ersten beiden Spielen hatte Branko Ivankovics Truppe keine Chance mehr auf einen der ersten beiden Plätze in Gruppe D, und der Punktgewinn durch das abschließende Unentschieden gegen Angola war auch kein wirklicher Trost. Jetzt, da die dritte Teilnahme an einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ hinter der Mannschaft liegt, ist die allgemeine Enttäuschung über die mäßige Leistung und das frühe Ausscheiden groß.

Dabei hatte im Vorfeld der FIFA WM 2006™ alles recht vielversprechend ausgesehen: Unter der Leitung ihres kroatischen Trainers Branko Ivankovic konnte die Elf in den Vorbereitungsspielen einige gute Resultate verbuchen: So schlug man Costa Rica und Bosnien-Herzegowina und erreichte ein respektables Unentschieden gegen Kroatien.

Medien und Fans im Iran äußerten sich danach voller Hoffnung, und Trainer Ivankovic heizte in einem Gespräch mit FIFAworldup.com kurz vor Beginn des Turniers den allgemeinen Optimismus noch weiter an: "Unser vorrangiges Ziel war es, uns für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ zu qualifizieren - und das haben wir bereits erreicht. Nun wollen wir Fussballgeschichte schreiben und uns für die zweite Runde qualifizieren." Durchaus ehrgeizige Worte, die Ivankovic aber nicht ohne Grund äußerte.

Zu seinem offensiv ausgerichteten Team zählten neben Bayern Münchens Ali Karimi mit Mehdi Mahdavikia, Vahid Hashemian und Ferydoon Zandi noch drei weitere Bundesliga-Profis - nicht zu vergessen die Stürmerlegende der Nation, den charismatischen Ali Daei.

Verletzungspech

Doch die iranischen Vorbereitungen auf das Turnier verliefen nicht so glatt wie erhofft, weil die Verletzungen einiger Schlüsselspieler Ivankovics Pläne über den Haufen warfen - so war Karimi bei Turnierbeginn nicht in Bestform, und Zandi konnte erst beim letzten, bedeutungslosen Gruppenspiel antreten. Dazu kam, dass die iranische Mannschaft aufgrund ihrer fehlenden Erfahrung auf höchstem internationalen Niveau wie gehemmt auftrat.

Beim 1:3 gegen Mexiko schienen vor und nach der Pause zwei völlig unterschiedliche iranische Teams auf dem Platz gestanden zu haben. In der ersten Halbzeit setzte die Elf ihren Gegner immer wieder mit kühnen Offensivaktionen unter Druck, glich durch Yahya Golmohammadi den mexikanischen Führungstreffer aus und erspielte sich viel mehr Torchancen, als es das 1:1 zur Pause vermuten ließ. In der zweiten Hälfte sorgten jedoch Konzentrationsmängel der iranischen Defensive für die Wende, und Mexiko ergriff seine Chance und erzielte binnen drei Minuten zwei schnelle Tore zum 3:1-Endstand.

"Einige unserer Spieler benötigen einfach etwas mehr internationale Erfahrung, und das hat sich heute vor allem in unserer Defensivleistung gezeigt", meinte Ivankovic nach der Niederlage. Sechs Tage danach spielte Iran bei der 0:2-Niederlage gegen Portugal streckenweise beeindruckenden Fussball, doch der Gegner war über die gesamten 90 Minuten einfach konstanter und ging als verdienter Sieger vom Feld.

Das letzte Spiel gegen Angola schien zur endgültigen Demütigung zu werden, als das Team aus Afrika in Führung ging, doch dank Sohrab Bakhtiarizadehs Kopfballtor stand es am Ende 1:1 - ein Unentschieden, durch das die Spieler wenigstens mit erhobenen Köpfen den Platz verlassen konnten.

Grund zum Optimismus

Letztlich hat der Iran sein selbst gestecktes Ziel - das Erreichen des Achtelfinales - verfehlt; die Mannschaft war sogar noch nicht einmal in der Lage, ihren guten Auftritt beim FIFA-Weltpokal France '98™ zu wiederholen, wo man auf spektakuläre Weise gegen die USA gewann.

Doch trotz des mäßigen Abschneidens bei der FIFA WM 2006™ glaubt der scheidende Ivankovic an einige der jungen Spieler seines Kaders - Spieler, die "sehr talentiert und voller Potenzial sind und die Zukunft des iranischen Fussballs sein werden". Damit meinte er unter anderem den 20-jährigen Verteidiger Hossein Kaabi und den 23-jährigen Mittelfeldspieler Andranik Teymourian, die beide in allen drei Gruppenspielen zum Einsatz kamen.

In seinen fünf Jahren auf der iranischen Trainerbank ist es Ivankovic gelungen, eine Reihe junger Spieler aus der U-23 in die A-Nationalmannschaft zu führen, und von daher hat sein Satz "Ich habe Iran ein Team für die Zukunft geschenkt" durchaus eine Berechtigung. Nach dem Sieg der Portugiesen in Frankfurt äußerte sich auch Portugals Trainer Luiz Felipe Scolari ähnlich begeistert über die iranische Elf: "Sie haben sehr gute Spieler, die physisch sehr stark sind und auch sehr groß. Diese Mannschaft wird das beherrschende Team der Region werden."

Zwar ist Ivankovic ab sofort Vergangenheit, doch egal wer sein Nachfolger wird: Iran dürfte in den nächsten Jahren fussballerisch deutliche Fortschritte machten. Das letzte Wort, und damit der Ausblick in die iranische Zukunft, gehört dem starken Innenverteidiger Rahman Rezaei: "Die WM 2006 war für unsere jungen Spieler keine angenehme Erfahrung. Doch jetzt haben wir genug Zeit, uns vorzubereiten und bei der nächsten FIFA Fussball-Weltmeisterschaft einiges besser zu machen."