FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

9 Juni - 9 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™

Gruppe B: England und Schweden wie erwartet im Achtelfinale

Der Einzug von England und Schweden in die nächste Runde war allgemein erwartet worden. Von Paraguay hatte man sich allerdings etwas mehr erhofft. WM-Neuling Trinidad und Tobago hat indes die Fussballwelt nicht enttäuscht. Mit dem Unentschieden gegen Schweden und einer tapferen Gegenwehr in der Partie gegen England sorgte das Team aus der Karibik für eine der größten Überraschungen in der Vorrunde von Deutschland 2006.

Es bleibt anzumerken, dass in dieser Gruppe die wenigsten Tore (zehn Treffer) in der gesamten Vorrunde erzielt wurden. Im Achtelfinale trifft England am 25. Juni in Stuttgart auf Ecuador, während Schweden am 24. Juni in München gegen die DFB-Elf antreten muss.

England und Schweden als Minimalisten

England sicherte sich auf pragmatische Weise das Achtelfinal-Ticket. Gegen Paraguay profitierten die Engländer lediglich von einem Eigentor durch Carlos Gamarra, dem erfahrenen Kapitän der Südamerikaner. Und in der Partie gegen Trinidad und Tobago konnten sie erst in der Schlussphase dank zweier Treffer von Peter Crouch und Steven Gerrard alles klar machen. Im abschließenden Spiel gegen Schweden, bei dem es nur noch um den Gruppensieg ging, sorgte vor allem der erstaunlich spielfreudige Wayne Rooney nach überstandener Verletzung für positive Akzente. Stark überschattet wurde diese gute Nachricht jedoch durch den Ausfall von Michael Owen, bei dem inzwischen ein Kreuzbandriss diagnostiziert wurde, der ihn zu einer mehrmonatigen Pause verurteilt. Die Tatsache, dass mit Joe Cole und Steven Gerrard zwei Mittelfeldspieler gegen Schweden trafen, verdeutlicht die Probleme, die Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson zurzeit im Offensivbereich hat.

Für Schweden begann das Turnier im Auftaktmatch gegen Trinidad und Tobago (0:0) mit einem klassischen Fehlstart. Den Skandinaviern ist jedoch zugute zu halten, dass sie in der Folge nicht aufstecken. Zunächst war es Fredrik Ljungberg, der mit seinem späten Treffer (89. Min.) gegen Paraguay seiner Mannschaft den ersten Sieg in Deutschland 2006 bescherte, und in der Partie gegen England gelang Henrik Larsson wiederum kurz vor Schluss (90. Min.) noch der Ausgleichstreffer zum 2:2-Endstand.

Trinidad und Tobago überrascht, Paraguay enttäuscht

Bei seiner ersten WM-Teilnahme überhaupt überraschte das Team aus dem karibischen Inselstaat durch sein erfrischend offensives Spiel und übertraf damit alle Erwartungen. Lediglich im Abschluss mangelte es der Mannschaft an der nötigen Konsequenz und Entschlossenheit. Die Albirrojos aus Paraguay unterlagen zwei Mal denkbar knapp mit 0:1, wobei sie gegen England schon sehr früh (3. Min.) durch ein Eigentor in Rückstand gerieten, während sie sich gegen Schweden erst in der vorletzten Spielminute (89.) geschlagen geben mussten. Die Mannschaft von Nationaltrainer Aníbal Ruiz, die es bei den vorangegangenen Auflagen des FIFA-Weltpokals™ (Frankreich 1998 und Korea/Japan 2002) bis ins Achtelfinale geschafft hatte, konnte dieses Mal nicht überzeugen.

Bestes Spiel: England – Schweden 2:2

Es war eine über weite Strecken offene und kampfbetonte Partie mit vier Toren und reichlich Spannung. Zwei Treffer fielen erst in den letzten fünf Minuten. Besonders hervorzuheben ist das Tor von Joe Cole, der mit einem Sonntagsschuss den englischen Führungstreffer erzielte. Trauriger Höhepunkt war dagegen die schwere Verletzung von Michael Owen, die dieser sich unmittelbar nach Beginn des Spiels zuzog. Vor der Partie waren also alle Voraussetzungen dafür gegeben, dass diese Begegnung zum Topspiel der Gruppe B werden würde. Folglich ist es auch kein Zufall, dass beide Mannschaften jetzt im Achtelfinale stehen.