FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

12 Juni - 13 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™

Godín: Verteidiger mit großem Torriechter

Diego Godin of Uruguay celebrates scoring
© Getty Images

Mit seinem Tor gegen den FC Barcelona am 17. Mai brachte Diego Godín das Camp Nou zum Schweigen und sicherte Atlético Madrid den Meistertitel. Sein Tor gegen Italien am 24. Juni ließ die Arena das Dunas in Natal in Jubel ausbrechen und bescherte Uruguay den Einzug ins Achtelfinale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™.

Dabei besteht seine eigentliche Aufgabe darin, gegnerische Tore zu verhindern. Doch der Verteidiger zeichnete sich zuletzt gleich für so manchen historischen Treffer verantwortlich. Und Godín trifft immer per Kopf. Das ist seine Spezialität, wie er kürzlich auch im Finale der UEFA Champions League bewies.

"Ich habe das Glück gehabt, in diesem Jahr wichtige Tore zu machen. Doch ich sage immer, dass man das Beste für sein Team geben muss. Und es ist das Team, das deine Arbeit unterstützt. Sowohl bei Atlético wie auch hier war es beeindruckend, welchen Einsatz die ganze Mannschaft geleistet hat", sagte Godín im Gespräch mit FIFA.com, nachdem Uruguay den vierfachen Weltmeister aus dem Turnier in Brasilien geworfen hatte. "Heute haben wir eine von denen Partien hingelegt, die in die Geschichte eingehen. Ein Spiel, wie man es sich erträumt. Es ist eine große Freude für das ganze Land."

Ein Traumspiel war es vor allem aufgrund der Dramatik. Denn bis zur 80. Minute war die Celeste ausgeschieden und fand keine Lücke im Defensivverbund der Italiener. "Wir wussten, dass es so sein würde. Italien stand solide, doch wir hielten durch und versuchten es weiter. Denn wir wussten, dass unser Moment kommen würde", sagte der Verteidiger nach einer Partie, in der nicht ein einziger seiner Pässe sein Ziel verfehlte. 33 von 33 Zuspielen kamen beim Adressaten an.

Mit Kampfgeist und Köpfchen
Der Moment kam schließlich in der 81. Minute. Gaston Ramirez schlug einen Eckstoß, Godín schraubte sich in die Höhe und traf "mit dem Ohr, mit der Schulter, mit Allem! Denn ich sprang und war zu hoch und zu weit hinten. Nun, ich legte rein, was ging", sagte der Spieler lächelnd, der heute die Kapitänsbinde trug.

Diese Ehre gebührt normalerweise Diego Lugano, der verletzt aussetzen musste und die Partie gespannt von der Bank aus verfolgte. Der blonde Verteidiger legte den Sprint seines Lebens hin, um den Torschützen gleich nach dem Schlusspfiff als Erster zu umarmen. "Er sagte, dass ich es verdient hätte, dass ich ein Großer sei und es so kommen musste", teilte Godín mit uns diesen Moment. Gerührt ergänzte er: "Es erfüllt einen mit Stolz, wenn der Kapitän das zu dir sagt, doch wir haben es gemeinsam geschafft."

Nach jenem anderen Tor im Camp Nou sagte Godín, dass er Ghiggia verstehen könne, als dieser beim "Maracanazo" traf. Was fühlt er heute in einer Situation, die zu Vergleichen einlädt. "Damals sagte ich es aufgrund der Tatsache, ein Stadion mit so vielen Menschen zum Schweigen zu bringen. Heute ein Tor geschossen zu haben, ist etwas anderes. Es ist schwer zu erklären. Es ist eine immense Freude, ich bin wahnsinnig stolz. Und das ist ein Gefühl, dass mein ganzes Land haben sollte."

"Es war sehr schwer, weiterzukommen, fast eine Heldentat. Denn es ist ein Wunder, was wir nach diesem Turnierstart noch geschafft haben. Und jetzt dürfen wir nur ans Achtelfinale denken, nicht weiter. Mit sportlichem Respekt vor allen, doch ohne Angst vor niemandem", sagte er abschließend. Und falls die Situation kompliziert wird, kann sich Uruguay auf seinen bedeutendsten Kopf verlassen.

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