FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

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9 Juni - 9 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™

Ghana setzt alles auf eine Karte, Tschechen grübeln

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie am Samstag auflaufen, aber dennoch standen die tschechischen Stürmer Milan Baros und Jan Koller im Mittelpunkt des Interesses als die Trainer Ratomir Dujkovic (Ghana) und Karel Brückner (Tschechische Republik) vor ihrem zweiten Gruppenspiel mit der Presse sprachen.

Die Verletzung, die sich Koller am Ende der ersten Halbzeit gegen die USA zuzog, hinterließ nach dem tadellosen 3:0-Erfolg der Tschechen im Auftaktspiel einen etwas bitteren Nachgeschmack. Da Milan Baros aufgrund einer Fußverletzung wohl für ein weiteres Spiel ausfallen wird, sieht alles danach aus, als müsse Nationaltrainer Karel Brückner ohne einen erfahrenen Nationalspieler als Sturmspitze gegen Ghana antreten.

"Die Informationen über die Situation von Koller und Baros sind nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, und ich werde erst kurz vor dem Anstoß bekannt geben, wer spielt", so der Tscheche am Freitag auf der Pressekonferenz gegenüber Reportern. "Dieses Spiel wird noch schwerer als das erste, weil die Ghanaer für ihr gutes Passspiel bekannt sind und über drei sehr gute Mittelfeldspieler verfügen."

Obwohl Brückner Jan Koller sehr wohl durch Vratislav Lokvenc, einen weiteren hoch aufgeschossenen Stürmer, ersetzen kann, räumt Dujkovic ein, dass der Ausfall des Stammspielers durchaus eine Taktikänderung zur Folge haben kann, auf die sich sein Team dann einstellen muss. Dujkovic hat in seiner Mannschaft derzeit keinerlei Verletzungsprobleme.

"Die Tschechische Republik hat hervorragende Einzelspieler wie Baros und Koller, aber sie verfügt außerdem noch über 21 weitere gefährliche Akteure", sagt er. "Natürlich ist der Ausfall von ein oder zwei Spielern nicht ohne, weil das die Mannschaftsstrategie durcheinanderbringen kann. Aber die Tschechen haben einen starken Kader und können das ausgleichen."

"Sie sind im Vorteil, weil sie bereits drei Punkte auf dem Konto haben und wir noch keinen. Wir haben im ersten Spiel kein Tor erzielt, aber ich hoffe und glaube, dass wir gegen die Tschechen ein paar Mal treffen."

Premiere für die Afrikaner

Sollte Ghana morgen gewinnen, dann wäre das der erste Sieg einer afrikanischen Mannschaft in diesem Wettbewerb.

"Alle afrikanischen Mannschaften hatten im Auftaktspiel starke Gegner, und deshalb haben sie bisher noch nicht gewonnen", so Dujkovic. Er will jedoch keine Missverständnisse aufkommen lassen. "Ich will damit nicht sagen, dass afrikanische Mannschaften schwach sind, sondern glaube, dass es in den zweiten Partien besser laufen wird. Alle unsere Spieler sind jetzt in Europa, in taktischer Hinsicht kann man ihnen nichts vormachen, und sie können sich an jede Situation anpassen."

Der tschechische Schlussmann Petr Cech, der es mit Michael Essien, seinem Teamkollegen von Chelsea aufnehmen muss, erwartet ein hartes Spiel.

"Natürlich habe ich keine Angst davor, gegen Essien anzutreten", sagt er. "Ich habe viel Respekt vor all ihren Spielern, denn sie haben große Spielerpersönlichkeiten im Team. Wir müssen sehr konzentriert sein, um uns die drei Punkte zu sichern."

Der 24-jährige Essien, der inzwischen für viele der Beste seiner Zunft ist, fühlt sich den Herausforderungen des Turniers gewachsen.

"Ich glaube, ich habe genug Erfahrung, um bei einer WM zu spielen", sagt er. "Wenn man für Chelsea spielt, muss man viel Druck aushalten. Das ist eine gute Schule. Um Erfolg zu haben, muss man mental stark sein. Das gilt für die Mannschaft als ganzes und für die einzelnen Spieler."

Ohne die beiden besten Stürmer wird die Tschechische Republik wohl noch stärker auf ihren Torhüter vertrauen müssen, um die "Black Stars" am Torerfolg zu hindern und sich so einen Platz in der zweiten Runde zu sichern.

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