FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

9 Juni - 9 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™

Gala von Klose und Podolski, Rodriguez mit Traumtor

DER TAG IM RÜCKBLICK: Es war ein fantastisches Spiel mit einem fantastischen Schlusspunkt. Mit einem Traumtor schoss Maxi Rodriguez Argentinien ins Viertelfinale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™, in dem die Südamerikaner nun auf den Gastgeber treffen.

Die Argentinier und ihr leidenschaftlichster Fan Diego Maradona hüpften vor Freude, als sie die ebenbürtigen Mexikaner nach Verlängerung mit 2:1 besiegt hatten. Die Deutschen hatten es beim souveränen 2:0 gegen Schweden wesentlich leichter.

Bei den Argentiniern waren in Leipzig alle großen Namen wieder an Bord, nachdem José Pekerman beim letzten Gruppenspiel einigen Stammspielern eine Pause gegönnt hatte. Die Nachwuchsstars Lionel Messi und Carlos Tevez blieben daher auf der Bank, doch ihre Zeit sollte noch kommen, denn trotz aller Kreativität im Kurzpassspiel fehlte diesmal der entscheidende Kick, und für den sind diese außergewöhnlichen Talente immer gut.

Am Samstag spielte ein ganz anderes Mexiko als beim 0:0 gegen Angola oder bei der Niederlage gegen Portugal. Wenn die Mittelamerikaner gegen einen der großen Rivalen aus dem Süden antreten müssen, wachsen sie regelmäßig über sich hinaus, und auch diesmal schockierten sie den zweimaligen Weltmeister mit der frühen Führung: nach einer eingeübten Standardsituation hatte Rafael Marquez am langen Pfosten freie Bahn und traf zum 1:0. Doch nur vier Minuten später hatte Argentinien ausgeglichen: Hernan Crespo stürmte Juan Riquelmes Eckstoß entgegen und bugsierte den Ball unter Mithilfe des Mexikaners Jared Borgetti über die Linie.

Damit war der Boden für eine packende Auseinandersetzung bereitet. Mexiko ließ dem Gegner ebenso wenig Raum wie fast genau ein Jahr zuvor in Hannover im Halbfinale des FIFA Konföderationen-Pokals. Damals wurde das Spiel im Elfmeterschießen entschieden, und danach sah es auch am Samstag schon fast aus.

Spieler des Tages

Miroslav Klose – Kein Torschütze, sondern Vorbereiter

Schon nach vier Minuten lagen die Schweden nach einem tollen Angriffszug der Deutschen hinten. Michael Ballack hatte mit viel Übersicht in die Spitze gespielt, Miroslav Klose war elegant zwischen zwei Verteidigern hindurch geschlüpft. Sein Schuss wurde vom stark aufgelegten Andreas Isakkson abgewehrt, Lukas Podolski staubte ab.

Die zahllosen in Schwarz, Rot und Gold bemalten Gesichter im Stadion und die weiteren Millionen bei den FAN FESTEN überall in Deutschland grinsten jetzt breit. Und dazu hatten sie auch in den restlichen 86 Minuten allen Grund, denn der deutsche Sieg geriet nie in Gefahr.

Tor des Tages

  • Maxi Rodriguez – wieder ein spektakulärer argentinischer Treffer*

Es schien schon, nur ein Wundertor könnte das Spiel gegen Mexiko entscheiden – und so kam es auch. Lionel Messi, der zusammen mit Carlos Tevez und Pablo Aimar eingewechselt worden war, verlagerte das Spiel geschickt auf die linke Seite. Von dort flankte Juan Sorin präzise wieder hinüber zum rechten Strafraumeck, wo Maxi Rodriguez den Ball von der Brust abtropfen ließ und ihn dann volley unhaltbar in den Winkel donnerte.

Ein harter Schlag für die Mexikaner, die sich mit viel Einsatz und Spielwitz als ebenbürtiger Gegner gezeigt hatten. Doch beim Schlusspfiff stand wieder einmal fest: zum vierten Mal hintereinander ist für Mexiko im WM-Achtelfinale Schluss.

Vier Stunden zuvor ließen sich die Schweden leichter überwinden als erwartet. Eigentlich war diese Mannschaft für ihre Ausdauer und Kampfkraft bekannt. Doch schon die ersten Minuten zerstörten all ihre Pläne und Absichten.

Augenblick des Tages

Jürgen Klinsmanns Freudensprung

Die schwedische Taktik war offenbar ganz und gar nicht aufgegangen, denn Jürgen Klinsmanns Team diktierte das Spiel nach Belieben. Nach zwölf Minuten folgte eine weitere herrliche Zusammenarbeit zwischen Klose und Podolski. Der Bremer zog, den Ball eng am Fuß, drei Gegenspieler auf sich, und passte dann zurück zu Podolski, der aus rund 13 Metern unwiderstehlich einschoss. Vor der Bank ließ Klinsmann seinen Gefühlen freien Lauf: Stolz und Freude paarten sich in seinem Jubel. Er hat als Trainer immer an seine Mannschaft geglaubt, und jetzt weiß er, dass alle seine Landsleute seinen Glauben teilen.

Schwedens Henrik Larsson vergab noch einen Elfmeter, den er weit über das Tor jagte. Zu diesem Zeitpunkt spielte seine Mannschaft nur noch mit zehn Mann, denn Verteidiger Teddy Lucic hatte kurz vor der Pause die zweite Gelbe Karte gesehen und musste somit vorzeitig vom Platz. Es war nicht der Tag der Skandinavier, ebenso wenig wie Mexikos. Doch für Deutschland und Argentinien geht der Traum weiter – und ihr Aufeinandertreffen in Berlin am Freitag darf mit Spannung erwartet werden.