FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

9 Juni - 9 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™

Fröhlicher Freitag für Frankreich, Schweiz und Ukraine

DER TAG IM RÜCKBLICK: Jeder Franzose erinnert sich noch genau daran, wo er am 11. Juni 2002 war und wie schrecklich er sich an diesem Tag fühlte. Soeben war der Titelverteidiger sang- und klanglos beim FIFA-Weltpokal Korea/Japan 2002™ ausgeschieden - nach zwei Niederlagen und einem Unentschieden musste Frankreich als Gruppenletzter die Heimreise antreten, und die Mannschaft hatte in diesen zwölf Tagen in der fussballerischen Vorhölle noch nicht einmal ein einziges Tor erzielen können.

Auch heute war die Furcht vor einem ähnlich demütigenden Erstrunden-Aus wieder in allen Köpfen. Über 50 Minuten lang gelang es dem Team nicht, dem Spiel gegen Togo seinen Stempel aufzudrücken, während ihr afrikanischer Gegner mit der Aussicht auf die ersten Punkte bei einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ immer motivierter und selbstbewusster spielte. Ein 2:0-Sieg brachte Frankreich letztlich sicher ins Achtelfinale, doch dafür musste die Mannschaft sehr hart kämpfen.

In der Runde der letzten 16 trifft die Elf nun auf Spanien - in einem rein europäischen Duell, das eine faszinierende Konfrontation zu werden verspricht. Den Gruppensieg in Gruppe H erkämpfte sich verdient die Schweiz, und zwar mit einem 2:0-Sieg über die Republik Korea , durch den das Team erstmals seit dem FIFA-Weltpokal USA 1994™ wieder ins Achtelfinale einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ einzog. In Kombination mit Frankreichs Erfolg sorgte dieses Ergebnis dafür, dass die Koreaner dieses Mal schon nach den Gruppenspielen die Koffer packen müssen. Auf die Schweizer wartet nun die Elf der Ukraine, die Tunesien mit 1:0 besiegte.

Frankreich musste gewinnen - etwas, das dem Team seit fünf Spielen bei einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ nicht mehr gelungen war, seit jenem denkwürdigen Sommerabend in Paris 1998, als die Equipe Tricolore auf dem Höhepunkt ihres Könnens Brasilien im WM-Finale mit 3:0 bezwungen hatte. Und bei einem Unentschieden zwischen Korea Republik und der Schweiz hätte der Erfolg mindestens mit zwei Toren Unterschied ausfallen müssen...

In beiden Stadien entwickelten sich schnelle und hart umkämpfte Spiele - drei Mannschaften wollten unbedingt gewinnen, um weiterhin im Turnier bleiben zu können, und das vierte Team wollte sich nicht ohne einen Sieg von der FIFA WM 2006™ verabschieden.

In der ersten Halbzeit tat sich Frankreich sehr schwer mit seinem unangenehmen Gegner. Franck Ribéry - Ersatzmann für den gesperrten Zinédine Zidane, der seinen fussballerischen Ruhestand jetzt um ein paar Tage nach hinten verschieben kann - entwickelte sich mit seinen schnellen Vorstößen und seiner guten Ballkontrolle zwar zu einem Albtraum für die Defensive Togos, doch seine Nachlässigkeit im Abschluss bereitete auch seinen Teamkameraden Kopfzerbrechen.

Schon gegen Mitte der ersten Halbzeit hatte Ribéry einen Ball in die Wolken gejagt, und als er das gleiche Kunststück in der 53. Minute noch einmal wiederholte, begannen sich die ersten Zweifler ernsthaft zu fragen, ob es wieder ein schwarzer Tag für Les Bleus werden würde. Vor der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ hoch oben in den Alpen - und jetzt, noch bevor es im Turnier richtig ernst wird, fast schon wieder tief unten im Tal der Tränen.

Spieler des Tages

Patrick Vieira – ein Tor und eine schöne Vorlage

Eines musste man Ribéry lassen: Er ließ sich nicht entmutigen, trieb sein Team nach vorne und zwang Togo in die Defensive. Mit der zweiten kläglich vergebenen Großchance noch vor Augen, versuchte er wenig später nicht erneut selbst einen Torschuss, sondern passte den Ball zu Patrick Vieira, der ihn aus der Drehung in die Maschen jagte. Sechs Minuten später setzte Vieira sich mit verblüffender Kraft und viel Einsatz in einem Kopfballduell durch und legte den Ball Thierry Henry vor, der eiskalt einschoss - Vive la France!

Die sportlichen Erfolge der Schweizer Nationalelf verliefen bei diesem Turnier ruhig und unspektakulär, doch bis jetzt hat das Team bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ noch kein Tor zugelassen und dürfte voller Selbstbewusstsein in das Achtelfinal-Duell mit der Ukraine gehen. Korea Republik hielt gut dagegen und erspielte sich seinerseits einige gute Chancen, doch die Schweizer machten einfach mehr aus ihren Möglichkeiten.

Tor des Tages

  • Philippe Senderos – ein wichtiges Tor und drei Mal zu Null*

Philippe Senderos erzielte den Führungstreffer für die Eidgenossen: Nach einem Freistoß von Hakan Yakin stieg er hoch in die Luft und jagte den Ball mit einem wuchtigen Kopfstoß in die Maschen - er prallte allerdings danach auch gegen die Stirn von Choi Jin-Cheul, was beiden eine Platzwunde einbrachte. Doch der Schmerz war es wert, und in der zweiten Hälfte schraubte Alexander Frei das Ergebnis auf 2:0.

Nachdem sie bei ihrem WM-Debüt gegen Spanien eine herbe Niederlage hatte einstecken müssen, bewies die Mannschaft der Ukraine bemerkenswerte Stabilität und glich schon mit dem nächsten Spiel gegen Saudiarabien ihr negatives Torkonto von 0:4 Toren wieder aus. Das bedeutete, dass der Elf in Berlin bereits ein Unentschieden zum Weiterkommen genügt hätte - wogegen Gegner Tunesien unbedingt gewinnen musste, um als zweiter Vertreter Afrikas neben Ghana ins Achtelfinale einzuziehen.

Doch die tunesische Mannschaft war nicht in der Lage, sich zu steigern - in einem Spiel, das sicher nicht zu den besten Partien dieser aufregenden ersten zwei Turnierwochen gehörte. Gegner Ukraine war das egal, vor allem nachdem Andriy Shevchenko mit seinem Elfmeter das 1:0 und damit das Erreichen des großen Ziels sichergestellt hatte.

Augenblick des Tages

Andriy Shevchenko feiert mit seinen Fans

Nach dem Schlusspfiff kehrte der zuvor ausgewechselte Shevchenko aufs Feld zurück, um seine Mannschaftskameraden zu umarmen, bevor das Team dann geschlossen in die Ecke der ukrainischen Fans lief, um dort an den Jubelfeiern teilzunehmen.

Unterdessen gewann Spanien in Kaiserlautern sein drittes Spiel bei dieser FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ und baute damit seine Serie von Länderspielen ohne Niederlage auf 25 Partien aus. Trotz elf (!) Umstellungen im Team beherrschte Spanien Saudiarabien klar und siegte mit 1:0 durch einen Kopfball von Innenverteidiger Juanito, der im Anschluss an die Partie als Anheuser Busch Bud Man of the Match geehrt wurde.