FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

11 Juni - 11 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™

Friedrich hofft auf "Schuss vor den Bug"-Effekt

Arne Friedrich of Germany speaks to the media
© Getty Images

Die Enttäuschung war ihnen in den Gesichtern deutlich anzumerken. Brutal ist die junge deutsche Mannschaft bei der FIFA WM 2010 in Südafrika auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden. Nach der 0:1-Niederlage gegen Serbien im zweiten Spiel der Gruppe D an diesem Freitagnachmittag lag in den Katakomben des Stadions von Port Elizabeth vor allem Frust und Ernüchterung in der Luft. Dennoch versuchten die Schützlinge von Bundestrainer Joachim Löw, die zum Turnierauftakt noch mit einer 4:0-Torgala gegen Australien geglänzt hatten, das Positive zu sehen.

"Wer weiß, für was dieser Rückschlag gut war. Es ist besser, zu diesem Zeitpunkt zu verlieren, als in der Hauptrunde", erklärte Arne Friedrich im exklusiven Gespräch mit FIFA.com. Der Innenverteidiger von Hertha BSC gehört mit seinen 74 Länderspielen zu den erfahrensten Akteuren im Team des dreimaligen Weltmeisters und weiß nur zu gut, was jetzt zu tun ist, damit am kommenden Mittwoch im entscheidenden Duell mit Ghana das Achtelfinalticket gelöst werden kann: "Jetzt ist für uns der Zeitpunkt gekommen, Vollgas zu geben. Wir müssen dieses Spiel gewinnen. Das ist vielleicht auch das Gute an dieser Situation."

Eine schwierige Lage
Über die erbrachte Leistung des Löw-Ensembles zeigte sich der 31-Jährige weniger enttäuscht als über das niederschmetternde Resultat. "Trotz allem muss man sagen, dass wir von Anfang an das Spiel bestimmt haben, stark in den Zweikämpfen waren und bis zum Schluss kämpften. Wir haben Moral gezeigt", so Friedrich, auf dessen Schultern sicherlich nun auch ein Teil des Druckes lastet, die "Jungen Wilden" um die Offensivkräfte Mesut Özil und Thomas Müller wieder aufzurichten. "Es ist eine schwierige Lage, aber das Schöne daran ist, dass wir in relativ kurzer Zeit Wiedergutmachung betreiben können. Darauf blicken wir nun!"

Deutschlands 21 Jahre altes Spielmacherjuwel Mesut Özil ist einer jener Akteure, denen man die Sprachlosigkeit nach der Niederlage gegen die clever agierenden Serben ganz besonders anmerkte. "Ich denke, wir waren über die gesamte Spieldauer die klar bessere Mannschaft", diktierte er mit ein paar wenigen Worten der wartenden Journaille in die Blöcke und Mikrophone. Seine spielerische Leichtigkeit kam in Port Elizabeth weniger zur Geltung als noch in Durban, wo er gegen die Australier mit seiner technischen Extraklasse phasenweise brillieren konnte.

Sein ein Jahr jüngerer Mannschaftskollege Thomas Müller war da schon gefasster: "Wir haben nicht schlecht gespielt. Auch in Unterzahl haben wir wenig zugelassen. Diese Niederlage ist halt einfach ärgerlich", so der Senkrechtstarter von Bayern München exklusiv gegenüber FIFA.com. "Ich kann nur sagen: Kopf hoch und auf Ghana schauen!"

Es ist diese Unbekümmertheit, die das deutsche Ensemble bei dieser WM schlichtweg unberechenbar macht. Schon am Abend vor dem Serbien-Spiel gab Löw in der Abschluss-Pressekonferenz zu bedenken, dass man von seinen geschliffenen Diamanten noch keine konstanten Topleistungen erwarten dürfe und noch nicht wisse, wie die jungen Akteure in Extremsituationen reagieren. Nun muss der Bundestrainer von seinen Schützlingen eine Reaktion erwarten.

"Wir müssen schauen, dass wir den Kopf jetzt wieder frei kriegen", sagte Mittelfeldstratege Bastian Schweinsteiger im Interview mit der FIFA. Vielleicht ist gerade die jugendliche Frische, die gegen das erfahrene Serbien stolperte, beim Aufarbeiten des Geschehens und im Verarbeiten der verlorenen Punkte Gold wert. Manchmal kann es im Fussball bekanntlich lähmend sein, sich zu viele Gedanken zu machen. Özil und Co. brennen aber vermutlich jetzt schon wieder darauf, rauszugehen, zu spielen und den schmerzhaften Rückschlag einfach nur vergessen zu machen.

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