FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™

14 Juni - 15 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018™

Abwehrhelden hoffen auf weitere Glanztaten in Russland

© AFP
  • Wir werfen einen Blick auf die besten Defensivleistungen der Qualifikation für Russland
  • Marokko kassierte in acht Spielen nur ein Gegentor
  • Spanien und England konnten in Europa die beste Bilanz vorweisen

Wir befinden uns in einer Ära des Offensivfussballs, und das letzte Jahrzehnt stand ganz im Zeichen der fast schon übermenschlichen Torrekorde von Cristiano Ronaldo und Lionel Messi. Im europäischen Klubfussball begeistern einige Teams der Weltelite mit schnellem Gegenpressing und couragiertem Angriffsfussball, der in vielen Toren resultiert. Das Verteidigen als Kunstform scheint dabei vollkommen in Vergessenheit geraten zu sein.

Allerdings konnten während der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018™ gleich mehrere Mannschaften erstaunliche Defensiverfolge verbuchen. FIFA.com möchte die Glanzleistungen von Akteuren in den Blickpunkt rücken, die sonst eher im Schatten stehen. Wir beleuchten die Highlights der Defensivstatistiken der WM-Qualifikation – Kontinent für Kontinent.

AFRIKA

Marokko

8 Spiele, 1 Gegentor

Alle 8 Spiele ein Gegentor

Die beste Defensivbilanz von allen 32 WM-Teilnehmern hatte die marokkanische Mannschaft unter Nationaltrainer Hervé Renard zu verzeichnen. Sie musste in acht Spielen nur einen einzigen Gegentreffer hinnehmen, und zwar in der zweiten Runde der Afrika-Qualifikation bei der 0:1-Niederlage gegen Äquatorial-Guinea im November 2015. Das bedeutet, die Marokkaner hielten ihren Kasten während der gesamten dritten Runde, also neun Fussballstunden lang, sauber.

Bester Torhüter

Munir: 720 Einsatzminuten, 1 Gegentor während seiner Einsatzzeit

Bester Verteidiger

Medhi Benatia: 621 Minuten, 1 Gegentor

© AFP

Marokkos Top-Torwart Munir

ASIEN

IR Iran

18 Spiele, 5 Gegentore

Alle 3,6 Spiele ein Gegentor

Da die Bilanz der IR Iran mehr Spiele umfasst, ist sie fast so beeindruckend wie die Marokkos. Nachdem das Team von Carlos Queiroz in Gruppe D der zweiten Qualifikationsrunde drei Gegentreffer kassiert hatte, blieben die Iraner bemerkenswerte 18 Stunden und 41 Minuten ohne Gegentor. Die Serie erstreckte sich über einen Zeitraum von fast zwei Jahren. Sie endete im letzten Drittrundenspiel der Gruppe A gegen Syrien, in dem der Torwart zweimal hinter sich greifen musste.

Bester Torhüter

Ali Beiranvand: 1062 Einsatzminuten, 2 Gegentore während seiner Einsatzzeit

Bester Verteidiger

Jalal Hosseini: 794 Einsatzminuten, 1 Gegentor während seiner Einsatzzeit

Die IR Iran zählte im Juni 2017 neben Gastgeber Russland zu den ersten Mannschaften, die sich das WM-Ticket sicherten.

EUROPA

England

10 Spiele, 3 Gegentore

Alle 3,3 Spiele ein Gegentor

Die Three Lions starteten mit einer Defensivbilanz der Superlative in den Qualifikationswettbewerb. In den ersten fünf Spielen mussten sie keinen einzigen Gegentreffer hinnehmen, und im Juni 2017 waren sie eine von insgesamt zwei Mannschaften, die noch immer eine blütenweiße Weste hatten. Dann zappelte der Ball gegen Schottland im Hampden Park nach zwei fabelhaften Freistößen von Leigh Griffiths zweimal im Netz. Anschließend musste der englische Schlussmann nur noch einmal hinter sich greifen: Im September 2017 jagte der Slowake Stanislav Lobotka die Kugel in Wembley in die Maschen.

Bester Torhüter

Joe Hart: 810 Einsatzminuten, 3 Gegentore während seiner Einsatzzeit

Bester Verteidiger

John Stones: 630 Minuten, 0 Gegentore

© Getty Images

Englands Fels in der Brandung: John Stones

Spanien

10 Spiele, 3 Gegentore

Alle 3,3 Spiele ein Gegentor

La Roja teilt sich die beste Defensivbilanz Europas mit England, sammelte auf dem Weg nach Russland jedoch mehr Punkte (28 im Vergleich zu 26) und erzielte doppelt so viele Tore (36 im Vergleich zu 18) als die Mannen von der Insel. Der ehemalige Torhüter Julen Lopetegui verhalf David de Gea zu seinem Debüt in der WM-Qualifikation, und der Keeper von Manchester United hielt seinen Kasten in den neuen Spielen, die er zwischen den Pfosten stand, sechsmal sauber.

Bester Torhüter

David de Gea: 810 Einsatzminuten, 3 Gegentore

Bester Verteidiger

Sergio Ramos: 710 Minuten, 3 Gegentore

NORD- UND MITTELAMERIKA

Mexiko

16 Spiele, 8 Gegentore

Alle 2 Spiele ein Gegentor

El Tri stieg in der vierten Runde der CONCACAF-Qualifikation in den Wettbewerb ein und kassierte in dieser Runde in Gruppe A in sechs Spielen nur ein einziges Gegentor. In der nächsten Runde, der sogenannten Hexagonal, wurde die Abwehr der Mexikaner siebenmal überwunden. Vier dieser Tore fielen allerdings in den drei Spielen, die nach der erfolgreichen Qualifikation für Russland 2018 stattfanden.

Bester Torhüter

Guillermo Ochoa: 720 Einsatzminuten, 5 Gegentore

Bester Verteidiger

Hector Moreno: 1125 Minuten, 5 Gegentore

Guillermo 'Memo' Ochoa hatte bereits bei der FIFA-WM 2014 eine absolute Glanzleistung gegen Gastgeber Brasilien hingelegt.

SÜDAMERIKA

Brasilien

18 Spiele, 11 Gegentore

Alle 1,63 Spiele ein Gegentor

Die Qualifikation der Seleção für Russland lässt sich in zwei Phasen unterteilen: die Zeit vor und die Zeit nach Tites Amtsübernahme. Gleiches gilt für die Bilanz der Defensive. Bevor er das Ruder übernahm, hatte Brasilien acht Gegentore in sechs Spielen kassiert. Nach seiner Ankunft ließ das Team nur drei Gegentreffer in zwölf Spielen zu. Würde man diese Bilanz auf die gesamte Qualifikation hochrechnen, dann hätten die Brasilianer nur alle vier Spiele ein Gegentor kassiert und zählten damit unter den 32 WM-Teilnehmern zu den besten Teams.

Bester Torhüter

Alisson: 1440 Einsatzminuten, 9 Gegentore während seiner Einsatzzeit

Bester Verteidiger

Miranda: 1482 Minuten, 10 Gegentore

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