FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

9 Juni - 9 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™

Frankreich und Italien: Neue Erkenntnisse gesammelt

Je näher die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ rückt, desto engagierter werden die Testspiele geführt. Bester Beleg sind die beiden Begegnungen vom Dienstag zwischen Italien und der Schweiz in Genf einerseits und zwischen Frankreich und Dänemark in Lens andererseits.

Dreieinhalb Monate nach seinem Wadenbeinbruch hat Italiens Nationalmannschaft ihren Mittelfeldregisseur wieder: Gegen solide Schweizer feierte Francesco Totti beim 1:1 sein lang ersehntes Comeback. Auch bei der Schweiz gab es eine Rückkehr zu feiern. Hakan Yakin wurde nach einer Stunde eingewechselt. Die Italiener war ganz offensichtlich bemüht, endlich wieder auf sportlicher Ebene von sich reden zu machen. Die Azzurri präsentierten sich im klassischen 4-3-1-2 mit Totti in der Zentrale und Alessandro Del Piero sowie Alberto Gilardino im Sturm. Gilardino war es dann auch, der nach punktgenauer Hereingabe von Fabio Grosso die Führung erzielte.

Aber ohne die leicht verletzten Gianluca Zambrotta und Alessandro Nesta ließ die Abwehr der Italiener anschließend jede Menge Platz für Daniel Gygax, der mit einem herrlichen Schuss von außerhalb des Strafraums den Ausgleich markierte. Das Spiel war geprägt vom körperlichen Einsatz und gelegentlich überhartem Einsteigen. Nach dem Wechsel ging jedoch durch zahlreiche Wechsel Köbi Kuhns und Marcello Lippis der Rhythmus verloren. Die Begegnung hat aber gezeigt, dass die Schweiz in Deutschland keinesfalls ein unsicherer Kantonist ist und Italien trotz jetzt 17 Spielen ohne Niederlage erst einmal Stabilität in der Abwehr braucht, ehe es sich nach vorne orientieren kann.

Frankreichs Trainer Raymond Domenech tauschte seinerseits den kompletten Sturm aus. Statt David Trezeguet und Djibril Cissé, die noch am Samstag beim 1:0 gegen Mexiko den Angriff gebildet hatten, liefen diesmal Thierry Henry und Louis Saha auf.

Eine Entscheidung, die sich schon in der zwölften Minute auszahlte, denn der beste Torjäger der Premier League erzielte nach Kopfballvorlage von Saha die Führung. Das Tempo der Partie war recht hoch und besonders Henry, der sich offenbar den Champions-League-Frust von der Seele schießen wollte, hatte mehrere gute Szenen. Domenech ließ seinen Regisseur Zinédine Zidane 65 Minuten auf dem Platz, damit sich der Altmeister an das hohe Tempo gewöhnen konnte.

Frankreichs neuer Liebling Franck Ribéry holte schließlich einen Elfmeter heraus, den Sylvain Wiltord verwandelte. Aber auch sonst demonstrierte der Mann aus Marseille mehrere Male sein Talent, indem er die dänische Defensive aushebelte. Damit hätten die Franzosen für die gewünschten guten Vorzeichen gesorgt. Denn weil Fussballer bekanntlich abergläubig sind, ist dieser Sieg besonders wichtig: Schon 1998 und 2000 hatten die Franzosen eben jene Dänen geschlagen und waren anschließend Welt- und Europameister geworden.

Valdez erfolgreich

Im österreichischen Dornbirn beendete Paraguay derweil seine "Europa-Studienwoche" mit einem 1:0-Sieg gegen Georgien. Die Partie kam dem Spiel gegen England am 10. Juni schon recht nah. Nelson Valdez erzielte das Siegtor bereits in der 37. Minute. Es war Valdez' zweiter Erfolg in dieser Woche. Zuvor hatte er schon beim 2:2 gegen Norwegen getroffen. Gegen Dänemark (1:1) war er geschont worden.

In Teheran unterstrichen die von Branko Ivankovic trainierten Iraner einmal mehr, dass in Gruppe D mit ihm zu rechnen sein wird. Nach dem achtbaren Unentschieden gegen Kroatien (2:2) vor drei Tagen gab es jetzt ein deutliches 5:2 gegen Bosnien-Herzegowina. Die Leistung der Iraner war umso bemerkenswerter, als sie bereits nach 17 Minuten mit 0:2 zurück lagen. Aber danach drehten die Hausherren ohne große Mühe das Spiel und führten zur Pause bereits mit 3:2. In den Schlussminuten setzten die Iraner noch zwei präzise Konter. Erwähnenswert ist auch, dass die sieben iranischen Tore in den letzten beiden Testspielen von sieben verschiedenen Torschützen erzielt wurden.

In Offenbach unterlag Saudiarabien erneut, diesmal mit 0:1 gegen die Türkei. Die nicht für die WM qualifizierten Türken zeigten sich dabei in Spiellaune – wahrscheinlich waren sie auch ein bisschen auf Revanche aus. Necati Ates gelang nach einer Stunde der Siegtreffer gegen einen durchaus bemühten Gegner, dem aber im Angriff die Durchschlagskraft fehlte. In den vier Testspielen im Mai konnten die Spieler von Marcos Paqueta damit nur einen einzigen Sieg verbuchen (1:0 gegen Togo). Ansonsten gab es nur Niederlagen (1:2 gegen Belgien, 0:2 gegen die Tschechische Republik und jetzt 0:1 gegen die Türkei).

Gleiches gilt für den Neuling Trinidad und Tobago, der gegen Slowenien mit 1:3 unterlag. Alle drei Tore für die Osteuropäer erzielte Milivoje Novakovic. Der CONCACAF-Vertreter wurde dabei kalt erwischt und lag nach einer Viertelstunde schon mit 0:2 hinten. Christopher Birchall gelang zwar der Anschlusstreffer, aber Novakovic machte mit seinem dritten Treffer alle Hoffnungen der Insulaner zunichte. Für Trinidad und Tobago war es nach dem 1:2 gegen Wales schon die zweite Niederlage gegen eine europäische Mannschaft.