FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

11 Juni - 11 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™

Eriksson: "Das Puzzle zusammensetzen"

© Getty Images

Der Ende März als Nationaltrainer der Elfenbeinküste engagierte Sven-Göran Eriksson wird in Südafrika seine dritte FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ bestreiten. Mit FIFA.com sprach er exklusiv über seine Erfahrungen in Afrika.

Was antworten Sie jenen, die versichern, dass die Elfenbeinküste die erfolgreichste afrikanische Mannschaft bei dieser FIFA Fussball-Weltmeisterschaft sein wird?Ich hoffe einfach, dass sie Recht behalten werden. Wir haben tatsächlich eine gute Mannschaft, mit athletischen, technisch starken und schnellen Spielern. Wir verfügen über alle erforderlichen Elemente, um eine großartige Weltmeisterschaft zu spielen. Wir sind natürlich in eine schwere Gruppe geraten, doch die Jungs arbeiten wirklich hart, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Bisher bin ich mit ihrer Einstellung und Arbeit sehr zufrieden.

Wie haben Sie auf die Verletzung von Didier Drogba reagiert?Ich dachte, das war wirklich Pech. Denn alle wissen, welche Bedeutung Didier für die Auswahl hat. Doch er steht immer noch im Kader, wir hoffen, dass er spielen können wird. Wie die Aussichten momentan stehen, dass er bereits für das erste Spiel fit sein wird, ist mir noch nicht bekannt. Das lässt sich wohl noch nicht sicher sagen.

Erklären Sie uns, welche Rolle er bei Ihrer Verpflichtung als ivorischer Nationaltrainer gespielt hat. Hat er Sie tatsächlich angerufen, um Sie zu fragen, über diesen Posten nachzudenken?Nein, das entspricht nicht der Wahrheit. Es war der Präsident des Fussballverbands, der mich kontaktierte, um mir sein Angebot zu unterbreiten. Als ich es angenommen hatte, traf ich natürlich mit Didier zusammen, nachdem ich ihn angerufen hatte. Das habe ich mit vielen Spielern so gehandhabt, doch ich habe Didier als erstes kontaktiert, weil er der Kapitän ist.

Ihr Vorgänger Vahid Halilhodzic hat während seiner Amtszeit nur ein einziges Spiel verloren, doch glaubt man vielen Spielern, war die Mehrheit des Teams nicht davon begeistert, ihn bei der Weltmeisterschaft noch im Amt zu sehen. Welche Bedeutung hat dieser Posten des Nationaltrainers in einer Mannschaft mit so vielen Stars?Ich bin vor allem dafür da, bestimmte Arbeitsregeln zu etablieren und die Prinzipien festzulegen, die es zu respektieren gilt. Ich treffe die Entscheidung, wie wir verteidigen und angreifen, und bin für alle taktischen Aspekte verantwortlich. Mit der Elfenbeinküste ist es keine andere Arbeit als die jedes anderen Coaches auch. Es ist das Gleiche. Das Wichtigste sind zwar immer noch die Spieler. Sie müssen es auf dem Platz richten. Doch im modernen Fussball reicht es nicht mehr, sie aufzustellen und zu sagen: "Ok Jungs, jetzt seht mal, wie ihr zurechtkommt". Man muss Taktiken, Strategien und Systeme entwickeln und einführen. Es ist wie das Zusammensetzen eines Puzzles.

Wie ergeht es Ihnen dabei zurzeit? Sind Sie der Ansicht, dass Sie das Vertrauen der Spieler bereits gewinnen konnten?Das müssen Sie vielleicht die Spieler fragen (lächelt). Ich denke ja. Aber nun, das ist auch nicht sehr schwierig, denn wir haben noch kein einziges Spiel zusammen gemacht. Die Stunde der Wahrheit wird bald kommen, und wir wissen alle von Anfang an, dass eine Weltmeisterschaft schnell vorbei sein kann. Die Vorbereitung war sehr gut, darüber bin ich sehr glücklich. Und ich bin aufrichtig zufrieden mit der Arbeitsmoral, die die Jungs seit meiner Ankunft an den Tag legen.

Falls Didier Drogba nicht spielt, welche Aufgabe wird er in der Mannschaft und der Delegation einnehmen?Darüber haben wir noch gar nicht nachgedacht, ehrlich gesagt. Denn wir glauben nach wie vor, dass er spielen können wird. Er ist so wichtig für uns. Er ist der Kapitän, er ist seit vielen Jahren Nationalspieler, er ist erfahren, er ist seit Jahren im absoluten Spitzenfussball aktiv und hat eine großartige Saison bei seinem Klub hinter sich.

Welche ist die wichtigste Lehre, die Sie aus den zwei Weltmeisterschaften gezogen haben, an denen Sie bereits teilgenommen haben?Zunächst einmal, dass es ein großes Fest ist, und man stolz darauf sein muss, daran teilzunehmen. Wirklich, das ist wichtig. Dann, dass eine der wichtigsten Aufgaben eines Trainers ist, den Druck, der auf den Spielern lastet, so weit wie möglich von ihnen zu nehmen. Der Druck ist enorm, und wenn es gelingt, ihn von ihnen zu nehmen, ist das eine sehr gute Sache. Es ist wichtig für sie, ruhig auf das Spielfeld gehen zu können und nur an die Arbeit denken zu müssen.

Portugal kreuzt ein weiteres Mal Ihren Weg. Ist das für Sie ein besonderes Gefühl?Als ich den Job annahm, wusste ich bereits, in welche Gruppe die Elfenbeinküste geraten war. Es ist eine sehr schwere Gruppe, sehr, sehr schwer. Doch ich glaube daran, sonst wäre ich nicht hier.

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