FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™

14 Juni - 15 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018™

Ergebnisse des Dopingbekämpfungsprogramms bei der FIFA WM 2018™

© Getty Images

Kurz vor dem krönenden Abschluss der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018™ hat die FIFA heute bekannt gegeben, dass gemäß einer Analyse alle vor und während dem Turnier bisher durchgeführten Dopingkontrollen negativ waren.

Das diesjährige Programm zur Dopingbekämpfung war das größte, das je bei einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ durchgeführt wurde. Kaum waren alle Endrundenteilnehmer bekannt, erstellte die FIFA einen Kontrollverteilungsplan auf der Grundlage einer Analyse der Dopingrisiken im Fussball. Der Plan, der aus einem dynamischen, erkenntnisgestützten Testprogramm bestand, wurde der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) vorgelegt und von dieser abgesegnet.

Die FIFA richtete einen provisorischen Testpool mit über 1500 potenziellen WM-Spielern ein und führte einen Teil der Kontrollen selbst durch, bat die nationalen Anti-Doping-Organisationen (NADO) und die jeweiligen Konföderationen aber um Unterstützung bei der Kontrolle der Spieler im Vorfeld des Turniers. Dank dieser engen Zusammenarbeit mit anderen Kontrollagenturen konnte die Zahl der getesteten Spieler deutlich erhöht werden.

Neben den regelmäßigen Kontrollen nutzte die FIFA das Programm zum biologischen Athletenpass im "Anti-Doping Administration and Management System" (ADAMS) der WADA. Alle Ergebnisse der Kontrollen (einschließlich jener, die die Konföderationen und die NADO bei den wichtigsten internationalen Fussballveranstaltungen und nationalen Wettbewerben durchführen) werden im Athletenpass, der hämatologische Parameter (im Blut) und ein Steroidprofil (im Urin) umfasst, im ADAMS festgehalten. Die aus unabhängigen Experten zusammengesetzte "Athlete Passport Management Unit" (APMU) der FIFA untersucht die Daten der Spieler auf etwaige Abweichungen, die auf einen Missbrauch leistungsfördernder Wirkstoffe hinweisen könnten. Dieses Verfahren galt für sämtliche Spieler, die an der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ teilnahmen.

Bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018™ wurden sämtliche teilnehmenden Spieler vor dem Wettbewerb unangekündigten Kontrollen unterzogen, und auch während des Wettbewerbs wurden sowohl nach den Spielen als auch an spielfreien Tagen systematische Kontrollen durchgeführt. Um ein möglichst aussagekräftiges und erkenntnisgestütztes Programm zu gewährleisten, waren 90 % der Kontrollen gezielte Tests aufgrund bestimmter Kriterien wie Empfehlungen der APMU, mögliche Verletzungen der Spieler, Leistungsdaten, Dopingkontrollbiografie der Spieler etc.

Wichtigste Ergebnisse der Kontrollen vor und während der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018™:

  • Seit Januar 2018 haben die FIFA, die NADO und die Konföderationen insgesamt 2037 Kontrollen durchgeführt.
  • Dabei wurden insgesamt 3985 Proben gesammelt (Urin: 1928; Vollblut: 1031; Blutserum: 1026).
  • Die FIFA hat 2761 Proben in unangemeldeten Kontrollen vor dem Turnier und 626 während des Turniers (davon 108 an spielfreien Tagen) gesammelt.
  • Durchschnittlich wurde jeder Spieler der vier verbleibenden Teams seit Januar 4,41 Mal und einige sogar 8 Mal getestet.
  • Von der Norm abweichende Analyseergebnisse: 1 (der Spieler verfügte über eine medizinische Ausnahmegenehmigung für den nachgewiesenen Wirkstoff)
  • Auffällige Ergebnisse*, die nicht als von der Norm abweichende Analyseergebnisse eingestuft wurden: 3
  • Medizinische Ausnahmegenehmigungen: 2

Alle entnommenen Proben wurden in WADA-akkreditierten Labors analysiert, die meisten davon – vor allem die während des Turniers gesammelten Proben – im Labor in Lausanne (Schweiz). Um jegliche Manipulation auszuschließen, transportierte die FIFA alle Proben in einem sicheren Behälter, wie ihn Banken für Geldtransporte verwenden und der sich nur mit einem elektronischen Schlüssel öffnen lässt.

Die FIFA führte nicht nur alle üblichen Untersuchungen auf verbotene Wirkstoffe durch, sondern ging noch deutlich weiter als die Empfehlungen im Merkblatt der WADA für sportspezifische Analyse („Technical Document for Sport Specific Analysis“)**. So untersuchte sie beispielsweise 100 % der Proben auf Wachstumshormone und kleine Peptide (GHRF).

Alle gesammelten Proben werden während zehn Jahren für etwaige Zweitanalysen aufbewahrt.

* Ein auffälliges Ergebnis ist ein ungewöhnlicher Befund eines von der WADA akkreditierten Labors, das weitere Untersuchungen durch die FIFA-Anti-Doping-Stelle erfordert, bevor ein von der Norm abweichendes Analyseergebnis festgestellt wird. Nach Abschluss der Untersuchung werden der Spieler, sein Klub, der betreffende Verband und die WADA darüber informiert, ob das auffällige Ergebnis als von der Norm abweichendes Analyseergebnis zur Anklage gebracht wird.

**Gemäß diesem WADA-Merkblatt müssen 10 % aller Proben im Fussball auf Wachstumshormone und Wachstumshormon-Releasingfaktoren (GHRF) untersucht werden.