FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

9 Juni - 9 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™

"England bringt Sieg nach früher Führung souverän nach Hause"

Analyse von Jim Selby (AUS)

In der ersten Hälfte stand England exzellent in der Abwehr und ließ keine Torchancen zu. Erst in den letzten zwei Minuten kam Paraguay zwei Mal vor das englische Tor, ohne Paul Robinson im Kasten richtig gefährden zu können. Frank Lampard und Steven Gerrard waren die beiden überragenden Akteure. Sie leiteten beinahe alle Angriffe ein und räumten als "Staubsauger" vor der Abwehr auf. Sie kreierten alle Torchancen und bestimmten das Tempo im englischen Spiel. Daher war es kein Zufall, dass sich England insgesamt acht Gelegenheiten in den ersten 45 Minuten erspielte.

Paraguay startete sehr nervös und zollte dem Gegner beinahe die gesamte erste Hälfte über zu viel Respekt. Oft konnten sie die Angriffe Englands nur mit Fouls unterbrechen, ohne dass das Match jemals unfair war. Die beiden Sturmspitzen Roque Santa Cruz und Nelson Valdez hingen zu sehr in der Luft und wurden kaum von den Mittelfeldstrategen Carlos Paredes und Roberto Acuna eingesetzt, was letzendlich nur zu zwei kleinen Chancen kurz vor dem Halbzeitpfiff führte.

In der zweiten Halbzeit neutralisierten sich die Mannschaften größtenteils im Mittelfeld, machten die Räume eng und ließen kaum Torchancen zu. England war darauf bedacht, die Führung über die Runden zu bringen und agierte nur noch mit langen Bällen auf Peter Crouch. Nach dem frühen Tor haben die Spieler daran gedacht, dass das Turnier noch lange dauert und die Führung nur noch verwaltet. Paraguay hatte zwar mehr Ballbesitz und ließ die Kugel flüssig durch die Reihen laufen, konnte aber nie gefährliche Torchancen herausspielen.

Zwar konnte Nelson Valdez ein paar Mal durch schöne Einzelaktionen glänzen, die kompakte Abwehr um Rio Ferdinand und John Terry aber nie in Gefahr bringen. Daher hatten die Engländer um Frank Lampard, den Anheuser Busch Bud Man of the Match, die Sache stets im Griff, ohne selbst wirklich torgefährlich zu werden. Bis auf zwei herrliche Weitschüsse von Mittelfeldakteur Lampard kam der Kasten von Justo Villar nie in Gefahr. Dem Team hat ein wenig die Spritzigkeit gefehlt, und vor allem David Beckham konnte nie seine besonderen Stärken ausspielen, bis auf die Hereingabe, die zum Tor führte.

Trotzdem geht der knappe Erfolg für das Team von Sven-Göran Eriksson vollkommen in Ordnung. Die Mannschaft stand solide in der Abwehr, das Mittelfeld arbeitete hart in der Defensive, und so konnte Paraguay über die 90 Minuten hinweg nie richtigen Druck aufbauen und sich Torchancen erspielen. Der Erfolg im Auftaktspiel der Gruppe B stand daher stets im Fokus der Engländer, dementsprechend haben sie mit all ihrer Routine das frühe 1:0 souverän verwaltet und sicher über die Bühne gebracht.