FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

12 Juni - 13 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™

Ende einer Geschichte, Beginn einer neuen...

Laurent Koscielny and Mamadou Sakho of France hug
© Getty Images

Für die französische Nationalmannschaft endete an diesem 4. Juli im Viertelfinale ihr Weg bei dieser FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™. Für einen Spieler galt dies in doppelter Hinsicht: Mickaël Landreau. Der 35-jährige Ersatztorhüter verfolgte im Maracana gegen Deutschland von der Bank aus sein letztes Spiel als Profi. "Es ist nie leicht, auf diese Weise aufzuhören", sagt er im Gespräch mit der FIFA. Sein Lächeln wirkt ein wenig bemüht. "Es war ein seltsamer, schwieriger und frustrierender Abend, den ich sicher nicht vergessen werde. Wir haben im Spiel interessante Dinge gezeigt, doch wir sind noch ein sehr junges Team."

Der älteste Spieler der französischen Nationalmannschaft wurde in den 70er-Jahren geboren und war somit der einzige in der aktuellen Auswahl, der die Niederlagen von 1982 und 1986 gegen Deutschland erlebt hat. Er kann ermessen, wie geschichtsträchtig dieses Viertelfinale zwischen den beiden Ländern war. Ein Spiel, in dem letztlich "die Kleinigkeiten den Ausschlag gaben", so Landreau. "Die Möglichkeit, weiterzukommen, war da. Wir haben sie zum Zweifeln gebracht. Es hat uns die Erfahrung auf dem höchsten Niveau gefehlt, die sie haben." Und Manuel Neuer…

Denn obwohl Hugo Lloris eine fast perfekte Kopie abgab und mit seinen großartigen Reflexen zwei Mal die vorzeitige Entscheidung abwenden konnte (73. und 83. Minute) - die Leistung des deutschen Torhüters war einmal mehr überwältigend. "Neuer zeigt, wie groß der Beitrag ist, den ein Torhüter heutzutage leisten kann. Er ist Teil der Mannschaft, er spielt sehr weit vorne, mit dem Fuß. Er ist in dieser Hinsicht der beste der Welt. Im Maracana in dem Moment aufzuhören, an dem er auf seinem Höhepunkt ist, nehme ich als Wink des Schicksals. Ich habe einige Spiele gegen ihn gemacht, habe ihn debütieren sehen. An diesem Abend fragte er mich sogar nach meinem Trikot. Ich gebe zu, dass mich das gerührt hat."

Glückliche EURO?
Dem Deutschen ging es zweifellos ebenso. Denn Landreau ist eine wahre Legende des französischen Fussballs. "Er hat eine fabelhafte Karriere hinter sich. Es war seine letzte Begegnung heute, doch er wird ein zweites Leben anfangen, für das ich ihm das Beste wünsche", sagt sein Trainer Didier Deschamps im Gespräch mit der FIFA. Landreau ist mit 795 Einsätzen Rekordspieler in der Ligue 1. Eine Bestmarke, die er in diesem Jahr im Trikot von Bastia aufstellte. Und er gehörte seit der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™ stets zumindest dem erweiterten Kreis der französischen Nationalmannschaft an. Eine Langlebigkeit und Konstanz in seinen Leistungen, die ihn zweifellos dazu berechtigt, die jüngste Entwicklung zu beurteilen.

"Es wurde sehr viel in das Training, die Gruppe und in den menschlichen Bereich investiert. Deshalb überwiegen jetzt im Moment die Frustration und die Enttäuschung. Doch was das Bild betrifft, das wir abgegeben haben, und unsere Leistungen, haben wir bei dieser WM etwas sehr positives und sehr wichtiges für die französische Nationalmannschaft und für unser Land gezeigt", betont Landreau. Der Torhüter war weder beim Fiasko in Südafrika noch bei der EURO in Polen/Ukraine dabei, wo sich Frankreich ebenfalls nicht optimal präsentierte. "In Brasilien ist etwas passiert. Unsere Mannschaft wird noch wachsen. In zwei Jahren findet die EURO statt, und die Erfahrung bei dieser WM wird ihr nützlich sein."

Letztlich ist es das, was vom WM-Abenteuer der Bleus in Erinnerung bleiben sollte. Die Dämonen der Vergangenheit konnten zwar nicht besiegt werden - Deutschland bleibt bei Weltmeisterschaften weiterhin ein unbezwingbarer Gegner. Doch immerhin hat Frankreich in Brasilien seine eigenen Dämonen der Neuzeit besiegen können. "Ich bin sehr stolz auf das, was meine Spieler bei dieser Weltmeisterschaft geschafft haben. Heute hat nicht viel gefehlt. Uns stand eine Mannschaft gegenüber, die es gewohnt ist, solche wichtigen Begegnungen zu spielen und die mehr Erfahrung hat. Uns hat einfach die Effizienz gefehlt", fasste Deschamps zusammen. "Diese Mannschaft ist jung und hat viele fussballerische und mentale Qualitäten. Darauf müssen wir für das nächste Turnier aufbauen, die EURO." Für Landreau endet eine Geschichte, für Les Bleus beginnt eine neue.

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