FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

9 Juni - 9 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™

Ein Spieltag voller Tore und Einsichten

Hundert Tage vor der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ haben fast alle für die Endrunde qualifizierten Mannschaften am Dienstag und Mittwoch mit den Generalproben begonnen. Und der Auftakt bot einiges an Toren und an Einsichten ...

16 Spiele wurden an beiden Tagen rund um die Welt absolviert, und neben Erkenntnissen gab es auch einen wahren Torregen zu sehen - nämlich ganze 64 Tore. Die herben Niederlagen Deutschlands in Italien (1:4) und Schwedens in Irland (0:3) waren dabei noch spektakulärer als die knapperen Schlappen Argentiniens gegen Kroatien (2:3) und Frankreichs daheim gegen die Slowakei (1:2). Eine Zusammenfassung.

Auch ohne Totti, Vieri und Zambrotta legten die Italiener in Florenz gegen eine frühzeitig ausgeknockte deutsche Mannschaft eine traumhafte erste Hälfte hin. Die Squadra azzurra benötigte nur sieben Minuten, um durch Alberto Gilardino und Luca Toni vorentscheidend mit 2:0 in Führung zu gehen. Daniele de Rossi erhöhte kurz vor der Pause per Kopf sogar auf 3:0. In der zweiten Halbzeit konnte selbst der nicht eben große Alessandro del Piero noch ein Kopfballtor markieren, ehe Robert Huth noch Ergebniskosmetik betrieb.

Genauso herb die Schlappe der Schweden in Dublin. Mit drei Toren von Damien Duff, Robbie Keane und Liam Miller und ohne eigenen Treffer im Gepäck mussten die Skandinavier die Rückreise antreten. Für Frankreich war es die erste Niederlage seit dem 25. Juni 2004, aber der ehemalige Welt- und Europameister erspielte sich dabei wenigstens zahlreiche Chancen. Aber die mangelnde Kaltschnäuzigkeit der französischen Angreifer stand im starken Kontrast zur Treffsicherheit der Slowaken, die dank zweier herrlicher Tore von Szilard Nemeth und Jozef Valachovic gewannen.

Mit England tat sich auch eine weitere große Nummer gegen hartnäckig aufspielende Uruguayer schwer. Die südamerikanische Celeste ging durch einen Sonntagsschuss von Omar Pouso in Führung. Aber der baumlange Peter Crouch sorgte in der 74. Minute für den Ausgleich und Joe Cole in der Nachspielzeit (93.) sogar für den Sieg.

Torreigen zwischen Argentinien und Kroatien

Am neutralen Spielort in Basel ereignete sich das vermutlich spektakulärste Spiel des Abends. Bereits nach sechs Minuten stand es schon 2:1 für Argentinien. Carlos Tevez und Lionel Messi hatten für die Südamerikaner getroffen; den Anschluss für die Kroaten stellte der Bremer Ivan Klasnic her. Die Kroaten gaben sich jedoch nicht auf und machten durch ihren umtriebigen Außenstürmer Darijo Srma zunächst den Ausgleich. Schließlich kamen sie durch Dario Simic (92.) sogar noch zum Siegtreffer.

Die Türken bewiesen gegen die Tschechische Republik ihren unbeugsamen Willen, wobei die Osteuropäer allerdings auch ohne zahlreiche Stammspieler angetreten waren. Unter anderem fehlte ihnen Pavel Nedved. Dennoch lagen die Tschechen nach 60 Minuten durch Tore von Karel Poborsky und Hannovers Jiri Stajner mit 2:0 in Front, aber die Osmanen fanden die Kraft, in den Schlussminuten durch einen Doppelpack von Üit Karan (89. und 93.) noch zum Ausgleich zu kommen.

Die USA probten derweil schon mal am WM-Spielort in Kaiserslautern, wo sie zu einem verdienten 1:0-Erfolg gegen Polen kamen. Torschütze des Abends war Clinton Dempsey. Erwartungsgemäßer waren da schon die Siege Serbien-Montenegros in Tunesien (1:0) durch ein Tor von Mateja Kezman, Portugals in Saudiarabien (3:0) mit einem Doppelpack von Cristiano Ronaldo oder der Schweiz in Schottland (3:1) durch Tore des Leverkuseners Tranquillo Barnetta, Daniel Gygax und des Kölners Ricardo Cabanas. Die Niederlande taten ihrerseits gegen Ecuador nicht mehr als unbedingt nötig (1:0, Dirk Kuijt).

Titelverteidiger Brasilien musste sich derweil in Moskau gegen eine platte russische Mannschaft kein Bein ausreißen. In Russland ruht die Meisterschaft seit November. Den Siegtreffer machte Ronaldo, der einen harten Schuss von Roberto Carlos abfälschte.

Der Iran kam gegen Costa Rica zu einem 3:2, wobei die Gastgeber nach 34 Spielminuten bereits mit 3:0 in Front lagen und dann doch noch zittern mussten. Auch die Republik Korea hatte gegen Angola ihre liebe Mühe und kam durch Chu-Young Park zu einem knappen 1:0.

Im letzten Spiel des Abends zeigte Spanien viel mentale Stärke und besiegte die Elfenbeinküste am Ende knapp mit 3:2. Zweimal ging der Finalist des letzten Afrikanischen Nationenpokals in Führung, dank Treffer von Abdulkader Keita und Bonaventure Kalou. Doch beide Male konnten die Spanier ausgleichen. Zunächst war es David Villa, der zum 1:1 traf, dann egalisierte Jose Antonio Reyes die erneute Führung. Sechs Minuten vor dem Ende der Partien sorgte der eingewechselte Gutierrez Juanito schließlich mit seinem Treffer für den Sieg der Furia Roja.