FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

11 Juni - 11 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™

Ein Film ohne Ende

© Getty Images

Diese Aussage ist sicher nicht übertrieben, wie sich leicht nachweisen lässt. Am 5. Juli 1999 ging Palermo in die Fussballgeschichte ein, weil er in einer Partie gegen Kolumbien im Rahmen der Copa América sage und schreibe drei Elfmeter vergab. Damals sahen viele seine Karriere in der Albiceleste als beendet an, obwohl Palermo für die Boca Juniors auch weiterhin wichtige Tore erzielte. Tatsächlich wurde er nie wieder von einem Nationaltrainer berücksichtigt, bis Diego Maradona das Ruder übernahm.

Seine triumphale Rückkehr feierte er am 10. Oktober 2009 im WM-Qualifikationsspiel gegen Peru. An jenem Tag erzielte er im strömenden Regen in der Nachspielzeit den Siegtreffer zum 2:1, durch den er das Team vor dem letzten Spieltag der Südamerika-Qualifikation in eine gute Ausgangsposition brachte.

Ein Eintrag in die Geschichtsbücher
El *Loco* fand seinen Namen schließlich auf der endgültigen Kaderliste von Maradona wieder und darf nun mit 36 Jahren und nach über 230 erzielten Toren zum ersten Mal an einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ teilnehmen. Aber die Wartezeit hat sich gelohnt: Mit dem Treffer, den er in Polokwane gegen Griechenland erzielte, besiegelte er den 2:0-Erfolg der Argentinier und ist nun der älteste argentinische Fussballer, der je ein WM-Tor erzielte.

"Das wusste ich nicht! Aber man hält mir immer wieder neue Statistiken unter die Nase... Auf diese bin ich stolzer als auf andere, weil sie sich auf die Nationalelf bezieht", erklärt der Hauptdarsteller dieses Fussballfilms gegenüber FIFA, nur wenige Minuten nachdem er seinen Namen erneut in die Geschichtsbücher des argentinischen Fussballs eingetragen hat.

Nach diesem wichtigen Treffer, den er dazu noch mit seinem schwächeren rechten Fuß erzielte, gab es einige stürmische Glückwünsche, die er sicher so schnell nicht vergessen wird. Der erste kam von seinen Mannschaftskameraden. "Das war wirklich bewegend. Alle stürzten auf mich zu, als ob jeder von ihnen selbst das Tor erzielt hätte. Ich freue mich sehr über diese Herzlichkeit", erklärt der Tor-Optimist, wie er von Carlos Bianchi einmal genannt wurde.

Maradona setzt sich durch
Der zweite Glückwunsch kam von Maradona. "Ich werde ihm ewig für diese Chance dankbar sein. Im Laufe meiner Karriere sind viele Weltmeisterschaften an mir vorübergezogen, und ich war nie dabei. Mit 36 Jahren kann ich jetzt hier sein, noch dazu gemeinsam mit so hochklassigen Spielern. Damit ist für mich mehr als ein Traum in Erfüllung gegangen. Ich werde Diego dafür ewig dankbar sein."

Und was sagt der Trainer dazu? "Das mit Martín ist eine verrückte Sache. Vor seiner Einwechslung habe ich mit Héctor Enrique und Alejandro Mancuso diskutiert... Sie wollten Pipita [Higuaín] bringen, aber ich habe mich für Martín entschieden. Das war eine gute Entscheidung! Bevor ich ihn auf's Feld geschickt habe, habe ich ihm noch gesagt: 'Du machst jetzt alles klar', und das war's..."

Sieht ganz so aus, als könnte Palermo in Südafrika noch Schlagzeilen machen. Oder glaubt vielleicht noch jemand, dass sein Film schon zu Ende ist?

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