FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

9 Juni - 9 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™

Ecuador und England jubeln, Schweden im Glück

DER TAG IM RÜCKBLICK: Endlich ist er wieder ein Fussballer - und nicht länger der berühmteste Patient der Welt. Und die FIFA WM 2006™ hat von seinem ersten Auftritt profitiert: Wayne Rooneys erste Schritte als Teilnehmer einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ haben dazu beigetragen, dass das englische Team endlich seine Lethargie abschüttelte. Die beiden Tore, die nach seiner Einwechselung in der zweiten Hälfte im Nürnberger Franken-Stadion fielen, besiegelten das Schicksal des tapferen Teams von Trinidad und Tobago und brachten Sven-Göran Erikssons Elf in die Runde der letzten 16.

Vor diesem Spiel standen bereits zwei andere Teams als Teilnehmer an der nächsten Runde fest - was den englischen Ehrgeiz nur noch mehr anfachte. Die Achtelfinal-Qualifikation von Gastgeber Deutschland und von Ecuador in Gruppe A wurde durch den 3:0-Sieg der Südamerikaner gegen Costa Rica endgültig besiegelt. Daheim in Quito dürften die Fans lautstark ihre Nationalelf feiern, der zum ersten Mal in ihrer Geschichte der Einzug in die Runde der letzten 16 gelang. Dagegen heißt es für Polen und Costa Rica nach ihrem abschließenden Spiel gegeneinander, Abschied von der FIFA WM 2006™ zu nehmen.

Augenblick des Tages

Wayne Rooneys Einwechselung erweckt England zum Leben

England ohne Inspiration - das Team quälte sich gegen Trinidad und Tobago, die Überraschungself des bisherigen Turniers. Die Elf aus der Karibik gab einfach keinen Meter Boden verloren und spielte nicht wie eine Mannschaft, die zum ersten Mal bei einer Endrunde dabei ist, sondern mit dem Selbstbewusstsein und der Sicherheit eines routinierten WM-Teilnehmers. Zeitweilig sah es sogar so aus, als ob Trinidad und Tobago die größte Überraschung der bisherigen FIFA WM 2006™ gelingen könnte.

Aber dann hieß es Auftritt Wayne Rooney - mit gerade einmal 20 Jahren schon eine feste Größe auf der Weltbühne des Fussballs, und ein Talent, auf dessen Schultern die Hoffnungen einer Nation ruhen, welche sich nichts mehr wünscht, als eine Durststrecke von 40 Jahren ohne großen Titel endlich zu beenden. Natürlich wird Rooney erst einmal zu seiner alten Stärke und Fitness zurückfinden müssen - so kurz nach seinem Mittelfußbruch war ein Einsatz von nur 32 Minuten anstrengend genug für ihn, doch dafür schien er völlig schmerzfrei spielen zu können, und sein Ballgefühl war sofort sichtbar und perfekt wie immer.

Doch auch die Leistung des mit ihm eingewechselten Aaron Lennon kann nicht hoch genug gelobt werden: Mit seiner Schnelligkeit setzte er sich immer wieder gegen die tapfer kämpfenden, aber langsam müder werdenden karibischen Verteidiger durch. Das 0:0-Unentschieden gegen Schweden bei ihrem Endrunden-Debüt (wobei sie lange Zeit mit zehn Mann auskommen mussten) hatte dem Team von Trinidad und Tobago großes Selbstvertrauen eingeflößt, und gegen England wollte man eigentlich die nächste Stufe auf der Erfolgsleiter erklimmen.

Doch Lennon setzte sich immer häufiger gegen seine Gegenspieler durch und erhöhte damit die Zahl der englischen Chancen beträchtlich. Je länger das Match andauerte, desto mehr verlegten sich Leo Beenhakkers Männer aufs Kontern, und die Verzweiflung im englischen Lager wuchs. Doch die Elf spielte jetzt zielgerichteter, und sieben Minuten vor Schluss schlug David Beckham eine lange Flanke, die Peter Crouch mit einem wuchtigen Kopfstoß zum 1:0 verwandelte.

Tor des Tages
Steven Gerrard – keine Tore wie jeder andere

In der Nachspielzeit legte Steven Gerrard sich dann den Ball auf den linken Fuß und schlug eiskalt zu - genau wie vor einem Monat im englischen FA-Cup-Finale flog sein Schuss wie ein Strich an Shaka Hislop vorbei, und der Sieg der englischen Elf war gesichert. In fünf Tagen genügt dem Team in Köln gegen Schweden ein Unentschieden, um die Gruppe B als Sieger abzuschließen.

Spieler des Tages

Agustin Delgado – zweiter Sieg, zweites Tor und zum zweiten Mal Anheuser Busch Bud Man of the Match

Schon am ersten Spieltag hatte die Mannschaft Ecuadors beim 2:0-Sieg gegen Polen die Fussballfans in aller Welt mit ihren flüssigen Kombinationen beeindruckt, und heute bewies die Elf, dass diese Leistung keine "Eintagsfliege" war: Mit 3:0 wurde das Team aus Costa Rica besiegt, das damit in nur zwei Spielen sieben Gegentore hinnehmen musste.

Wie schon beim Polen-Spiel war das Angriffsduo Carlos Tenorio und Agustin Delgado nicht zu stoppen: Beide Spieler trafen im zweiten Spiel hintereinander, wobei Tenorio mit einem Kopfball den Torreigen eröffnete. Dann ließ Delgado mit einem Rechtsschuss zwischen Keeper und kurzem Pfosten hindurch das 2:0 für Ecuador folgen und sicherte sich damit zum zweiten Mal den Titel des Anheuser Busch Bud Man of the Match. Ivan Kaviedes sorgte schließlich mit dem dritten Treffer für ausgelassene Freude im Lager der Ecuadorianer, die durch das Vordringen ins Achtelfinale ihre Leistung bei ihrem Debüt - der Teilnahme am FIFA-Weltpokal Korea/Japan 2002™ - bereits jetzt übertroffen haben.

Schweden hatte nach dem mageren 0:0 gegen Trinidad und Tobago einiges wiedergutzumachen - doch auch dieses Mal traf die Elf mit Paraguay auf einen zähen Gegner, der darüber hinaus nach der knappen Auftaktniederlage gegen England unbedingt selbst drei Punkte brauchte. So ergaben sich im Verlauf des Spiels Chancen für beide Seiten, wobei die von ihrem lautstarken und farbenfrohen Anhang unterstützten Skandinavier im herrlichen Berliner Olympiastadion leichte Feldvorteile hatten.

Als zwei Minuten vor Schluss alles schon nach einem Unentschieden aussah, verwertete Freddie Ljungberg eine Ablage von Marcus Allbäck mit einem Kopfball in die lange Ecke zum lange herbeigesehnten Führungstreffer für Schweden. Es wäre eine interessante Wendung des Schicksals, wenn seine schwedischen Landsleute Englands Trainer Sven-Göran Eriksson den Sieg in Gruppe B verderben würden. Für das Team aus Paraguay, das sich nach zwei 0:1-Niederlagen keine Hoffnungen mehr auf die nächste Runde machen kann, sind derartige Gedankenspiele indes völlig bedeutungslos.