FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

9 Juni - 9 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™

Ecuador schreibt Fussballgeschichte

Wenige Teams haben Deutschland 2006 bislang so zufrieden verlassen wie Ecuador. Die Schützlinge von Luis Fernando Suárez kehren aus Europa zurück im Bewusstsein, Fussballgeschichte geschrieben zu haben. Die Heimat ihrerseits ist dankbar und glücklich darüber, dass die Mannschaft bei einer WM-Endrunde das Achtelfinale erreicht hat.

Bis vor dem Turnier war die Mannschaft Ecuadors für die meisten noch eine große Unbekannte. Mit gerade einmal einer einzigen WM-Teilnahme auf der Habenseite hatten Agustín Delgado & Co. einen schweren Weg vor sich. Man machte sich sicherlich Hoffnungen, in den Kampf um den zweiten Platz in Gruppe A gegen Polen und Costa Rica einzugreifen, war jedoch überzeugt, dass dies äußerst schwierig sein würde.

In Wirklichkeit lief es dann völlig anders. Mit ihrem unbekümmerten Spiel, ihrer starken Physis und der Effizienz ihrer Torschützen war die Qualifikation Ecuadors für das Achtelfinale zu keinem Zeitpunkt gefährdet. So besiegte man mühelos die Mannschaften Polens (2:0) und Costa Ricas (3:0) und sicherte sich damit bereits den historischen Einzug in die zweite Runde. Anschließend konnte man mit einer Elf, in der einige Stammkräfte fehlten, dem Druck von Gastgeber Deutschland nicht standhalten und unterlag mit 0:3. Doch das zählte nicht mehr, Ecuador hatte bereits sein Ziel erreicht.

Auch im Achtelfinale war ein Wunder für die Mannschaft von Luis Fernando Suárez zum Greifen nah. So setzte der spektakuläre Carlos Tenorio zu Beginn der Partie einen Schuss an den Querbalken, der eine Sensation hätte einleiten können. Am Ende musste dann ein Traumtor von David Beckham herhalten, um den zähen Widerstand der tapferen Südamerikaner zu brechen.

Die herausragenden Spieler

Es ist schwierig, einen Spieler im Team Ecuadors besonders hervorzuheben. Wenn man dies tun muss, fällt die Wahl wohl auf den überragenden Spieler der letzten Jahre: Agustín Delgado verabschiedete sich auf die bestmögliche Weise aus der Nationalelf: Er erzielte die beiden Tore, die dem Team den unerwarteten Höhenflug bescherten.

Nach ihm ist eine ganze Gruppe von Spielern zu nennen, die stets zuverlässig und mannschaftsdienlich spielten. Dazu gehören Akteure wie der schnelle Carlos Tenorio, der bissige Ulises de la Cruz und der große Spielführer der Mannschaft Iván Hurtado, die großen Fixpunkte im Spiel der Ecuadorianer.

Wegen seiner Fähigkeiten und auch seines Aussehens fiel auch Keeper Cristian Mora auf. Nachdem bis zur letzten Minute vor der ersten Partie nicht klar war, wer im Tor stehen würde, erwies sich die Nummer 12 der Ecuadorianer als eine der großen Stützen des Teams. Dabei sorgte er sowohl mit seinen großartigen Paraden wie auch mit den Landesfarben, die er sich vor jedem Spiel auf die Wangen malen ließ, für Aufsehen.

Jeder Spieler, der das Trikot Ecuadors trug, wird gerne an dieses Turnier zurückdenken. Spätere Generationen werden sich an ihre Leistungen erinnern. Sie werden ein Maßstab für die zukünftige Entwicklung des Fussballs im Land sein.

Anlass zu Optimismus

Nach der starken Leistung in Deutschland 2006 kann Ecuador voller Zuversicht in die Zukunft sehen. Sicher werden einige der Stützen der Mannschaft wie Delgado, Hurtado, Iván Kaviedes und de la Cruz in Südafrika 2010 vermutlich nicht mehr dabei sein, aber eine der wichtigsten Tugenden, die Luis Fernando Suárez dem Team hinterlässt, ist die WM-Erfahrung der Mannschaft.

Angeführt von Carlos Tenorio verspricht diese Gruppe talentierter Stars, ihrem Land in den nächsten Jahren viel Freude zu bereiten. Cristian Mora, Segundo Castillo und Luis Antonio Valencia, der Star des spanischen Vereins Recreativo Huelva, lassen ein Land, das vor einigen Jahren noch darüber klagte, nie beim größten Spektakel des Weltfussballs dabei gewesen zu sein, von neuen Heldentaten träumen.