FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

9 Juni - 9 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™

Dujkovic: "Wir können Brasilien stoppen"

Vor dem Dienstagsspiel der 'Brasilianer Afrikas' gegen die echten Brasilianer kommt dem Team aus Ghana die krasse Außenseiterrolle zu. Trotz dieser gewissermaßen unumstößlichen Tatsache ist die Stimmung im ghanaischen Lager 24 Stunden vor der Achtelfinalbegegnung in Dortmund hervorragend.

"Natürlich wird das für uns ein sehr hartes und wichtiges Spiel", so Ratomir Dujkovic am Montag gegenüber Medienvertretern. Dem Nationaltrainer Ghanas gelang mit den Black Stars zum ersten Mal in der Geschichte des Landes die Qualifikation für eine WM-Endrunde. "Wir sind Neulinge auf diesem Niveau des Wettbewerbs, und gegen Brasilien spielen zu müssen, eine Mannschaft mit einer großen Fussballtradition und einem hervorragenden Ruf, das wird eine harte Nuss."

Trotz dieser realistischen Einschätzung träumt Dujkovic davon, dass es den Debütanten aus Ghana gelingt, das mächtige Brasilien aus dem Turnier zu kegeln. "Wir dürfen keine Angst vor den gelben Trikots haben", fügt er hinzu. "Stattdessen müssen wir sie das Fürchten lehren und ihnen Respekt vor unseren Farben einflößen. Ich glaube, wir können sie stoppen...wir haben das Zeug dazu."

Dujkovic und seine * Black Stars* werden ihre Träume jedoch ohne Michael Essien, den unermüdlichen Mittelfeldmotor, realisieren müssen. Dieser sah im letzten Gruppenspiel gegen die USA die zweite Gelbe Karte und ist daher für diese Partie gesperrt.

"Natürlich ist Essien ein wichtiger Spieler für uns, der schwer zu ersetzen ist", so Dujkovic über den ehemaligen Star von Lyon, der jetzt bei Chelsea unter Vertrag steht. "Aber wir haben genug Talente auf der Bank, die die Lücke kurzfristig füllen können. Ohne ihn werden wir nur etwa 80 Prozent unseres vollen Potentials erreichen."

Ghana ist die einzige noch im Wettbewerb verbliebene Mannschaft aus Afkrika. Dujkovic würde hier nur zu gern Flagge zeigen und in die Fußstapfen von Teams wie Kamerun, Nigeria und Senegal treten, die sich bereits bei früheren WM-Endrunden profilieren konnten.

Afrikas letzte Hoffnung

"Wir sind stolz, Ghana und ganz Afrika zu vertreten", so der ehemalige Trainer von Roter Stern Belgrad, Myanmar und Venezuela. "Wir sind die einzige Mannschaft des afrikanischen Kontinents, die noch im Wettbewerb ist, und wir werden für Ghana und alle Völker Afrikas kämpfen. Ich glaube, dass wir diese Partie überstehen und in der zweiten Runde mehr als ein Spiel absolvieren können."

Der bei Udinese unter Vertrag stehende Sulley Muntari, der den Platz von Mittelfeldregisseur Essien einnehmen muss, stimmte seinem Trainer sogleich zu und gab sich gegenüber den Journalisten aus allen Ecken Afrikas optimistisch. "Es bedeutet den Leuten zu Hause so viel, dass wir bei der WM noch dabei sind. Wir haben eine gute Leistung gebracht und das Achtelfinale erreicht. Die Menschen beten für uns, und wir können fast hören, wie sie immer wieder sagen: 'Kommt Jungs, ihr müsst es schaffen.' Wir müssen unser Bestes geben, um sie nicht zu enttäuschen."

Abschließend offenbarte Dujkovic dann den ziemlich offensiven 'Schlachtplan', den er für die Partie in Dortmund ausgeklügelt hatte, ganz im Stil der 'Brasilianer Afrikas'. "Die Black Stars spielen immer auf Sieg. Wir werden uns nicht hinten rein stellen, wir wüssten auch gar nicht, wie das geht. Wenn man gegen Brasilien mit einer defensiven Einstellung ins Spiel geht, kassiert man trotzdem ein oder zwei Gegentreffer und das Spiel ist verloren. Wir werden so oft wie möglich aufs Tor schießen." Als er zu Einzelheiten seines Schlachtplans befragt wurde, gab Dujkovic die für ihn typische pragmatische Antwort: "Wir müssen natürlich mehr Tore machen als sie!"

Ghanas Black Stars, die nur zu gern selbst WM-Geschichte schreiben würden und gleichzeitig Mutter Afrika würdevoll vertreten möchten, haben in Dortmund auf jeden Fall den gesamten Kontinent hinter sich.

Mehr zu diesem Thema erfahren