FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

12 Juni - 13 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™

Überraschungen und Dramatik in Afrika

© AFP

Westafrikanische Länder dominierten die Qualifikation der Afrika-Zone für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™. Als einziger "ungebetener Gast" konnte sich Algerien zu den Teams aus dieser Region gesellen. Alle fünf qualifizierten Mannschaften vertraten den Kontinent bereits in Südafrika 2010. FIFA.com fasst das dramatische Geschehen in der afrikanischen Vorausscheidung für Brasilien 2014 zusammen.

*Die qualifizierten Mannschaften *Algerien, Elfenbeinküste, Ghana, Kamerun, Nigeria

Fünf denkwürdige Momente Ein erstaunliches Eigentor* *Der Südafrikaner Bernard Parker wird das Qualifikationsspiel der Bafana Bafana gegen Äthiopien in Addis Abeba vermutlich nie vergessen. Der Stürmer der Kaizer Chiefs erzielte für die Gäste die Führung in einem Spiel, das sie unbedingt gewinnen mussten, um im Rennen um einen Platz in Brasilien zu bleiben. Mit einem spektakulären Flugkopfball, bei dem der Torhüter machtlos war, traf er sogar ein zweites Mal. Unglücklicherweise war es sein eigener Keeper, dem er keine Chance ließ, als er bei einem Abwehrversuch ins eigene Netz traf. Getaneh Kebede hatte zuvor den Ausgleich für die Antilopen erzielt, und der 2:1-Sieg der Gastgeber entfesselte ausgelassene Feierlichkeiten im ganzen Land.

Glück und Trauer
Kap Verde war ein weiteres Land, das für eine große Überraschung sorgte. Die kleine Nation mit einer Einwohnerzahl von knapp 500.000 Menschen musste sich mit dem viermaligen WM-Teilnehmer Tunesien messen und fügte den Adlern von Karthago im letzten Gruppenspiel in Rades eine ebenso sensationelle wie seltene Heimniederlage zu. Doch zum Leidwesen der kapverdischen Spieler und des ganzen Landes stellte sich heraus, dass die blauen Haie einen nicht spielberechtigten Akteur in dieser Partie eingesetzt hatten. Nach dem aberkannten Sieg wurden sie an der Spitze von den Nordafrikanern abgelöst, die in der Playoff-Runde gegen Kamerun um einen Platz in der WM-Endrunde kämpften und verloren.

Ghanaisches Schützenfest
In der Playoff-Runde kam es zum Aufeinandertreffen zwischen Ghana und Ägypten. Und auch wenn die Black Stars leicht favorisiert in das Duell gingen, hätten sich wohl nicht einmal die eigenen Fans erträumt, dass sie der nordafrikanischen Fussballmacht im Hinspiel in Kumasi eine schallende 6:1-Niederlage zufügen würden. Nach einem Doppelpack von Asamoah Gyan und weiteren Treffern durch Majeed Waris, Sulley Muntari, Christian Atsu sowie einem Eigentor von Wael Gomaa war Ghana schon vor dem Rückspiel in Kairo praktisch qualifiziert.

Aufholjagd der "Hengste"
Nach zehn Punkten aus den ersten vier Partien schien alles darauf hinzudeuten, dass Kongo in Gruppe E eine der größten Überraschungen der Qualifikation gelingen würde. Das Team lag vor den letzten zwei Partien mit vier Zählern Vorsprung vor den favorisierten Burkinern und würde die Hengste zudem noch vor eigenem Publikum empfangen. Doch die Gäste, die beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal zuvor sensationell den zweiten Platz erreicht hatten, konnten ihre Erfolgsserie fortführen und erreichten dank eines Treffers durch Aristide Bancé in Pointe-Noire einen 1:0-Sieg. Die Burkiner vollendeten ihre kaum für möglich gehaltene Aufholjagd mit einem 1:0-Heimerfolg gegen Gabun, während die roten Teufel von Kamel Djabour in Niger nicht über ein 2:2 hinauskamen.

"Unzähmbare Löwen" kämpfen sich zurück
Ein ähnliches Comeback gelang dem häufigsten WM-Teilnehmer Afrikas, Kamerun. Für Volker Finke, den Trainer der unzähmbaren Löwen, war der Wendepunkt in der Qualifikation das vorletzte Gruppenspiel in Kongo DR: "Wir mussten eine Niederlage vermeiden, um sicherzustellen, dass wir unser Schicksal in den eigenen Händen halten würden, und das ist uns gelungen", sagte der deutsche Coach. Nach dem torlosen Unentschieden in Kinshasa war die Bühne für eine dramatische Entscheidungspartie gegen den ärgsten Verfolger Libyen bereitet. Dank eines Treffers durch Aurelien Chedjou sicherten sich die Kameruner einen 1:0-Sieg und den Platz in der letzten Runde.

Spieler im Fokus Kevin-Prince Boateng (GHA)
Boateng ist in gewisser Weise das Enfant terrible des ghanaischen Fussballs. Nachdem er sich in der Saison 2011/12 aus der Nationalmannschaft zurückgezogen hatte, um sich auf seine Aufgaben im Verein zu konzentrieren, stellte sich der in Deutschland geborene Mittefeldspieler vor der Playoff-Runde gegen Ägypten wieder zur Verfügung, konnte aber verletzungsbedingt nicht zum 6:1-Sieg in der ersten Partie beitragen. Im Rückspiel kam er aber als Einwechselspieler zum Einsatz und erzielte bei der 1:2-Niederlage seiner Mannschaft prompt den einzigen Treffer. Wenn er in der Mannschaft bleibt und sein volles Potenzial ausschöpft, könnte er einer der Stars in Brasilien werden.

Gervinho (CIV)
Der ivorische Stürmer wechselte zu Beginn der Saison vom englischen Premier-League-Klub FC Arsenal nach Italien zum AS Rom und trug wesentlich dazu bei, dass der Hauptstadtklub in diesem Jahr mit zehn Siegen zum Auftakt die Serie A im Sturm eroberte. Wenn er seine Form beibehält, könnte der 26-Jährige bei seiner zweiten WM-Teilnahme im nächsten Sommer für Furore sorgen.

Emmanuel Emenike (NGA)
Im Gegensatz zu Boateng und Gervinho hat Emenike noch nie an einer WM-Endrunde teilgenommen. Doch der Trainer der Super Eagles, Stephen Keshi, sprach dem Stürmer von Fenerbahçe Istanbul sein Vertrauen aus, und dieser zahlte es mit Toren zurück. Der 26-Jährige, der sich bei der letzten Afrikameisterschaft die Torjägerkrone teilte, erzielte beim wichtigen 2:1-Auswärtserfolg in Äthiopien im Hinspiel der Playoff-Runde beide Tore und ebnete den Westafrikanern damit den Weg nach Brasilien.

Zitate *"Da wir uns nun qualifiziert haben, müssen wir gleich morgen mit unseren Vorbereitungen beginnen. Wenn wir bald an die Arbeit gehen, können wir übertreffen, was Ghana vor drei Jahren in Südafrika gelungen ist." 
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Der kamerunische Stürmer Samuel Eto'o strebt im nächsten Jahr in Brasilien das Halbfinale an.

"Seitdem ich Algerien vor 29 Monaten übernommen habe, habe ich gearbeitet, ohne große Worte zu machen, denn am Ende zahlt sich die Arbeit aus. Ich versuche, weniger zu reden und mehr zu arbeiten. Wir haben etwas Großartiges erreicht. Es passiert nicht jeden Tag, dass man sich für eine Weltmeisterschaft qualifizieren kann, und besonders für eine, die in Brasilien stattfindet."
Der algerische Trainer Vahid Halilhodzic hatte sich mit der Elfenbeinküste für Südafrika 2010 qualifiziert, wurde aber wenige Monate vor Beginn des Turniers entlassen.

"Er war so entschlossen, das Team anzutreiben und zur WM zu führen. Er und ich teilen diese Partnerschaft weiter, wir sind Blutsbrüder. Er ist ein guter Mann. Ich könnte nicht stolzer darauf sein, irgendjemand anderes in meinem Team zu haben. Ich habe im Verlauf meiner Karriere großartige Spieler betreut, und Aboutrika steht mit allen auf derselben Stufe. Wenn du ihn in deiner Mannschaft hast, weißt du, dass die richtige Motivation und die richtige Konzentration vorhanden sein werden."
Ägyptens Nationaltrainer Bob Bradley über Mohamed Aboutrika, einen der besten afrikanischen Spieler aller Zeiten, der nie bei einer Weltmeisterschaft glänzen konnte.

*Statistik 28 – *So viele Spiele in Folge blieb Nigeria in der WM-Qualifikation ungeschlagen. Die letzte Niederlage der Super Adler datiert von 2004, als sie gegen Angola unterlagen. Neben Nigeria blieb nur noch die Elfenbeinküste, aktuell mit einer Serie von 21 ungeschlagenen Spielen, in der gesamten afrikanischen Qualifikation ohne Niederlage.

*Die besten Torschützen *Asamoah Gyan, GHA - 6 Treffer
Mohamed Aboutrika, EGY - 6
Mohamed Salah, EGY - 6

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