FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

9 Juni - 9 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™

Djourou: "Ich bin bereit!"

Wie so oft im Fussball eröffnete die Verletzung eines Spielers neue Chancen für einen anderen. Als sich der schweizerische Verteidiger Philippe Senderos (Arsenal London) im Spiel gegen Korea in der 53. Minute mit schmerzverzerrtem Gesicht an seinen Arm fasste, ergab sich für Johan Djourou – ebenfalls bei Arsenal unter Vertrag und auch ein enger Freund von Senderos – die Gelegenheit für einen Auftritt auf der größten Fussballbühne der Welt.

Nach nur wenigen Sekunden des Aufwärmens lief der gebürtige Ivorer aufs Feld und verteidigte mit seiner Mannschaft die knappe 1:0-Führung gegen energisch angreifende Koreaner. Aber der 19-Jährige, der bei Arsenal bisher erst sechs Ligaspiele absolvierte und bei keinem einzigen Qualifikationsspiel der Schweiz auf dem Platz stand, da er sein erstes Länderspiel erst im November bestritt, war alles andere als nervös und bot eine solide und fehlerfreie Leistung.

"Natürlich ist es schlimm, wenn man mit ansehen muss, wie ein Mannschaftskamerad beim Club und im Nationalteam mit so einer Verletzung vom Platz muss", sagte Djourou, der als Schüler bei einer irischen Familie in London lebte, nach dem 2:0-Sieg gegen Korea, der auch den bemerkenswerten Gruppensieg der Eidgenossen bedeutete, im Gespräch mit FIFAworldcup.com.

"Aber ich konnte das aus dem Kopf bekommen und brachte eine gute Leistung. Wir spielten in einer großartigen Atmosphäre eines WM-Spiels gegen eine sehr gute Mannschaft, und es war ein tolles Gefühl, hier auf dem Platz zu stehen. Ich freue mich sehr darüber, aber ich habe auch Mitleid mit meinem Freund Senderos."

Der junge Johan, der erst vier Länderspiele auf dem Buckel hat, muss auch weiterhin damit fertig werden. Der Mannschaftsarzt bestätigte, dass Senderos wegen seiner ausgekugelten Schulter mindestens zwei Wochen pausieren muss, womit die WM für den Youngster wohl gelaufen ist.

Djourou, der auch bei Arsenal nur Ersatz für Senderos ist, fühlt sich jedoch nicht unter Druck gesetzt, sondern freut sich vielmehr auf seine Chance. "Fussball ist für mich eine Leidenschaft. Ich will zu jeder Zeit und überall spielen. Deshalb freue ich mich, wenn ich spielen kann", strahlte der Schweizer über das ganze Gesicht. "Es ist normal, dass man etwas nervös ist, aber ich habe genug Vertrauen in mich selbst und in meine Fähigkeiten. Ich konzentriere mich nur auf die positiven Dinge und versuche, mich als Spieler zu verbessern. Fussball bedeutet für mich Freude, und das möchte ich in jedem Spiel zeigen."

Ich bin bereit!

Djourou wünschte seinem Freund und Teamkollegen Senderos eine baldige Genesung: "Ich hoffe, Philippe kommt bald wieder zurück, denn er ist nicht nur mein Freund, sondern auch ein großartiger Spieler. Wie alle anderen in der Mannschaft hoffe ich wirklich, dass er schnell wieder gesund wird. Aber sollte er es nicht sein, stehe ich zur Verfügung... Ich bin bereit!"

Auf Djourou, der für den Rest der WM sehr wahrscheinlich in der Startformation stehen wird, wartet ein Duell mit niemand geringerem als einem der besten Stürmer der Welt: Er wird es mit Andriy Shevchenko zu tun bekommen, der für den AC Mailand Tore am Fließband erzielte. Aber der Youngster zeigt keine Nerven und wird versuchen, die perfekte Serie der schweizerischen Verteidigung fortzusetzen, die bisher noch keinen einzigen Gegentreffer hinnehmen musste.

"Die Ukraine ist eine sehr gefährliche Mannschaft, das ist jedem bekannt. Sie haben mit Andriy Shevchenko einen der besten Stürmer der Welt in ihren Reihen. Noch wichtiger ist es jedoch zu wissen, dass wir ebenfalls eine gute Mannschaft haben. Im Spiel gegen Korea haben wir bewiesen, dass wir sehr stark sind, und dass man uns nicht unterschätzen darf. Wir haben zudem kein einziges Tor hinnehmen müssen, das ist eine beeindruckende Leistung. Wir wissen, dass wir genug Potenzial besitzen, dieses Spiel zu gewinnen. Wir müssen diese Chance nutzen."

Wenn die Eidgenossen dieses von Djourou angesprochene Potenzial auf dem Platz umsetzen können, haben sie gute Chancen, das Viertelfinale zu erreichen. Vorausgesetzt, der Teenager kann sich gegen Shevchenko behaupten.