FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

9 Juni - 9 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™

"Dieser deutschen Elf ist noch einiges zuzutrauen"

Die Analyse von Francisco Maturana (Kolumbien):

Das erste Achtelfinale bei diesem Turnier hat einen verdienten und würdigen Sieger Deutschland gesehen. Die deutsche Mannschaft weiß um ihre Verantwortung als WM-Gastgeber und im Hinblick auf ihre Turniergeschichte. Von der ersten Minute an hat sie die Entscheidung gesucht, hat nach vorne gespielt und ist mit zwei Toren innerhalb von zwölf Minuten belohnt worden.

Eine herausragende Leistung von Miroslav Klose vor allem in der ersten Stunde, dazu Lukas Podolski – mit zwei so gefährlichen und treffsicheren Stürmern war das absehbar. Mitte der ersten Halbzeit folgte dann noch der Platzverweis für den Schweden Lucic, was die Sache für die deutsche Mannschaft erleichtert hat.

Schwedens Trainer hat in der Halbzeit seine Mannschaft sicher noch mal aufgerichtet, aber der verschossene Elfmeter von Larsson war bezeichnend für den gesamten Spielverlauf. Hätte er diesen verwandelt, es wäre sicher noch einmal eng geworden. Aber so hat die deutsche Elf erneut die Kontrolle übernommen, während sich die Schweden von da an geschlagen gegeben haben.

Diese deutsche Mannschaft bildet mit den eigenen Fans im Rücken eine große Einheit. Mit dieser guten Stimmung, zwei ausgezeichneten Stürmern, dahinter zwei Mittelfeldspielern wie Ballack und Frings, die den Rhythmus bestimmen – dieser Elf ist noch einiges zuzutrauen. Um diese deutsche Mannschaft in Deutschland zu bezwingen bedarf es eines Gegners, der fussballerisch deutlich stärker sein muss.

Ich bin zwar nach wie vor der Meinung, dass die Schwächen der deutschen Mannschaft in der Defensive liegen, aber die Art und Weise, wie die Mannschaft nach vorne spielt und diese Euphorie, überdecken diese Defizite. Andererseits muss man der deutschen Abwehr bei aller Kritik eines zugute halten: Sie spielt äußerst effektiv, ist mit hohen Bällen kaum zu überwinden und geht auch in vielen Eins-gegen-Eins-Situationen aufgrund ihrer langen Beine als Sieger hervorgehen. Es mag vielleicht nicht besonders ästhetisch ausschauen. Aber drei Spiele in Folge ohne Gegentreffer sprechen für sich.