FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

9 Juni - 9 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™

Die Schweizer "Jungen Wilden" fürchten niemanden

Die Schweiz ist eine der größten Brutstätten von potenziellen Kandidaten für die Gillette-Auszeichnung zum besten jungen Spieler. In der Begegnung gegen Frankreich haben zwei dieser hochtalentierten Nachwuchsspieler eine entscheidende Rolle beim 0:0-Unentschieden der Eidgenossen gegen die Weltmeister von 1998 gespielt. In einem Schweizer Nationalteam, das eine neue, aufstrebende Generation verkörpert, die sich auf "ihre" UEFA Europameisterschaft 2008 vorbereitet, haben die herausragenden Philippe Senderos und Tranquillo Barnetta am heutigen Dienstag, 13. Juni 2006, ohne Zweifel entscheidend zum schweizerischen Erfolg beigetragen.

Unter den 23 Spielern, die von Köbi Kuhn in den Kader für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ berufen wurden, befinden sich nicht weniger als fünf Akteure, die nach dem 1. Januar 1985 geboren sind. In der Partie gegen die Franzosen hat Kuhn zwei von ihnen in der Schweizer Startformation aufgeboten.

Philippe Senderos, der Innenverteidiger vom englischen Premier-League-Klub Arsenal London, ist trotz seiner erst 21 Jahre ein tragender Pfeiler in der Abwehr der schweizerischen "Nati". Mit unglaublicher Ruhe und Abgeklärtheit hat der junge Senderos solche Weltklassestürmer wie Thierry Henry, Sylvain Wiltord oder Louis Saha scheinbar mühelos in Schach gehalten. Während der gesamten 90 Minuten hat er keinen einzigen Abwehrfehler begangen und somit die Franzosen höchst effektiv daran gehindert, zum Torerfolg zu kommen. Zudem beeindruckt er auf dem Platz mit seinen 1,90 m Größe und 97 kg Gewicht nicht nur durch seine physische Präsenz. Er ist außerdem auch ein exzellenter Techniker, bei Kopfballduellen fast unbezwingbar und, was diesen perfekten Spielertyp komplettiert, er überzeugt durch sein intelligentes Spiel. Kurzum, dieses junge Nachwuchstalent steuert einer strahlenden Zukunft entgegen.

Tranquillo Barnetta im Angriff

Im Schweizer Angriff hat Mannschaftskamerad Tranquillo Barnetta ebenfalls alles gegeben. Der Stürmer vom deutschen Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen versetzte die Defensivabteilung der Équipe Tricolore nach nur 15 Spielminuten mit einem 25-Meter-Gewaltschuss zum ersten Mal in Angst und Schrecken. Im weiteren Spielverlauf bekam er meistens den Druck der Franzosen zu spüren, anstatt seine Stürmerqualitäten weiterhin entfalten zu können. Nicht besser erging es seinen restlichen Nationalmannschaftskameraden.

Aber in der zweiten Halbzeit konnte er sich nach einem auf der linken Seite schnell und entschlossen vorgetragenen Angriff der Eidgenossen erneut sehr gefährlich in Szene setzen. Barnetta spielte gegen solche internationalen Weltklassespieler wie Lilian Thuram oder William Gallas frech und ohne Komplexe. Es war vielleicht die Tatsache, dass die Schweizer Jungstars am heutigen Nachmittag ohne irgendwelche Hemmungen frei aufgespielt haben, die das Spiel im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion zu einer richtig spannenden Angelegenheit gemacht hat.

Ein weiterer Aktivposten im Schweizer Team war der 19-jährige Johan Djourou, der in einer Phase des Spiels eingewechselt wurde, als die eidgenössische Defensivabteilung ein wenig mehr Unterstützung brauchte, weil die Franzosen wieder den Druck zu erhöhen begannen. Djourou hätte dann sogar noch in den allerletzten Sekunden des Spiels die Möglichkeit gehabt, doch noch den Siegtreffer für die Schweizer zu erzielen, wenn Alexander Frei nicht seine Hände im Spiel gehabt hätte.

Aufgrund eines solch hohen Maßes an Aufopferungsbereitschaft, Engagement und Abgeklärtheit will man den Worten von Nationaltrainer "Köbi" Kuhn kaum Glauben schenken, wenn er behauptet: "Für uns kommt diese Weltmeisterschaft vielleicht ein wenig zu früh." Aber die Fans sind der festen Überzeugung, dass seine geballte Ladung an jungen Top-Nachwuchsspielern bei dieser WM-Endrunde in Deutschland ist, um ihm zu beweisen, dass er sich irrt.