FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

12 Juni - 13 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™

Die Entscheidungen sind gefallen

© AFP

Der letzte Spieltag der Qualifikation für Brasilien 2014 verlief in der Europa-Zone beinahe ohne Überraschungen: So sind Belgien, Italien, Deutschland, die Niederlande, die Schweiz, Russland, Bosnien-Herzegowina und Spanien (Gruppe I) jeweils als Gruppenerste qualifiziert.

Die vier noch offenen Plätze gehen an die Gewinner der Playoffs, die aus den acht besten Gruppenzweiten der neun Gruppen ermittelt werden. Dies sind: Kroatien, Frankreich, Griechenland, Island, Portugal, Rumänien, Schweden und die Ukraine. Dänemark hingegen ist als schwächster Gruppenzweiter ausgeschieden. Die Gruppenköpfe werden anhand der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste festgelegt, die am Donnerstag um 10:00 Uhr in Zürich enthüllt wird.

Das Topspiel
England – Polen 2:0
*Tore: Wayne Rooney (41.), Steven Gerrard (88.) *

Unter den Pfiffen der 20.000 polnischen Anhänger im Wembley-Stadion wollte England von Anfang an zeigen, wer Herr im Haus ist. Die Mannschaft spielte selbstbewusst, aggressiv und entschlossen, machte aber aus ihren Chancen nichts. Die Gelegenheiten von Steven Gerrard und Co. parierte mit Wojciech Szczesny ausgerechnet ein England-Legionär stets tadellos. So war England spielbestimmend, aber bei mehreren Gelegenheiten auch konteranfällig. Zum Glück für die Gastgeber zeigte sich aber auch Joe Hart auf der Höhe. Schließlich war es wieder einmal Wayne Ronney, der mit seinem Kopfball ins lange Eck kurz vor der Pause den Bann brach. Nach Wiederanpfiff ließ die Intensität der Partie um keinen Deut nach. Die Three Lions schossen insgesamt 27 Mal aus Tor und mussten doch bis zur 88. Minute warten, bis ihr Kapitän mit einer Willensleistung alles klar machte. Englands alte Garde hat es also immer noch drauf.

Die anderen Begegnungen
Gruppe A
Belgien – Wales 1:1
Schottland – Kroatien 2:0
Serbien – Mazedonien 5:1

Die bereits qualifizierten Belgier schienen mit dem Kopf nicht mehr ganz bei der Sache zu sein und leisteten sich ihr zweites Unentschieden (bei acht Siegen). Am Ende hatten die Roten Teufel trotzdem neun Punkte Vorsprung auf Platz zwei, weil Kroatien gegen Schottland enttäuschte und unterlag. Dabei war es für die Kroaten ein echtes Spiel mit dem Feuer: Letztlich waren sie so nur um einen Punkt besser als der schlechteste Zweitplatzierte.

Gruppe B
Italien – Armenien 2:2
Bulgarien – Tschechische Republik 0:1
Dänemark – Malta 6:0

Am Ende blieb Italien zwar ungeschlagen, tat sich aber gegen Armenien sehr schwer und musste zwei Mal einen Rückstand aufholen. Den Endstand stellte der unverzichtbare Mario Balotelli eine Viertelstunde vor Schluss her. Dänemark seinerseits wurde dank eines Kantersiegs gegen Malta Zweiter in einer hinter Italien sehr umkämpften Gruppe. Doch genau dieser Ausgeglichenheit wegen kamen die Skandinavier letztlich nur auf zehn Punkte, von denen zudem allein sechs aus den Begegnungen gegen Malta stammten. Damit kam Dänemark auf die wenigsten Punkte aller neun Zweitplatzierten.

Gruppe C
Schweden – Deutschland 3:5
Färöer – Österreich 0:3
Republik Irland – Kasachstan 3:1

Dass Deutschland Erster und Schweden Zweiter werden würde, stand schon vor dem Spiel fest. Dennoch gab es nach dem 4:4 im Hinspiel vor genau einem Jahr wieder acht schöne Tore zu bestaunen. Nach 42 Minuten lag Deutschland mit 0:2 zurück, doch noch vor der Pause schaffte Mesut Özil den Anschlusstreffer. Kurz nach Wiederanpfiff glich Mario Götze dann aus. Anschließend enteilte die DFB-Auswahl durch den dreifachen Torschützen André Schürrle sogar noch vollends. Deutschland legte somit einen fast fehlerfreien Parcours hin und beendete die Qualifikation mit neun Punkten vor Schweden, das an diedem letzten Spieltag auf Zlatan Ibrahimovic verzichten musste.

Gruppe D
Türkei – Niederlande 0:2
Ungarn – Andorra 2:0
Rumänien – Estland 2:0

Die Niederlande, als eine der ersten Mannschaften qualifiziert, gewannen auch das neunte Spiel in der Türkei. Die Tore schossen Arjen Robben und Wesley Sneijder. Unterm Strich kam Oranje damit auf durchschnittlich 3,4 Tore und nur 0,5 Gegentore pro Spiel. Rumänien sicherte sich den zweiten Gruppenplatz durch einen Doppelpack von Ciprian Marica gegen Estland. Mit 13 Punkten, davon allerdins sechs aus den Spielen gegen Andorra, zieht Rumänien in die Playoffs ein.

Gruppe E
Schweiz – Slowenien 1:0
Norwegen – Island 1:1
Zypern – Albanien 0:0

Sieben Siege, drei Unentschieden und sieben Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger: In dieser Gruppe war die Schweiz das Maß der Dinge. Das letzte Spiel war für beide Seiten eine Frage der Ehre. Slowenien wollte seine Minimalchance noch nutzen, die Eidgenossen sich nichts nachsagen lassen und mit einem Sieg verabschieden. Heraus kam ein 1:0 für die Gastgeber durch Granit Xhaka. Island, die eigentliche Entdeckung der Qualifikation in Europa, sicherte sich einen wertvollen Punkt in Norwegen, der die Teilnahme an den Playoffs bedeutet.

Gruppe F
Aserbaidschan – Russland 1:1
Portugal – Luxemburg 3:0
Israel – Nordirland 1:1

Russland ist in Brasilien dabei, aber die Fans mussten bis zum Schlusspfiff zittern. Das lag daran, dass Roman Shirokov zwar recht früh die Führung erzielte, Russland in der Druckphase danach aber kein zweites Tor nachlegen konnte und sich am Ende nur noch hinten rein stellte. Das misslang insofern, als Vagif Javadov kurz vor Schluss eine Flanke von Mohir Shukurov nutzte, um den Ball wuchtig ins gegnerische Tor zu köpfen. Fabio Capello hat sein Ziel erreicht, aber die Nachlässigkeiten in der Schlussphase dürften ihm nicht gefallen haben. Gegen Luxemburg gewann Portugal auch ohne Cristiano Ronaldo. Die Torschützen Silvestre Varela, Nani und Helder Postiga schossen ihre Mannschaft in die Playoffs.

Gruppe G
Litauen – Bosnien-Herzegowina 0:1
Griechenland – Liechtenstein 2:0
Lettland – Slowakei 2:2

Eine Stunde lang war Griechenland für Brasilien qualifiziert. Das so wichtige Tor von Dimitriso Salpingidis setzte Bosnien-Herzegowina, das gegen Litauen einfach den Ball nicht im Tor unterbringen konnte, im Parallelspiel mächtig unter Druck. Die Anspannung war greifbar, ebenso allerdings auch die Erlösung, als das Duo Edin Dzeko/Vedad Ibisevic schließlich für die Entscheidung sorgte. Bosnier und Griechen beenden die Qualifikation punktgleich, aber Dzeko und Co. haben gegenüber ihrem schärfsten Konkurrenten die deutlich bessere Tordifferenz und nehmen deshalb zum ersten Mal in ihrer Geschichte an einer WM-Endrunde teil. Griechenland bestreitet die Playoffs.

*Gruppe H *
San Marino – Ukraine 0:8
Montenegro – Moldawien 1:4

Die Ukraine machte ihre Hausaufgaben, war aber vom Ergebnis in England abhängig. Nun muss sie erneut versuchen, sich über die Playoffs zu qualifizieren.

Gruppe I
Spanien – Georgien 2:0
Frankreich – Finnland 3:0

Frankreich setzte seinen Aufschwung gegen Finnland durchaus fort, aber das Wunder blieb aus: Mehr als die Playoffs waren nicht drin. Weltmeister Spanien nämlich blieb ungeschlagen an der Spitze der Gruppe und gewann auch sein letztes Spiel gegen Georgien durch Tore von Alvaro Negredo und Juan Mata.

Der Spieler des Tages
Wayne Rooney (ENG)

Wayne Rooney ist immer dann zur Stelle, wenn Not am Mann ist. Am 15. Oktober erzielte er gegen Polen sein siebtes Tor in der Qualifikation. Schon in der Qualifikation für die WM 2010 war er mit seinerzeit sogar neun Toren Englands Lebensversicherung gewesen. Damit ist der Mann aus Manchester der erste Spieler, der in zwei WM-Qualifikationen Englands bester Torschütze wurde.

Das Tor des Tages
Frankreich – Finnland, 1:0, Franck Ribéry (8. Minute)
Mathieu Valbuena spielte den Ball am linken Strafraumeck auf Franck Ribéry, der nach innen zog, Kari Arkivuo aussteigen ließ und einen mächtigen Schuss genau in den Winkel jagte. Es war ein Tor, das sinnbildlich für Ribérys außergewöhnliche Saison stand.

Die Zahl des Tages
103 –So viele Länderspiele hat Philipp Lahm, der aktuelle Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, jetzt bestritten. Damit hat er den legendären Franz Beckenbauer auf Platz sechs der deutschen Bestenliste eingeholt. Zwei Länderspiele fehlen ihm noch auf Jürgen Kohler, aber Rekordhalter Lothar Matthäus (150) kann (noch) unbesorgt sein.

Ihre Meinung zählt!
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