FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

9 Juni - 9 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™

Die "Black Stars" wollen überraschen

Die Ghanaer, die oft als die "Brasilianer Afrikas" bezeichnet werden, haben sich für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ eine ganze Menge vorgenommen. Dass sie in der schwierigen Gruppe E (Italien, Tschechische Republik und USA) als krasser Außenseiter angesehen werden, stört sie dabei nicht im Geringsten.

"Wir haben vor niemandem Angst. Wir haben ein sehr starkes Team und auch die Power, um es in die nächste Runde zu schaffen. Wenn wir es ins Achtelfinale schaffen sollten, haben wir auch das Potenzial, um uns vielleicht sogar bis ins Halbfinale durchzukämpfen", erklärte der serbische Nationaltrainer Ghanas Ratomir Dujkovic, der seit März 2005 das Ruder bei den Black Stars übernommen hat.

"Wir rechnen fest damit, bei dieser Endrunde gute Resultate zu erzielen. Wir sind hier angetreten, um zu gewinnen und nicht um, gemäß dem olympischen Gedanken, nur dabei zu sein", führt der Trainer weiter aus, der diese WM-Chance außerdem auch nutzen möchte, um "seinem persönlichen Lebenslauf ein weiteres Highlight hinzuzufügen."

Der 43-jährige Abedi Pelé, mit 67 Länderspieleinsätzen und dem dreimaligen Gewinn des Goldenen Balles in Afrika der erfolgreichste Fussballer in der Geschichte Ghanas, erklärt, dass es für ihn persönlich "in einem Turnier wie der WM nicht ausreicht, nur gut zu spielen. Man muss sich dieser Herausforderung vor allem mit eiserner Disziplin stellen." Und gerade was diesen Punkt betrifft, ist die Mannschaft bei ihrem Nationaltrainer Dujkovic sehr gut aufgehoben.

"Talentierte Spieler hatten wir in Ghana schon immer in Hülle und Fülle. Und in punkto Ballbehandlung und Technik sowie Antrittsschnelligkeit sind die ghanaischen Spieler zweifelsohne die Besten in Afrika. Außerdem haben wir in jüngster Zeit auch einen enormen Entwicklungssprung auf technischer und taktischer Ebene gemacht, was in der Vergangenheit immer eine unserer Schwachstellen war", fügt Pelé hinzu, der Botschafter der nächsten FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ ist.

"Meine Spieler fürchten niemanden"

"Alle meine Nationalspieler stehen bei großen internationalen Klubs unter Vertrag und bestreiten regelmäßig Partien in der UEFA Champions League oder im UEFA-Pokal. Sie haben vor niemandem Angst", unterstreicht Dujkovic, so als ob er seine Kritiker zum Schweigen bringen und seinen Spielern einen Motivationsschub versetzen wollte, die im Begriff sind, die erste WM-Endrunde in der Geschichte ihres Landes zu bestreiten.

"Wir könnten in der Tat die Überraschungsmannschaft dieses Turniers werden, denn wir verfügen auf allen Positionen über ein sehr gutes Spielerpotenzial. Insbesondere unser Mittelfeld ist mit einigen Hochkarätern besetzt und zeichnet sich durch exzellente Spieltaktik aus", ergänzt der Mittelfeldakteur Otto Addo, der seit 2005 beim FSV Mainz 05 spielt.

Es steht außerdem außer Frage, dass das Duo bestehend aus Michael Essien (FC Chelsea) und Stephen Appiah (Fenerbahçe Istanbul) der eigentliche Antriebsmotor einer Mannschaft ist, die mit ihrer Vorbereitungsphase und den entsprechenden Testspielen durchaus zufrieden sein kann, denn mit dem 4:1 gegen Jamaika und dem 3:1 gegen die Republik Korea sowie einem respektablem 1:1 gegen die Türkei gehen die Ghanaer mit zwei beeindruckenden Siegen und einem durchaus ermutigendem Unentschieden im Rücken in ihr erstes WM-Spiel.

Dass Ghana es in seinem ersten Vorrundenspiel mit der traditionellen Fussballgroßmacht Italien zu tun bekommt, bereitet dem bedingungslosen Optimisten Dujkovic keine schlaflosen Nächte. "Die Italiener haben eine sehr starke Mannschaft. Und ich glaube außerdem auch nicht, dass die verbandsinternen Probleme, die der italienische Fussball im Augenblick durchlebt, in irgendwelcher Form die Einstellung und die Leistung der italienischen Spieler bei dieser WM-Endrunde beeinflussen werden. Italien ist gefestigt und stark genug, um diese WM gewinnen zu können. Und Marcello Lippi hatte den großen Vorteil auf seiner Seite, dass alle seine Spieler in der italienischen Serie A spielen. Das ist sehr viel praktischer für einen Nationaltrainer, weil die Spieler dann unmittelbar verfügbar sind. Ich selbst musste hingegen viel Zeit in Europa verbringen, um alle meine Spieler in ihren jeweiligen Klubs beobachten zu können."

Als nächster Ausrichter des Afrikanischen Nationen-Pokals (2008) ist Ghana jedoch fest entschlossen, "seine Fans glücklich zu machen. Die Atmosphäre, die man hier schnuppern kann, ist einfach toll. Wir haben keine verletzungsbedingten Ausfälle zu beklagen und alle meine Spieler sind voll motiviert. Ich kenne die Entschlossenheit meiner Jungs nur allzu gut", erklärt Dujkovic gelassen und mit der festen Absicht, im Konzert der ganz Großen bei dieser WM-Endrunde mitzuspielen.

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