FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

9 Juni - 9 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™

Die Akteure des Finales unter der Lupe

Am Sonntagabend ab 20.00 Uhr werden die Augen von Millionen Fernsehzuschauern in der ganzen Welt auf die 22 Fussballer auf dem Rasen des Berliner Olympiastadions gerichtet sein. Einige von ihnen sorgten bei diesem Turnier bereits für positive Überraschungen, andere leisteten gleichfalls einen wertvollen Beitrag zum Erfolg ihrer Mannschaft, ohne jedoch im Vordergrund zu stehen. Neben den künftigen Stars werden in dieser Partie auch jene Akteure zu sehen sein, für die das Finale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ die letzte Möglichkeit bietet, um ihr großartiges Können zu demonstrieren.

Die Überraschungen

Franck Ribéry ist die französische Entdeckung des Turniers schlechthin. Der Profi von Olympique Marseille, der für das Freundschaftsspiel gegen Mexiko am 27. Mai 2006 erstmals für die Nationalmannschaft nominiert wurde, sorgte einerseits für ständige Unruhe in den gegnerischen Abwehrreihen, andererseits harmonierte er auf beeindruckende Weise mit seinem Vorbild Zinédine Zidane, mit dem er einige sehenswerte Kombinationen zeigte.

Eric Abidal erwies sich als zuverlässiger und effizienter Verteidiger. Auch scheute er sich nicht, seine Position als Linksverteidiger bei Bedarf zu verlassen. Zusammen mit Lilian Thuram, William Gallas und Willy Sagnol bildet Abidal eine Vierer-Abwehrkette, die zweifellos zu den besten dieses Turniers zählt.

Fabio Grosso war nach dem Ende der Nationalmannschaftskarriere von Paolo Maldini sowie aufgrund der wiederholten Verletzung von Francesco Coco in den WM-Kader gerückt und eroberte sich schon bald einen Stammplatz als derzeit bester italienischer Linksverteidiger. Nach einer erfolgreichen Saison bei US Palermo tat er sich in Deutschland 2006 bereits zweimal auf herausragende Weise hervor: erstens beim Elfmeter, den er in der letzten Minute der Partie gegen Australien herausholte, zweitens mit seinem enorm wichtigen Treffer im Halbfinale gegen Deutschland.

Simone Perrotta ist schnell und wesentlich offensiver, als seine Position auf der linken Außenbahn vermuten lässt. Besonders hervorzuheben ist sein enorm schneller Antritt.

Die Spieler im Hintergrund

Claude Makélélé, von dem die meisten Zuspiele auf Zidane ausgingen, erwies sich als effiziente Schaltzentrale und Anspielstation. Fast immer lief der Ball über ihn. Seine Übersicht und Ballkontrolle im Mittelfeld waren beeindruckend.

William Gallas Bildet ebenso so wie sein Klubkamerad von Chelsea London mit Lilian Thuram die französische Innenverteidigung. Er gilt als einer der zweikampfstärksten Akteure im französischen Nationalteam und hat sich seit seinem Weggang von Olympique Marseille ständig weiterentwickelt. Zusammen mit Willy Sagnol gehört er inzwischen zu der neuen Generation von Führungsspielern der Bleus.

Gennaro Gattuso ist ein kompromissloser Manndecker und der "Abräumer" vom Dienst in der Squadra Azzurra, der seinen unmittelbaren Gegenspieler über die gesamte Spieldauer nicht aus den Augen lässt und keinem Zweikampf aus dem Wege geht, obwohl er von der Statur her nicht gerade der Kräftigste ist. Er verkörpert den Prototypen des unersetzlichen Kämpfers.

Die Stars

Zinédine Zidane zeigte nach anfänglichem Übereifer in der Vorrunde ab dem Achtelfinale sein wahres fussballerisches Können. Spanien und Brasilien bekamen das auf eine für beide Mannschaften schmerzliche Weise zu spüren.

Patrick Vieira brachte Frankreich mit seinem Treffer gegen Togo wieder auf die Erfolgsspur. In zwei Spielen (die nachfolgende Partie gegen Spanien mitgerechnet) erzielte er zwei Tore und gab zwei Torvorlagen. Die Krake, so sein Spitzname, hat sich damit eindrucksvoll zurückgemeldet.

Lilian Thuram: Der Bianconero (Profi von Juventus Turin) hätte früher sicher einen idealen Helfer von General Vauban abgegeben, denn als Verteidiger scheint er schier unüberwindlich zu sein. Derzeit beherrscht er seine Rolle nahezu perfekt. Davon zeugt allein seine Leistung im Halbfinale gegen Portugal, mit der er seinen "Anfänger"-Fehler aus der Partie gegen Spanien wieder vergessen machen konnte.

Fabio Cannavaro wird, falls er nicht noch in letzter Minute wegen Verletzung passen muss, sein 100. Länderspiel für Italien bestreiten. Er ist ein Musterbeispiel für couragierten, aufopferungsvollen und professionellen Fussball. Gegen Frankreich trifft er im direkten Duell auf Thuram.

Gianluca Zambrotta ist enorm schnell und ebenso als Abwehrspieler wie als Stürmer einsetzbar. Nachdem er gegen die Ukraine einen wichtigen Treffer erzielte hatte, jagte er gegen Deutschland einen Knaller an die Querlatte.

Spieler, die es eigentlich besser können

Thierry Henry: Trotz seiner drei Tore war der Torjäger von Arsenal London bislang eher eine Enttäuschung, so die Einschätzung der französischen Öffentlichkeit. Sein Problem ist, dass zwischen dem Torerfolg in seinem Klub und der Trefferquote im Nationaltrikot eine große Lücke klafft. Wird der beste Torschütze in der Vereinsgeschichte von Arsenal London und zweitbeste Torschütze aller Zeiten der Les Bleus noch einmal zuschlagen können?

Francesco Totti spielt bei einem der größten Klubs der Welt und läuft seit seiner schweren Verletzung, die noch nicht völlig auskuriert scheint, in den Augen der Italiener seiner Nationalmannschaftsform hinterher. Allerdings konnte er sich von Spiel zu Spiel steigern, so dass er gerade noch rechtzeitig für das Finale in der richtigen Form sein könnte.