FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

11 Juni - 11 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™

DFB-Auswahl: Nächste Etappe erreicht

The Germany team celebrate victory and third place
© Getty Images

"Es war für uns ein bemerkenswertes Turnier. Was wir geschafft haben, konnte man vor acht, neun Wochen nicht unbedingt erwarten." Zufrieden präsentierte sich Bundestrainer Joachim Löw nach dem 3:2-Sieg der deutschen Nationalmannschaft im Spiel um Platz drei der FIFA WM 2010™ gegen Uruguay. Jede Menge Tore und bemerkenswerter Kombinationsfussball haben Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Co. weltweit viel Anerkennung eingebracht. Und das, obwohl mit Michael Ballack der eigentliche Kapitän des Teams das Turnier verletzungsbedingt verpasste.

Die Auswahl des Deutschen Fussball-Bundes (DFB) hat sich in den letzten Wochen selbst ein neues Gesicht verpasst. Unbekümmertheit, jugendliche Frische und Risikobereitschaft sind die Charaktereigenschaften, mit denen Löws Schützlinge den Fussball-Fans in allen Ecken des Globus eindrucksvoll bewiesen haben, dass nicht mehr nur Effizienz, Geradlinigkeit sowie eine starke Physis die Erfolgsgaranten des dreimaligen Welt-Titelträgers sind.

Fortan steht der deutsche Fussball auch für Offensive und Kreativität. Zwar konnte die DFB-Auswahl jene Qualitäten bei der bitteren 0:1-Niederlage gegen Spanien im Halbfinale nicht vollends in die Waagschale werfen, dafür aber umso beeindruckender zuvor beim 4:1-Sieg gegen England um beim 4:0-Triumph gegen Argentinien.

Entwicklung noch nicht abgeschlossen"Es war ganz wichtig für uns, einen Großen zu schlagen. Das ist gegen die Engländer und vor allem gegen die Argentinier gelungen. Da sind wir einen Schritt weiter als bei den Turnieren zuvor. Wir sind auf einem guten Weg, aber wir müssen noch mehr Sicherheit auf jeder Position entwickeln. Wir brauchen noch Zeit", erklärte Lahm, der in Südafrika Ballacks Kapitänsrolle übernahm, im exklusiven Gespräch mit FIFA.com am Samstagabend in den Katakomben des Nelson-Mandela-Bay-Stadions von Port Elizabeth.

Ähnlich bodenständig sieht es auch Per Mertesacker. Der deutsche Abwehrchef, der gemeinsam mit Nebenmann Arne Friedrich in jedem WM-Spiel in Südafrika über die volle Zeit auf dem Platz stand, erklärte im FIFA.com-Gespräch: "Wir haben eine vielversprechende Mannschaft. Aber wir haben auch gelernt, dass es an der Qualität noch fehlt. Wir müssen uns in allen Bereichen verbessern, uns sind die Grenzen aufgezeigt worden. Aber wenn man mit England und Argentinien zwei Große auf diese Weise bezwungen hat, kann man mit Selbstvertrauen in die nächsten Turniere gehen. Genau das tun wir."

"Champions stehen wieder auf"
Man kann es als die eigentliche deutsche Stärke bezeichnen, trotz dieses Offensiv-Feuerwerks bei der FIFA WM 2010™ nicht in übermäßige Euphorie zu verfallen. Vielmehr verfolgt man seit Jahren eine Philosophie, die bereits Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann gemeinsam mit seinem damaligen Assistenten Löw auf den Weg gebracht hat und die attraktiven Tempo-Fussball vorsieht. In der Kap-Nation hat man in dieser Entwicklung nun die nächste Etappe erreicht: Angesichts ideenreicher Angriffsspieler wie Mesut Özil, Lukas Podolski oder auch dem erst 20 Jahre alten Senkrechtstarter Thomas Müller verfügt man schlichtweg über zunehmend mehr Potenzial, um die Grundideen dieses neuen deutschen Modells auch umzusetzen.

Löw selbst ist optimistisch: "Wir haben hart gearbeitet, unheimlich viel investiert und eine bemerkenswerte Leistung gebracht. Viele Spieler hatten noch nie ein Turnier gespielt. Wir haben unglaublich viele Tore erzielt. Was ich besonders schätzen gelernt habe, war, dass die Mannschaft auch neben dem Platz ein hervorragendes Bild abgegeben hat. Seriöses Arbeiten, mutig sein im Spiel, Risikofreude, Teamwork und Respekt. Sie hat nicht nur miteinander gespielt, sondern auch füreinander. Ich bin stolz, dass wir so ein Bild abgegeben haben."

Im Hinblick auf die nächste WM-Endrunde in vier Jahren in Brasilien, für die viele internationale Medien das deutsche Team nach dem Südafrika-Trip schon als Mitfavorit auf den Titel bezeichnet haben, glaubt der Bundestrainer vor allem zwischen der Spanien-Niederlage und dem Uruguay-Sieg einen Lerneffekt erkannt zu haben: "Champions stehen wieder auf, wenn sie mal verloren haben. Das haben wir geschafft. Wir fahren mit einem unglaublich guten Gefühl nach Hause!"

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