FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022

21 November - 18 Dezember

FIFA Fussball-WM 2022™

Der gefallene Weltmeister: Das erwartet uns 2019

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  • Deutschlands Umbruch bringt neue Grundformation
  • Entstehung eines neuen Gerüsts
  • Ergebnisse sind (noch) verbesserungswürdig

Das Länderspieljahr 2018 brachte der deutschen Nationalmannschaft das unerwartet frühe Ausscheiden als Titelverteidiger in Russland und den Abstieg aus der neuen UEFA Nations League. Doch gerade in den letzten Partien hat Joachim Löw den Umbruch eingeleitet - FIFA.com fasst die Erkenntnisse zusammen.

Geänderte Grundformation

Startete Deutschland nach der FIFA Fussball-WM Russland 2018™ noch mit Viererkette in die neue UEFA Nations League, so wich diese in den letzten drei Partien (Frankreich, Russland, Niederlande) nun der Dreierkette, mit der man beim FIFA Konföderationen-Pokal 2017 erfolgreich gewesen war.

Der Unterschied zu 2017 besteht darin, dass damals noch mit einem Stürmer und einem mit vier Spielern vollgepackten zentralen Mittelfeld gespielt wurde. Nun agiert man mit zwei zentralen Mittelfeldspielern vor der Abwehr und drei schnellen, ihre Positionen ständig rotierenden Angreifern.

Gegen den Ball wird in der Regel aus einem Mittelfeldpressing im 5-2-3 verteidigt (Russland 2017 noch im 5-4-1, ebenfalls im Mittelfeldpressing), sporadisch wird auch mal höher und aggressiver gepresst, insbesondere mit den drei Angreifern.

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Funktionierender Offensivansatz

Der Ansatz zum Erzielen von Toren hat sich fundamental geändert: Folgte man von 2011 bis zur WM 2018 der Idee, den Gegner mit Pass-Stafetten und Ballbesitz zu zermürben, um so zu Torchancen zu gelangen, ist nun schnelles Umschalten und vertikales Spiel auf die drei schnellen Angreifer das gewählte Mittel, um zum Torerfolg zu kommen.

Muster hierfür sind die Entstehung des Handelfmeters in Frankreich, Leroy Sanés und Serge Gnabrys Treffer gegen Russland oder beide Tore gegen die Niederländer. Im Kern ähnelt diese Spielweise dem, was Frankreich im vergangenen Sommer zum Weltmeister gemacht hat. Allerdings wird sich in der EM-Qualifikation zeigen, ob man damit auch gegen kompakte Bollwerke der kleineren Nationen genug Raum finden wird, um diese Bälle in die Tiefe spielen zu können.

Frankreichs WM-Qualifikation etwa weist Ergebnisse wie 0:0 und 2:1 gegen Luxemburg und erneut 0:0 und 2:1 gegen Belarus auf. Zum selben Zeitpunkt holte Deutschland mit dem nun verschmähten Ballbesitz-Fussball etwa ein 6:0 und 3:0 gegen Norwegen oder ein 4:1 und 5:1 gegen Aserbaidschan.

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Neues Gerüst entsteht

Noch bei der WM bestand das Gerüst der deutschen Nationalmannschaft im Kern aus der siegreichen Elf von 2014. Die letzten Länderspiele des nun endenden WM-Jahres zeigten auf, dass sich das Gesicht der DFB-Elf in Zukunft anders präsentieren wird.

An Manuel Neuer im Tor hält der Bundestrainer weiter fest. Niklas Süle und wohl auch noch Mats Hummels sind in der Dreierkette gesetzt, daneben scheint die dritte Position offen zu sein. Die Außenbahnen werden eher defensiv besetzt, rechts ist man mit Thilo Kehrer zufrieden, links ist noch nicht klar, ob Jonas Hector oder Nico Schulz die Nase vorn haben.

Im zentralen Mittelfeld sind Joshua Kimmich und Toni Kroos erste Wahl, was die Einsatzmöglichkeiten für Kai Havertz erst einmal einschränkt. Der Dreier-Sturm hat sich etabliert, Gnabry, Sané und Timo Werner wissen hier auch im Zusammenspiel untereinander immer wieder zu gefallen. Marco Reus, der eigentlich in starker Form ist, fiel da gegen die Niederlande doch ein wenig ab, da er sich auf der Zehner-Position aktuell eigentlich am wohlsten fühlt. Die ist im derzeitigen System aber nicht vorgesehen – es wird spannend, wie Löw damit umgeht.

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Effizienz – und auch nicht

Gegenüber der WM und auch dem 0:3 in den Niederlanden wirkte das DFB-Team in den letzten zwei Partien deutlich effizienter – mit den ersten guten Gelegenheiten gelangen frühe Treffer. Allerdings verpasste man es gegen Oranje, mit den sich danach bietenden Chancen den Sieg unter Dach und Fach zu bringen.

Für Ergebnisse reicht es (noch) nicht

Das Jahr 2018 hat der deutschen Nationalmannschaft vor allem eine Ergebniskrise beschert. Während die dargebotenen Leistungen nicht das angestrebte Spitzenniveau erreichten, so hätte das DFB-Team objektiv betrachtet in mehreren Spielen doch bessere Ergebnisse verdient gehabt als jene, die dann am Ende zustande kamen.

Das gilt auch für den Abschluss des Länderspieljahres gegen die Niederlande, so dass Werner diese Partie treffenderweise als "Spiegelbild des ganzen Jahres" bezeichnete. Unter dem Strich ist Fussball dann aber eben doch ein Ergebnissport – und man wird daran arbeiten müssen, dass Gary Lineker seinen nun abgeänderten Spruch wieder in den Ursprungsstand versetzen muss.

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