FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™

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21 November - 18 Dezember

Äthiopien

Demte zwischen europäischer Herausforderung und äthiopischem Traum

Beneyam Belye Demte (Ethiopia)
© imago images
  • Beneyam Demte ist der neue Star des äthiopischen Fussballs
  • Mit einem Engagement in Europa hat er den ersten Traum verwirklicht
  • Nun möchte er sich einen weiteren Traum erfüllen: die WM-Qualifikation

Äthiopien zählte eine Zeit lang zu den Aushängeschildern des afrikanischen Fussballs. Der Finalist der ersten Auflage des CAF Afrikanischen Nationen-Pokals im Jahr 1957 gewann den prestigeträchtigen Wettbewerb 1962. In den 1970er-Jahren verschwand der äthiopische Fussball dann jedoch in der Versenkung und hatte danach nur kurze Lichtblicke zu verzeichnen. Doch vielleicht ist das Land jetzt auf dem Weg zu einem neuen Höhenflug.

"Ich glaube schon! Äthiopien ist im Aufwind. Der Fussball des Landes wird immer attraktiver", erklärt Beneyam Demte, Mittelfeldspieler der äthiopischen Nationalmannschaft, gegenüber FIFA.com. "Geben Sie uns noch ein bisschen mehr Zeit, damit unser Fussball sich weiterentwickeln und das Niveau erreichen kann, was wir erreichen möchten. Aber die Nationalmannschaft ist schon jetzt wirklich gut. Sie hält zusammen wie eine Familie und arbeitet hart daran, die Träume aller Äthiopier zu verwirklichen."

Name: Beneyam Belye Demte
Geburtsdatum und -ort: 18. Juli 1998 in Dire Dawa (Äthiopien)_
Klub:
Umeå FC (Schweden)
Position: Offensiver Mittelfeldspieler
Nationalteam:_ 18 Länderspieleinsätze

Demte zählt zu den Ikonen des wiedererstarkten Nationalteams. Mit gerade einmal 21 Jahren hat er schon drei Spielzeiten in Europa hinter sich. Nach zwei Jahren beim albanischen Klub KF Skënderbeu Korçë, mit dem er an der UEFA Europa League teilgenommen hat, wusste er in der schwedischen Liga zunächst beim Syrianska FC und einige Monate später dann beim Umeå FC zu überzeugen.

"Ich bin schon weit gekommen", meint er. "Es ist schwierig, sich in Europa durchzusetzen, und zwar nicht nur für Äthiopier, sondern für alle Afrikaner! Aber damit ist mein Ziel noch nicht erreicht. Ich bin noch jung. Ich darf jetzt nicht aufhören zu arbeiten, denn der Weg geht noch weiter und ich möchte bei aller Bescheidenheit noch weiter kommen."

Ein Deutscher als Talentförderer

Einmal abgesehen von harter Arbeit spielt auch das Talent eine große Rolle. Daran mangelt es Demte nicht. Entdeckt hat ihn Joachim Fickert, ein deutscher Trainer, der bereits Nationaltrainer Ruandas, Mauritaniens, Benins, Kongos und Eritreas war und sich in Afrika auskennt wie in seiner Westentasche.

"Er war damals technischer Direktor beim äthiopischen Fussballverband", erklärt Demte. "Nach einem Spiel hat er mir gesagt, ich hätte das Potenzial auf höherem Niveau zu spielen. Da hat es bei mir geklickt. Ich habe alles daran gesetzt, mein Potenzial auszuschöpfen, und er hat alles getan, damit ich mich in Europa durchsetzen kann. Ich habe ihm und dem äthiopischen Fussball viel zu verdanken."

Hätten Sie's gewusst?

  • Beneyam Demte war ein ausgezeichneter Schüler und wollte Arzt werden, bevor er die Fussball-Laufbahn einschlug
  • Sein Länderspieldebüt gab er mit 17 Jahren und zwei Monaten
  • Außer Beneyam Demte ist noch ein weiteres äthiopisches Talent in Schweden aktiv, nämlich der 16-jährige Naanol Tesfaye. Er spielt für Vasalunds IF

Fickerts Arbeit und die Bemühungen des äthiopischen Fussballverbands, den "schlafenden Riesen" zu wecken, scheinen sich langsam auszuzahlen. Die Äthiopier haben sich in der ersten Runde der Afrika-Qualifikation für Katar 2022 gegen Lesotho durchgesetzt. In der zweiten Runde treffen sie in Gruppe G auf Ghana, Südafrika und Simbabwe. Und natürlich dürfen sie sich Hoffnungen machen.

"Ich bin ein Kämpfer. Ich spiele in jedem Spiel auf Sieg, und das Magische am Fussball ist seine Unberechenbarkeit! Wir werden alles daran setzen, unsere Chancen zu maximieren. Ich bin ein optimistischer Mensch: Ich glaube wirklich, dass wir eine Chance haben, uns zu qualifizieren", so Demte, der bereits 18 Länderspieleinsätze zu verzeichnen hat. "Das wäre schon verrückt, aber möglich ist es", betont er erneut.

"Ich habe mich als Spieler in Europa entwickelt und bin glücklich in Schweden, aber mein Heimatland bedeutet mir alles. Das ist meine Heimat, da komme ich her und dort lebt meine Familie", erklärt er und fügt hinzu: "Es ist eine große Ehre, das äthiopische Trikot zu tragen. Ich möchte einfach mein Bestes geben, um dieses Land noch größer zu machen, als es ohnehin schon ist."

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