FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

11 Juni - 11 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™

Déjà-vu zwischen Argentinien und Deutschland

© Getty Images

Der Weg zum angepeilten vierten Titel bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ stellt sich für die DFB-Auswahl nicht gerade einfach dar. Sechs Tage nach dem 4:1-Achtelfinalsieg über England bekommen es die Schützlinge von Joachim Löw mit dem ehrgeizigen Team aus Argentinien zu tun. Es ist bereits das sechste Aufeinandertreffen beider Mannschaften in der WM-Geschichte – darunter zwei Finalduelle (1986 und 1990). Die statistische Bilanz spricht eindeutig für die DFB-Elf (drei Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage), die bereits zum 15. Mal in Folge im Viertelfinale des weltgrößten Fussballereignisses steht. Soweit die Statistik, auf dem Platz bestehen zwischen den beiden Teams jedoch nur sehr geringe Unterschiede.

In der letzten Viertelfinal-Partie trifft der amtierende Europameister Spanien auf Paraguay, dessen Abwehrbollwerk seit Beginn des Turniers nur ein einziges Gegentor zugelassen hat. Gleiches war den Italienern 2006 in Deutschland gelungen.

Die Spiele
Argentinien – Deutschland, Kapstadt, 16:00 Uhr
Paraguay – Spanien, Johannesburg (Ellis-Park-Stadion), 20:30 Uhr

Das Spiel des Tages
Argentinien – Deutschland

Vier Jahre nach dem letzten Viertelfinale, bei dem die Entscheidung erst im Elfmeterschießen fiel, stehen sich Argentinien und Deutschland erneut in der Runde der letzten Acht gegenüber. Allerdings stellt sich die Ausgangslage dieses Mal etwas anders dar. Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw präsentierte sich bislang als eingespieltes Team, dessen Spiel nicht nur die Zuschauer und Fans, sondern auch die in Südafrika anwesenden Beobachter und Experten begeisterte. Vor allem den international erfahrenen Akteuren wie Bastian Schweinsteiger und Miroslav Klose ist es wohl zu verdanken, dass die Einbindung von jungen und hoch talentierten Spielern wie Mesut Özil und Thomas Müller erstaunlich rasch gelang. Die Tatsache, dass Deutschland bei diesem Turnier mit dem jüngsten WM-Kader seit 76 Jahren teilnimmt, ist zudem ein Beleg dafür, dass Talent und Klasse keine Frage des Alters sind, zumal die meisten Nationalspieler durch ihre Klubs bereits über viel Erfahrung verfügen.

Argentinien setzt seinerseits auf historisch Bewährtes: eine solide Abwehr, davor zwei unermüdliche Abräumer, einen begnadeten Akteur im offensiven Mittelfeld, der als Spielmacher und Ballverteiler fungiert, sowie eine ganze Armada an Offensivkräften, darunter mehrere Weltklasse-Stürmer. Wenn man dann noch eine gehörige Portion Charisma hinzufügt, wie sie Diego Maradona derzeit innerhalb seines Teams verströmt, dann ergibt sich ein Mannschaftsgebilde aus ambitionierten Spielern, das auf allen Positionen hervorragend besetzt ist. Kein Wunder also, dass die Argentinier bei dieser WM am Kap ihren dritten Titelgewinn fest ins Visier genommen haben. Doch dazu müssen sie erst einmal die nächste Hürde in Gestalt der DFB-Elf meistern.

Das Top-Duell
Justo Villar (PAR) gegen Spaniens Offensivreihe

Eigentlich kann Paraguays Torhüter Justo Villar mit seinem bisherigen Auftritt im Turnier zufrieden sein. Schließlich hat der 33-Jährige bislang nur ein einziges Mal – und zwar im Vorrundenspiel gegen den inzwischen ausgeschiedenen Titelverteidiger Italien – hinter sich greifen müssen. Dass er sich vor dem Viertelfinale dennoch ein paar Sorgen macht, hängt damit zusammen, dass es dort ein Wiedersehen mit einigen Stürmern gibt, die ihm bereits bestens aus der Primera División bekannt sind. Denn Villar steht seit 2008 bei Real Valladolid zwischen den Pfosten. In der abgelaufenen Saison kassierte er gegen den FC Barcelona und den FC Valencia insgesamt 13 Gegentore, davon zwei von David Villa sowie jeweils einen Treffer von Xavi und Pedro. Demnach wird dieses Duell zweifelsohne im besonderen Fokus der Partie zwischen Paraguay und Spanien stehen, zumal sich dabei zwei Mannschaften mit unterschiedlichen Spielauffassungen gegenüberstehen.

Während die Südamerikaner eher abwartend agieren und sich vor allem auf ihre soliden Verteidiger stützen werden, um mögliche Risiken weitgehend zu minimieren, erwartet man vom amtierenden Europameister eine vornehmlich nach vorn orientierte Spielweise mit schnellen Ballstafetten und zahlreichen Torszenen. Angesichts dieser geballten Ladung an Offensivkraft scheinen die Bedenken des paraguayischen Torhüters also durchaus berechtigt.

Zitat
"Ich habe meine Wette verloren [mit Maradona], denn ich habe wieder kein Tor geschossen. Doch dieses Mal werde ich dafür Kopf und Kragen riskieren."
Lionel Messi (Stürmer, Argentinien)


Paul wollte seine Fangarme nicht ausfahren. Seit Beginn dieser FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ schauen Deutschlands Nationalspieler vor jedem Spiel gespannt auf ein tierisches Orakel. Der Name des Tieres ist Paul, eine im Meeres-Aquarium von Oberhausen beheimatete männliche Krake. Jedes Mal, wenn der DFB-Elf ein WM-Spiel bevorsteht, bekommt Paul zwei in den Landesfarben beider Kontrahenten bemalte Dosen mit Tierfutter ins Aquarium gereicht. Bisher hat Paul die drei deutschen Siege ebenso richtig "vorausgesagt" wie die Niederlage gegen Serbien, indem er jeweils die "richtige" Futterdose leerte. Vor dem Viertelfinale gegen Argentinien gab es indes erstmals Probleme, denn Paul wartete diesmal ganze 45 Minuten lang, um sich dann mit seinen Fangarmen die schwarz-rot-goldene Dose zu angeln! Was bedeutet dies jetzt für den Ausgang des Argentinien-Spiels? Die Experten sind ratlos…

Fernduell. Vor einem möglichen Aufeinandertreffen im Halbfinale kommt es zwischen dem argentinischen Stürmer Gonzalo Higuaín von Real Madrid und Spaniens Torjäger David Villa vom FC Barcelona zu einem echten Fernduell. Die beiden Topangreifer der Primera División haben bislang je vier Mal getroffen. Die gleiche Anzahl Tore steht auch für den überraschend starken Róbert Vittek zu Buche, der allerdings schon die Heimreise antreten musste. Demnach ist das Rennen um den Goldenen Schuh von adidas noch völlig offen. Übrigens hat Villa bereits ein Stück Fussballgeschichte geschrieben, denn mit seinen insgesamt sieben WM-Treffern avancierte er inzwischen zum erfolgreichsten WM-Torschützen Spaniens und verdrängte damit Fussball-Legenden wie Emilio Butragueño, Fernando Hierro, Fernando Morientes und Raúl, die alle jeweils fünf WM-Tore auf dem Konto haben.

Kartenspiel.Zum ersten Mal in der Geschichte der FIFA Fussball- Weltmeisterschaft™ werden alle Gelben Karten nach dem Viertelfinale gestrichen. Nach dem bisherigen Verfahren geschah dies bereits nach der Gruppenphase. Dennoch verpassten bislang sowohl der Argentinier Claudio Caniggia (1990) als auch Deutschlands Kapitän Michael Ballack (2002) jeweils das WM-Finale, weil sie im Halbfinale die zweite Gelbe Karte erhalten hatten. Die neue Regelung gilt selbstverständlich nicht für die Roten Karten, die weiterhin eine Sperre nach sich ziehen.


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