FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™

14 Juni - 15 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018™

De Bruyne: "So ist eben Fussball"

© Getty Images
  • ​Belgien scheitert nach großem Kampf an Frankreich
  • Kevin de Bruyne sieht Aufgabe dennoch als erfüllt
  • Der Mittelfeldspieler akzeptiert die Niederlage, anstelle mit ihr zu hadern

Von Simon Massart, Teamreporter Belgien


"So ist es eben im Fussball." Schon kurz nach dem Schlusspfiff der Partie am 10. Juli in Sankt Petersburg gegen Frankreich, die den belgischen Traum vom WM-Titel platzen ließ, fanden die "Roten Teufel" wieder ein wenig zu ihrer Lockerheit zurück. Die Reaktion nach der bitteren 0:1-Niederlage im WM-Halbfinale schien wie eine Art Selbstschutz gegen Traurigkeit und Frust.

Obgleich die "Bleus" unter dem Strich wohl die bessere Mannschaft waren, wollten es die "Roten Teufel" trotz oder gerade wegen des knappen Ergebnisses zunächst nicht wahrhaben. Auch Kevin de Bruyne nicht. "Die Chancen standen 50 zu 50. Wir wussten, dass dieses Spiel durch Nuancen entschieden werden würde. Und es war in der Tat eine Ecke (und das nachfolgende Tor von Samuel Umtiti), die am Ende für die Entscheidung sorgte", so der Mittelfeldakteur im Gespräch mit der FIFA. Die andere Nuance befindet sich auf Seiten der Belgier. Denn trotz einer Bilanz von 594 Pässen (gegenüber 345 auf französischer Seite), die zu 91% ihr Ziel erreichten, und einem Ballbesitz von 64% brachten es die Belgier lediglich auf drei platzierte Schüsse auf das Tor von Hugo Lloris.

Eine zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt auftretende und äußerst dürftige Ausbeute für die beste Offensivreihe dieser FIFA WM, die verzweifelt gegen die von Trainer Didier Deschamps perfekt zusammengestellte Abwehr der Franzosen anrannte. "Wir haben alles versucht, um diesen Abwehrriegel zu knacken. Aber das ist uns heute einfach nicht gelungen. So ist es eben im Fussball. Wenn man spürt, dass man alles getan hat, um seine Aufgabe zu erfüllen, muss man das auch akzeptieren", so Belgiens Spielmacher mit etwas resigniertem Unterton.

Die Schützlinge von Trainer Roberto Martinez, von denen sich viele mit Ende 20 im besten Fussballeralter befinden, setzten in diesem bislang wichtigsten Spiel ihrer Karriere vor allem auf die gesunde Mischung aus Talent und Erfahrung in ihren Reihen. "Wir haben getan, was man von uns erwartete. Ich bin stolz auf dieses Spiel und unseren Auftritt bei diesem Turnier. Die Franzosen haben vielleicht etwas zu defensiv gespielt. Andererseits ist das Schöne am Fussball, das jede Mannschaft ihre Spielweise selbst wählen kann. Das respektiere ich", so De Bruyne.

Im Hinblick auf die mentale Verarbeitung von erlittenen Rückschlägen könnte sich diese Erfahrung der Belgier durchaus als wertvoll erweisen, zumal sie erwiesenermaßen die Fähigkeit besitzen, schnell von etwas Abstand zu nehmen, was nicht in ihrer Hand liegt. "Wenn wir das Gefühl haben, alles gegeben zu haben, müssen wir rasch wieder umschalten und uns auf das Positive konzentrieren", ist sich De Bruyne sicher. Die "Roten Teufel" überwinden ihre Enttäuschung, indem sie die Realität der Gesetze im Fussball, mit der sie alle bestens vertraut sind, einfach akzeptieren. Schließlich hatten sie vier Tage zuvor im Spiel gegen Brasilien selbst davon profitiert.

Am 14. Juli werden sie alles daran setzen, das Spiel um Platz drei in ihrem Sinne zu beeinflussen und Belgien erstmals in der WM-Geschichte auf einen Medaillenrang zu führen. "Unser einziges Ziel ist es jetzt, in Russland den sechsten Sieg einzufahren und uns danach in aller Ruhe in den Urlaub zu verabschieden."

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