FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™

14 Juni - 15 Juli

FIFA Foundation

Festival untermauert die Kraft des Fussballs, Leben zu verändern

  • Das Turnier auf dem Roten Platz in Moskau ist der Höhepunkt des zehntägigen Festivals
  • Fairplay steht für die 48 teilnehmenden NGOs im Mittelpunkt
  • Junge Führungsfiguren sammeln Erfahrungen für das ganze Leben

Manche Menschen fühlen sich durch den Fussball erst komplett. Man muss nur Abu Sesey fragen, der als Fünfjähriger im Bürgerkrieg in seiner Heimat Sierra Leone sein rechtes Bein verlor.

"Fussball ist meine große Liebe. Wenn ich Fussball spiele, fühle ich mich komplett. Dann habe ich das Gefühl, dass ich nicht amputiert wurde und dass wir alle gleich sind", so der heute 16-Jährige aus Freetown.

Sesey gehört zu den vielen jungen Menschen aus aller Welt, die in dieser Woche am Festival der FIFA-Stiftung in Moskau teilnehmen, dessen Höhepunkt ein Fussballturnier am Freitag auf dem Roten Platz war.

Seine ganz persönliche Geschichte illustriert genau wie die aller anderen Teilnehmer eindrucksvoll eine Botschaft: Fussball hat die Kraft, Menschen zu einen, zu inspirieren und ihr Leben zu verändern.

"Fussball ist weit mehr als nur ein Spiel. Er ist ein bestens geeignetes Mittel, um dafür zu sorgen, dass die Welt etwas besser wird", unterstrich auch Federico Addiechi, der Leiter der FIFA-Abteilung für Nachhaltigkeit und Vielfalt, in seiner Rede bei dem Festival, das 48 Nichtregierungsorganisationen aus 38 Ländern nicht nur für das Fussballturnier, sondern auch für das zuvor durchgeführte Führungskräfteprogramm zusammenbrachte.

Zahlreiche FIFA-Legenden waren bei dem zehntägigen Festival der FIFA Foundation anwesend, darunter Karina LeBlanc (Kanada), Roberto Carlos (Brasilien), Christian Karembeu (Frankreich), Stipe Pletikosa (Kroatien) und Dimitry Sennikov (Russland).

"Dies ist eine wichtige Gelegenheit für die FIFA, die Organisationen zu würdigen, die uns seit vielen Jahren tagtäglich unterstützen und den Fussball nutzen, um gesellschaftliche Probleme anzugehen. Zudem ist es auch für die jungen Leute ein fantastisches Erlebnis, die ausgewählt wurden, weil sie das Zeug zu Führungsfiguren haben und sich engagieren, um positive Veränderungen voranzutreiben", so Addiechi weiter.

Barrieren überwinden

Die kenianische Anwältin und Friedensaktivistin Fatuma Adan, die eine Delegation der Initiative Entwicklung am Horn von Afrika leitete, weiß alles über die gestalterische Kraft des Fussballs. In ihrer Kindheit erlebte sie grausame Stammeskonflikte und gründete daraufhin die Initiative "Shoot to score, not to kill", um den Teufelskreis der Gewalt im Norden Kenias zu durchbrechen.

"Es geht darum, das AK-47-Sturmgewehr zu verbannen und es durch Bälle zu ersetzen", so Adan.

"Parallel zu der Liga läuft ein Aufklärungs- und Bildungsprogramm. Nach den Spielen diskutieren wir über Themen rund um Gewalt und Gleichberechtigung. Der Fussball macht es viel leichter, zu den jungen Leuten durchzudringen, und er hat die Kraft, über die Grenzen von Hautfarbe, Stammeszugehörigkeit, Rasse und Religion hinaus verbindend zu wirken."

Adan hat als Pionierin dazu beigetragen, Mädchen den Weg zum Fussballspielen zu ebnen und gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf Tabuthemen wie die Genitalverstümmelung bei Mädchen zu lenken.

"Man sieht nur sehr selten muslimische Frauen Fussball spielen. Aufgrund der Kultur und der Religion war Mädchen in ihrer Kindheit Sport grundsätzlich verboten. Als muslimische Frau wollte ich anderen die Türen öffnen. Es gibt zudem Themen, über die wir nicht sprechen dürfen. Doch wir arbeiten daran, die Mauer des Schweigens zu durchbrechen. Genitalverstümmelung ist illegal, doch im Verborgenen wird sie weiterhin praktiziert. Durch den Fussball können wir dieses Thema ansprechen. Wir haben das Schweigen gebrochen. Hoffentlich kommen wir auch an den Punkt, an dem diese Praxis gestoppt wird", so Adan.

Ein Traum wird wahr

Wie viele andere junge Spielerinnen und Spieler hatte auch Amreen Taj ihr Land vor dem Festival noch nie verlassen. Sie reiste mit der Stiftung "Dream a Dream" aus Bangalore in Indien an. Diese Stiftung unterstützt junge Menschen aus prekären Verhältnissen dabei, ihre Probleme zu überwinden und sich zu entwickeln.

"Ich bin zum ersten Mal mit einem Flugzeug geflogen! Ich kann gar nicht glauben, dass ich jetzt in Russland bin. Ich bin sehr glücklich, hier zu sein", so Taj.

"Teamwork, Gleichheit und Freude" – mit diesen drei Stichworten fasst sie football3 zusammen, die von streetfootballworld entwickelte Methodik, die die Teams während des Festivals anwendeten. Bei football3 bestimmen gemischte Teams vor dem Spiel die Regeln selbst und kommen nach dem Schlusspfiff zusammen, um über ihre Aktionen und ihr Verhalten zu diskutieren. Dabei werden neben den Toren auch Fairplay-Punkte in das Endergebnis einbezogen. Auch das trägt dazu bei, Leben rund um die Welt zu verändern.

Siehe auch

FIFA-Stiftung

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