FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™

21 November - 18 Dezember

ARGENTINIEN

Da Fonseca: Ungebrochene Leidenschaft für das runde Leder

Omar Da Fonseca, consultant for beIN SPORTS
© Others
  • Omar Da Fonseca war von 1979 bis 1993 Fussballprofi
  • Jetzt ist er als Experte für das französische Fernsehen tätig
  • Er bewundert seine Landsmänner Diego Maradona und Lionel Messi

Sein ganzes Leben lang stand der Fussball für Omar Da Fonseca im Mittelpunkt. Das war schon in seiner Kindheit auf den Straßen von Buenos Aires so und auch später, als er als Fussballprofi aktiv war. Mittlerweile arbeitet er als Experte für das französische Fernsehen, und die Leidenschaft ist ungebrochen. Der Argentinier liebt das runde [Kunst]leder und begeistert mit Gesangseinlagen und viel Humor. Als wir ihn im Interview zur Südamerika-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022 befragen, bindet er immer wieder Anekdoten, Erinnerungen und Schwärmereien für seinen Lieblingssport ein.

Der 62-jährige Argentinier zählt in Frankreich zu den beliebtesten Kommentatoren. Seit einem Vierteljahrhundert bringt er La Liga und den südamerikanischen Fussball in die Wohnzimmer der Fans im ganzen Land. Derzeit ist seine Stimme beim Sender beIN SPORT zu hören. Wenn es im Verlauf eines Spiels zu herausragenden Ereignissen kommt, scheut er sich nicht, zu singen, zu schreien, zu lachen. Grenzen gibt es für ihn nicht. "Einige Experten halten sich zurück, weil sie Ambitionen für die Zukunft haben. Aber ich versuche, eine eigene Identität und Spaß zu haben. Ich habe eine Menge Karten, auf die sich Sätze, Sprichwörter, Oxymora, rhetorische Stilmittel schreibe. Aber es gibt auch Dinge, die in hitzigen, gefühlsgeladenen Situationen ganz spontan aus mir herausbrechen. Ich muss mit dem verschmelzen, was ich da sehe", erklärt er im Gespräch mit FIFA.com.

Erklärter Bewunderer zweier Argentinier

Sein Landsmann Lionel Messi, ein Spieler, den er sehr bewundert, lockt ihn am meisten aus der Reserve. "Er steht für etwas, von dem jedes Kind träumt, vor allem in Argentinien. Er ist der erste Spieler, für den nicht nur das Ergebnis zählt." Für ihn ist der The Best – FIFA-Weltfussballer 2019 kein Phänomen, das sich in Zahlen ausdrücken lässt. "Wir erstellen derzeit eine Statistik nach der anderen. Wie viele Kilometer Laufleistung hat ein Spieler, wie viele Zweikämpfe gewinnt er? Er ist keiner, der immer läuft. Aber wenn er nicht läuft, denkt er nach. Und ich glaube, es ist besser, auf dem Spielfeld seinen Kopf zu benutzten, als nur herumzurennen."

In früheren Zeiten hat er einen anderen Argentinier bewundert. Ende der 1970er Jahre wurde Da Fonseca von Cesar Luis Menotti in die Nationalmannschaft berufen. Seine Länderspielkarriere war nicht lang, doch er hatte das Glück, mit Diego Maradona gemeinsam auf dem Platz zu stehen. "Zum Team gehörten damals Maradona, [Gabriel] Calderón, Ramón Díaz ... Es war verrückt, als ich Diego zum ersten Mal getroffen habe. Man kannte ihn als den Unantastbaren. Das war das Paradoxe an Maradona, weil er gleichzeitig ein Typ von der Straße war. Er war gerissen, listig, einfallsreich, konnte aber auch ganz weich sein und in Tränen ausbrechen." Seine Begeisterung für die legendäre Nummer zehn sollte auch später nicht abebben.

1984 wechselte Maradona zum SSC Neapel. Zwei Jahre später heuerte Da Fonseca bei AS Monaco an. "In Frankreich hatten wir das Glück, dass die Spiele häufig samstags stattfanden. Immer wenn er in Norditalien spielte, habe ich mich am Sonntag ins Auto gesetzt und bin losgefahren, um ihn spielen zu sehen. Damals hatten wir schon im Nationalteam gemeinsam auf dem Platz gestanden und waren auch schon gegeneinander angetreten. Das zeigt, wie viel Bewunderung und welche Emotionen er bei uns allen ausgelöst hat.

Omar Da Fonseca with fans
© Others

Favoritentrio

Vielleicht wird es für Da Fonseca anlässlich des vierten Spieltags der Südamerika-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™ erneut Anlass zu Begeisterungsstürmen geben. Für den Fussballexperten gibt es drei Teams, die über dem Rest stehen. "Brasilien, Argentinien und Uruguay sind mit Blick auf die individuelle Klasse stärker als die restlichen Teams. Dann kommt Kolumbien mit [Duván] Zapata und [Luis] Muriel, zwei Spielern, die gut zusammenspielen, erfolgshungrig sind. [James] Rodríguez ist in Form, [Juan] Cuadrado bringt weiterhin seine Leistung. Dann wäre da noch Chile, auch wenn das Team nicht mehr das jüngste ist, und dann kommen Peru und Paraguay. Aber auch Ecuador ist nach dem sehr guten Start nicht zu vernachlässigen."

Gleichzeitig hält er jedoch auch Überraschungen für möglich, insbesondere, weil die Spiele ohne Zuschauer stattfinden. "Die Zuschauer in Südamerika stehen wirklich hinter ihrer Mannschaft, lassen ihre Stimmung auf die Spieler überspringen und schaffen eine einschüchternde Atmosphäre. Daher ist es auch klar, dass leere Stadien einen Unterschied machen, aber ich bezweifle, dass dadurch die Karten völlig neu gemischt werden", meint er abschließend.

Hätten Sie's gewusst?

  • Omar Da Fonseca hat in seiner gesamten Karriere nur in zwei Ligen gespielt, nämlich in der ersten argentinischen Liga in den Reihen von CA Belgrano und CA Vélez Sarsfield und in der französischen Division 1 für die Klubs FC Tours, Paris Saint-Germain, AS Monaco, FC Toulouse und den Paris Football Club.
  • Er hat zwei französische Meistertitel gewonnen, einen 1986 mit PSG und den anderen 1988 mit AS Monaco.
  • Später wurde er Spielervermittler und fungierte von 2005 bis 2008 als Leiter der Rekrutierungsabteilung von Saint-Etienne. Er hat die erste Etappe der Trainerausbildung abgeschlossen, erklärt aber, dies habe ihn nicht inspiriert und sei nicht motivierend gewesen. "Ich sah dort für mich keinen Erfolgsweg."
  • Im September hat er seine Autobiographie Gracias a la Vida veröffentlicht, in der er darüber spricht, welches Glück seine Karriere für ihn war und dass er sich immer privilegiert gefühlt hat.

*beIN SPORTS überträgt die CONMEBOL-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022 in Australien, Neuseeland, Frankreich, im Nahen Osten und Nordafrika.

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