FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™

14 Juni - 15 Juli

FIFA Weltmeisterschaft™

Vier Nationaltrainer und die ideale Auslosung

© Getty Images

Die WM-Auslosungen haben den Fans in der Vergangenheit spannende Partien, unvergessliche Gruppen und überraschende Ergebnisse beschert. So überrascht es nicht, dass sie sich schon im Vorfeld die Szenarien für ihre Nationalteams ausmalen, von möglichen Rivalen träumen oder sich vor anderen fürchten.

Geht es den Trainern genauso? Um dies herauszufinden, sprach FIFA.com mit vier von ihnen und fragte sie, welches Los sie bei der Veranstaltung am Freitag im Staatlichen Kremlpalast zufriedenstellen würde.

Der Tapfere: Óscar Ramírez
In Brasilien 2014 erwischte Costa Rica eine Gruppe mit drei Ex-Weltmeistern: Italien, Uruguay und England. Eine unmögliche Aufgabe? Nicht für die tapferen Ticos, die ihren berühmten Gegnern nicht nur auf Augenhöhe begegneten, sondern mit zwei Siegen und einem Unentschieden sogar den Gruppensieg holten. Nach diesem Erlebnis hat Trainer Óscar Ramírez keine Angst mehr davor, in Russland möglicherweise auf Gegner der höchsten Kategorie zu treffen.

"Die Geschichte lehrt uns, dass wir jedes Mal, wenn wir auf europäische Gegner treffen, unsere besten WM-Turniere spielen. Nach dem, was 2014 passiert ist, kann uns wirklich nichts mehr schrecken. Ein europäischer Gruppenkopf und ein weiteres Team aus diesem Kontinent wäre also das Beste."

Der Taktiker: Juan Carlos Osorio
Der Nationaltrainer Mexikos, Juan Carlos Osorio, liebt es, das Spiel der gegnerischen Mannschaften zu analysieren und dies seinen Spielern, aber auch den Fans zu vermitteln. So verwundert es nicht, dass er sein Schicksal bei der Auslosung eher danach einschätzen würde, welche Spielweise seine Gegner bevorzugen und nicht, wie groß ihre Namen sind.

"Es hängt nicht von uns ab. Wir müssen uns auf das vorbereiten, was auf uns zukommt. Es stimmt aber, dass es Spielweisen gibt, die uns besser liegen. Wir bevorzugen Mannschaften, die gerne das Spiel machen und auf Ballbesitz setzen. Wir werden sicherlich mindestens einen solchen Gegner haben. Dann gibt es die Mannschaften, die einen mehr körperbetonten und direkten Ansatz haben. Auf die werden wir uns auch vorbereiten müssen."

Der Pragmatiker: Roberto Martínez
Der Trainer Belgiens, der als besonders detailversessen bekannt ist, bringt eine weitere Perspektive ins Spiel. Für ihn sind nicht die möglichen Gegner das Wichtigste, sondern ein anderer Aspekt, der ebenfalls grundlegend ist.

"Unsere Priorität war, zu den gesetzten Teams zu gehören. Dies haben wir geschafft, so dass wir nun eher auf logistische Dinge achten. Ich hätte gerne kurze Reisewege zu den Spielorten, denn wenn wir mehr als drei Stunden im Flugzeug sitzen, würde das unsere Vorbereitung beeinträchtigen. Das beunruhigt mich mehr als die möglichen Rivalen."

Der Erfahrene: Héctor Cúper
Russland 2018 ist die erste WM für den Trainer Ägyptens. Aber in seiner glanzvollen Karriere war er bereits in der UEFA Champions League, Europa League sowie in den nationalen Meisterschaften in Spanien, England und Italien tätig. Deshalb überrascht Cúper mit einer etwas anderen Sichtweise.

"Ich antworte gemäß dem Protokoll und freue mich über jeden Gegner. Denn früher, bei anderen Auslosungen, dachte ich immer: 'Hoffentlich treffen wir auf diesen oder jenen.' Doch am Ende stellte sich heraus, dass wir gegen die vermeintlich besseren gewannen und gegen die schlechteren verloren. Es kann wirklich alles passieren. Im Fussball steht ein Sieg nie im Voraus fest."

Allerdings eröffnet sich Cúper auch eine weitere Perspektive, denn er könnte auf sein Geburtsland Argentinien treffen. "Eine große Herausforderung, na klar! Aber ich zweifle nicht daran, dass wir sie schlagen würden. Ich nehme an, sie denken das Gleiche! Aber ehrlich gesagt, wäre es mir doch lieber, wenn sich das vermeiden ließe", sagt er lachend.

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