FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

9 Juni - 9 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™

Butcher setzt auf Cole als Englands Schlüssel zum Erfolg

Terry Butcher, Ex-Kapitän der englischen Nationalelf, glaubt, dass Joe Cole die großen Stars des Teams noch übertrumpfen und überraschend zu einem der Leistungsträger bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ werden könnte.

Butcher glaubt, dass Cole genau der richtige Spieler sein könnte, um gegnerische Verteidigungen aufzubrechen. Gleichzeitig forderte er England auf, sich am Samstag gegen Paraguay auf die drei Punkte zu konzentrieren, und nicht auf die fussballerische Leistung.

Der neue Trainer des FC Sydney, der zwischen 1982 und 1990 drei Mal bei einer WM-Endrunde dabei war, bekräftigte, wie wichtig es sei, mit einem Sieg in Frankfurt in Gruppe B zu starten. In einem Exklusiv-Interview mit FIFAworldcup.com, warnte er: "England muss in diesem ersten Spiel gewinnen, auch wenn das gegen Paraguay schwer wird."

"Die Paraguayer werden uns sicher Probleme bereiten. Von der englischen Mannschaft wird einiges erwartet, aber es geht nicht darum, für die Galerie zu spielen, wir müssen einfach nur unsere Arbeit erledigen. Niemand in England wird ein Problem damit haben, wenn wir am Samstag schlecht spielen, aber drei Punkte holen. Im Endeffekt zählen doch nur Siege."

Cole ein Schlüsselspieler

Während die meisten auf die bekannteren Gesichter im englischen Team achten, glaubt Butcher, dass Chelseas Mittelfeldspieler Joe Cole ein Schlüssel zum Erfolg sein könnte.

Er erklärte: "Peter Crouch hat zuletzt starke Leistungen gezeigt und wird neben Michael Owen im Sturm beginnen. Ein weiterer wichtiger Spieler jedoch ist Joe Cole, der zum Matchwinner werden könnte. Es wird sehr viel von Wayne Rooney und anderen gesprochen, aber ich finde, dass Cole zuletzt für England beeindruckende Leistungen gezeigt hat. Ich kann mir vorstellen, dass er ähnlich überzeugend spielen und ein Tor schießen oder vorbereiten wird."

Butcher hat als englischer Spieler ganz unterschiedliche Erfahrungen in den Auftaktspielen gemacht, wie er sich erinnert. "1982 haben wir Frankreich mit 3:1 geschlagen und Bryan Robson hat damals das schnellste Tor der WM-Geschichte erzielt. Dabei war es auf dem Platz an die 40 Grad heiß. Dabei habe ich den entscheidenden Pass auf ihn gespielt. Das war schön, doch 1986 haben wir dann mit 0:1 gegen Portugal verloren. 1990 kamen wir über ein 1:1 gegen die Republik Irland nicht hinaus.

"England kann sich glücklich schätzen, so früh ins Turnier zu starten, denn manche Länder sind erst Mitte nächster Woche dran. Paraguay hat wohl Verletzungssorgen mit (Roque) Santa Cruz, aber sie haben ja noch Nelson Valdez. Dennoch gehen sie als Außenseiter in die Partie. Sie selbst rechnen sich jedenfalls einiges aus, schließlich ist es ihre dritte Endrundenteilnahme in Folge."

Erinnerungen an Mexiko

Butcher hat schöne, wenn auch etwas schmerzhafte Erinnerungen an das letzte Aufeinandertreffen zwischen England und Paraguay bei einer Endrunde. 1986 gewann man in der zweiten Runde in Mexiko mit 3:0. "Ich kann mich daran erinnern, dass es ein sehr körperbetontes Spiel war", erzählt er. "Sie haben es uns sehr schwer gemacht, aber dann haben wir doch unsere Tore geschossen. Obwohl 3:0 nach einem komfortablen Sieg klingt, war das keineswegs der Fall.

Paraguay hat uns damals den Sieg sehr schwer gemacht. Es war ein hart umkämpftes Spiel. Ich kann mich daran erinnern, wie nach einer Ecke der Ball zu mir kam und ich mit meinem schwächeren rechten Fuß abzog. Der Torhüter parierte den erstaunlich gut geschossenen Ball, doch Peter Beardsley setzte den Abpraller ins Netz. Heute würde mir dies als Vorlage angerechnet, doch damals war es einfach ein wunderbares Gefühl, dass wir ein Tor geschossen haben und das Spiel gewinnen konnten.

Es war eines dieser Spiele, in dem wir wesentlich mehr Schwierigkeiten als erwartet hatten." Butcher fürchtet, dass das in Frankfurt ähnlich werden könnte, obwohl er glaubt, dass England in diesem Jahr bis ins Halbfinale vordringen könnte, so wie er mit seinem Team in Italien 1990.