FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™

9 Juni - 9 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™

Brasilien rettet kontinentale Ehre

Während die südamerikanischen Teams von der Fachwelt übereinstimmend als favorisiert angesehen werden und man allgemein erwartet, dass zumindest eine Mannschaft aus Südamerika bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ im Finale stehen wird, lassen die Ergebnisse der Freundschaftsspiele vom Mittwoch dieser Woche durchaus Zweifel an dieser Prognose aufkommen.

Denn die einzige Mannschaft, die während ihres Europa-Gastspiels gewinnen konnte, war Brasilien. Und das gegen das russische Nationalteam, das gar nicht für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ qualifiziert ist...

Zur gleichen Zeit konnte Paraguay in Wales, das gleichfalls nicht in Deutschland 2006 dabei sein wird, gerade noch ein Unentschieden über die Zeit retten. Dagegen gingen Argentinien und Ecuador gegen Kroatien bzw. die Niederlande erneut als Verlierer vom Platz. Werfen Sie mit FIFAworldcup.com einen Blick auf diesen aus südamerikanischer Sicht wenig verheißungsvollen Spieltag, nach dem es jetzt für die bislang als Favoriten gehandelten Teams darauf ankommt, die entsprechenden Lehren zu ziehen, um dann im Juni nicht vom Strudel vergangener Schwächen erfasst zu werden.

Brasilien als Ehrenretter

Sicher, die Brasilianer haben in Moskau bei eisigen Temperaturen von 18 Grad Minus und auf einem schwer bespielbaren Platz nicht unbedingt ihr großes fussballerisches Können zur Entfaltung bringen können. Doch dank einiger guter Aktionen in der Offensive sowie eines glücklichen Abprallers von Ronaldos Körper gelang dem fünffachen Weltmeister gegen Russland schließlich noch ein knapper 1:0-Sieg. "Diese Partie war insofern für uns wichtig, weil wir dabei einige Dinge vor der WM testen konnten, und das Ergebnis ist zumindest zufriedenstellend", so der Kommentar von Trainer Carlos Parreira nach dem Spiel. Und ob er damit zufrieden sein kann: nachdem sich seine Mannschaft in der ersten Halbzeit klare Vorteile erspielt hatte, wechselte Brasiliens Coach insgesamt sechs Spieler ein, die sich nahtlos in den Spielrhythmus einfügten.

Mit ihrem Sieg über Russland sind die Brasilianer nun seit acht Spielen ungeschlagen. Die vorerst letzte Niederlage liegt schon eine Weile zurück. Es war die Niederlage vom 19. Juni 2005 beim Konföderationen-Pokal gegen Mexiko. "Obwohl wir allgemein als Favorit gelten, gewonnen haben wir diese Weltmeisterschaft noch lange nicht", warnt Parreira. Wenn seine Mannschaft so weiter macht, wird man in seiner Heimat derlei Sprüche kaum hören wollen.

Argentinien ohne Orientierung

In der Partie gegen Brasiliens Vorrundengegner Kroatien (Gruppe F), die auf argentinischer Seite im wesentlichen vom Spiel des Jungstars Lionel Messi lebte, bot der andere große Favorit aus Südamerika eine eher enttäuschende Leistung. Selbst wenn man berücksichtigt, dass die Argentinier in der ersten Spielhälfte einige gute Aktionen hatten, so erwies sich das Team von José Pekerman doch insgesamt als wenig ausgeglichen. Und wie schon gegen England verlor Argentinien das Spiel noch in der Schlussphase.

Diese Niederlage auf neutralem Schweizer Boden ist für die Albicelestes nun schon die sechste innerhalb der letzten acht Monate. Eine Negativserie, die in der traditionsreichen Geschichte des zweifachen Weltmeisters ziemlich ungewöhnlich ist. "Es ist besser, wenn uns so etwas jetzt passiert als dann während der WM", bemühte sich José Pekerman nach der Partie um Schadensbegrenzung. Indes darf man wohl davon ausgehen, dass die argentinischen Fussballanhänger angesichts der aktuellen Situation ihrer Nationalmannschaft zunehmend skeptischer werden.

Positiv zu beobachten war auf jeden Fall die erneut herausragende Vorstellung von Lionel Messi, der noch vor der FIFA Junioren-Weltmeisterschaft Niederlande 2005 keinen Stammplatz in der argentinischen A-Nationalmannschaft hatte. Der Floh, wie ihn seine Fans nennen, erzielte sein erstes Länderspieltor für die A-Auswahl und empfahl sich darüber hinaus als ideale Alternative für den angeschlagenen Juan Román Riquelme.

Paraguay und Ecuador im Gleichschritt

Doch nicht nur Brasilien und Argentinien waren zu Testspielen nach Europa gereist. Paraguay konnte beim torlosen Remis in Cardiff gegen Wales noch von Glück reden. "Auch wenn wir kein Tor schießen konnten, so war es für mich immerhin eine erste Möglichkeit, die komplette Mannschaft zu testen", so Paraguays Trainer Aníbal Ruiz, der schon jetzt das WM-Vorrundenspiel in Gruppe B gegen England im Auge hat.

Dagegen hatte Ecuador bei seinem Gastspiel in den Niederlanden weit weniger Glück, obgleich die Ecuadorianer in Amsterdam durchaus erkennen ließen, dass sie für ihren WM-Vorrundengegner Deutschland in Gruppe A ein harter Brocken sein könnten. Das von Luis Suárez betreute Team zeigte sich den Niederländern lange Zeit ebenbürtig und wusste mit einem kompakten Stellungsspiel zu überzeugen. Eine einzige Unaufmerksamkeit führte dann zum Siegtreffer für die Schützlinge von Marco van Basten. "Wir befinden uns auf dem richtigen Weg. Immerhin haben wir heute gegen eine der besten Mannschaften Europas gespielt", zeigte sich der aus Kolumbien stammende Coach zufrieden.

Die Spielergebnisse der südamerikanischen Mannschaften vom 1. März im Überblick

Russland – Brasilien 0:1

Kroatien – Argentinien 3:2

Niederlande – Ecuador 1:0

Wales – Paraguay 0:0