FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

11 Juni - 11 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™

Bradleys erfolgreiche Schachzüge

© Getty Images

Es heißt oft, dass die Spieler die Kontrolle über ein Fussballspiel haben. Doch manchmal leisten auch die Trainer mit ihren taktischen Entscheidungen einen wesentlichen Beitrag. So war dies heute in der Begegnung der USA gegen Slowenien bei Bob Bradley der Fall.

Die amerikanischen Auftritte im Ellis Park sind hollywoodreif. Im letzten Jahr beim FIFA Konföderationen-Pokal führten die Stars and Stripes im Finale gegen Brasilien am selben Ort in Johannesburg mit 2:0, bevor sie sich den Südamerikanern nach einer alptraumhaften zweiten Halbzeit mit 2:3 beugen mussten.

Ein Jahr später kann sich Bob Bradley selbst beglückwünschen, denn dieses Mal traf er zur Halbzeit die richtigen Entscheidungen. Er wechselte zum 4-3-3-System mit Landon Donovan als Stürmer und brachte Maurice Edu sowie Benny Feilhaber, um seinen Sohn Michael im Mittelfeld zu unterstützen. Eine entscheidende taktische Änderung. Wenn das Tor von Edu in der 86. Minute nicht aberkannt worden wäre, hätten die U.S.-Amerikaner ihr erstes Ellis-Park-Erlebnis sogar wiederholt - mit umgekehrten Vorzeichen.

Treffen oder sterben
"Diese Änderung hat uns geschadet, wir konnten sie nicht mehr in ihre eigene Hälfte zurückdrängen wie in der ersten Halbzeit. Das erste Tor kam sehr früh, und in der Folge waren wir nicht mehr in der Lage, sie so unter Druck zu setzen, wie es hätte sein müssen. Sie konnten weiter vorne agieren", bestätigte Sloweniens Flügelspieler Miso Brecko gegenüber der FIFA.

"Ich bin es gewöhnt, die Position des Spielmachers einzunehmen, auch wenn ich dieses Mal etwas weiter links postiert war, direkt hinter Dempsey. Der Coach sah mich in der Halbzeit an und sagte mir: 'Wenn wir nicht zu hastig werden und jede Aktion zu Ende spielen, werden wir dieses Match gewinnen'", sagte Feilhaber im Exklusivgespräch mit FIFA.com.

"Entscheidend für uns war, nach der Halbzeitpause schnell ein Tor erzielt zu haben. In der Kabine war uns bewusst, dass wir so gut wie ausgeschieden waren, wenn wir nichts ändern. Wir spielten ums Überleben, es hieß also 'treffen oder sterben'. Auch die Einwechslung von Gomez in der letzten Viertelstunde hat uns sehr gut getan, denn Dempsey konnte mir dadurch mehr helfen, und wir hatten drei gute Torjäger vorne", fuhr der in Rio de Janeiro geborene US-Amerikaner fort.

Donovan führt Aufholjagd an
Auf seiner offensiveren Position auf der rechten Seite leitete Donovan, der zum Budweiser Man of the Match gewählt wurde, mit seinem Treffer die Aufholjagd der Nordamerikaner ein. Und Edu hätte nach dem Ausgleichstreffer vom offensiver spielenden Michael Bradley sogar den Sieg perfekt machen können. Angesichts der Krise in der Offensive, die die im ersten Akt instabile Mannschaft an den Tag legte, hatte Bradley im zweiten Akt einen Schlachtplan für die Aufholjagd geschmiedet.

Und auch wenn Valter Birsa der Ansicht ist, dass "diese Änderung nicht der Grund für ihre Rückkehr war", konnte der Spieler von AJ Auxerre nicht verneinen, dass die Partie nach fünfzehn Minuten plötzlich eine andere war. "Ohne diesen schnellen Treffer gewinnen wir diese Begegnung. Wir haben sie nicht von unserem Tor fernhalten können. Wir haben uns unbewusst immer weiter zurückgezogen. Wir hatten den Sieg in der Hand, das ist ärgerlich, wir haben zwei Punkte verloren."

Einige Meter davon entfernt sagte ein strahlender Feilhaber: "Heute Abend ist dieses Unentschieden eher ein Grund zu Feiern als eine Enttäuschung. Wir lagen weit zurück." Und dies verdanken sie Bob Bradley.

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