FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

12 Juni - 13 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™

Bony: Ein treffsicherer "Elefant"

© AFP

Die Elfenbeinküste befindet sich in der Qualifikation zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ nach wie vor auf einem guten Weg. Das Team liegt in Gruppe C an der Spitze, und als nächstes steht am 8. Juni das Gastspiel beim Schlusslicht Gambia an. In der Hinrunde konnten sich die Ivorer mit 3:0 durchsetzen. FIFA.com traf Wilfried Bony, einen der zurzeit besten ivorischen Spieler, und sprach mit ihm über eine Saison, in welcher der Akteur von Vitesse Arnheim zum Schrecken aller Torhüter avancierte, die seinen Weg kreuzten.

2011 kam der damals 22-Jährige in der niederländischen Meisterschaft an, und in dieser Saison stieg der Stürmer der Elefanten in den illustren Kreis derjenigen Spieler auf, die in einer Spielzeit mehr als 30 Tore erzielten – wie Klaas-Jan Huntelaar, Afonso Alves, Luis Suarez, Mateja Kezman und Bas Dost in den letzten zehn Jahren vor ihm. "Da gehört auch ein wenig Glück dazu", räumte er mit seltener Offenheit ein. "Doch ich ernte die Früchte einer guten Vorbereitung und des kollektiven Spiels von Vitesse, wo alle immer an mich geglaubt haben. Es wurde alles dafür getan, dass ich Tore schießen kann", erklärte der Nationalspieler.

Der ehemalige Schüler der Fussballakademie von Cyrille Domoraud ist ein freundlicher und intelligenter junger Mann. "Auf meiner Position, und in dem Wissen, wo ich herkomme, musste ich viele Tore schießen, um mich zu zeigen und damit die Leute über mich sprechen. Mit Vitesse werde ich nicht in der Champions League spielen, ich habe keine andere Wahl, wenn ich weiterkommen will", räumte er ein. Er ist sich dessen bewusst, dass sein Wert auf dem Transfermarkt inzwischen sehr hoch ist. Bony träumt von der Premier League oder der Bundesliga, würde aber auch nach Frankreich oder Italien gehen.

Afrika-Cup als Auslöser
Der in Bingerville geborene Akteur ist ein maßvoll ehrgeiziger Zeitgenosse, der stets einen Ausgleich zwischen seinen zwei Philosophien sucht – einerseits "sich mit dem begnügen, was man hat", andererseits "immer versuchen, es besser zu machen." Nach seinen 17 Toren in der Saison 2011/2012 stieß er nach der Amtsübernahme von Fred Rutten sowohl in technischer wie in athletischer Hinsicht in eine neue Dimension vor. Er wurde zu Beginn der Saison bis kurz vor seiner Abreise zum CAF Afrikanischen Nationen-Pokal auf der Spielmacherposition hinter den Spitzen eingesetzt. Und der Stürmer lernte viel an seiner neuen Aufgabe, bevor er den ehemaligen Coach von PSV Eindhoven darum bat, wieder als Sturmspitze auflaufen zu dürfen.

"Hinter den Stürmern zu spielen, hat mich besser gemacht, insbesondere beim Nutzen der Räume oder Anbieten. Ich musste mich viel weiter nach hinten fallen lassen, um mir den Ball zu holen. Bevor ich in die Niederlande kam, spielte ich bei Sparta Prag schon auf dieser Position, und manchmal nehme ich sie auch in der Nationalmannschaft ein. Doch in der Spitze fühle ich mich am wohlsten. Wenn du in der Umgebung des Strafraums bleibst, bist du beim Abschluss klarer", analysierte er, bevor er verriet: "Bei meiner Rückkehr zum Afrika-Cup 2013 habe ich gefordert, wieder als Spitze zu spielen."

Diese Bitte war für den ehemaligen Spieler von Issia Wazi die goldrichtige Entscheidung. Sie legte die Grundlagen für seinen unerhörten Erfolg. Bony erzählte: "Als ich vom Afrika-Cup zurückkam, hatte die Mannschaft drei Mal verloren, sie brauchte mich wirklich. Bei der nächsten Partie gegen PSV verloren wir nicht (2:2), das gab uns wieder Selbstvertrauen. Von da an haben wir alles gegeben und eine fantastische Serie von neun Siegen in zehn Spielen hingelegt. Beim Afrika-Cup habe ich doppelt so hart gearbeitet, denn ich spielte nicht so viel und hatte diese zweite Saisonhälfte mit Vitesse im Kopf."

Drei Doppelpacks und ein Hattrick
Als die Maschine erst ins Laufen kam, konnte sie keine Abwehr der niederländischen Liga zum Stoppen bringen. "Es gab 'Anti-Bony'-Pläne, das ist normal. Man hat versucht, mich aus dem Spiel zu nehmen, indem man mich foulte und provozierte", sagte er. Doch zwischen dem 9. Februar und dem letzten Saisonspiel am 12. Mai brillierte Bony mit drei Doppelpacks und einem Dreierpack. Wenn er drei Treffer hervorheben müsste, wären dies "das Tor bei PSV, denn es brachte uns die drei Punkte ein, dasjenige gegen Feyenoord, denn es war genau so entscheidend, sowie mein Ausgleich im Derby bei NAC Breda."

Dabei gelang es dem Serientorschützen der niederländischen Liga stets, sich an seine Partner anzupassen. Ob an der Seite von Mike Havenaar oder Jonathan Reis: "Der eine ist kämpferischer, der andere technisch stärker und ästhetisch. Ich habe immer versucht, allen die bestmöglichen Bedingungen zu bieten", so wie Rutten ihm die Mittel zum Durchbruch in die Hand gab. Nach 18 Länderspielen und sechs Toren in der Nationalmannschaft wird Bony auch im Trikot der Elfenbeinküste am 9. Juni in Gambia und am 16. Juni in Tansania seine Statistiken aufpolieren können.

Privat ist Bony ein ruhiger Zeitgenosse. Er hat eine Stimme wie die alten ivorischen Weisen in den ländlichen Dörfern. Gegen Gambia wird das Team der Elfenbeinküste ohne Didier Drogba und Gervinho auskommen müssen. Sabri Lamouchi, der Trainer der Elefanten, wird seinem neuen Juwel mit Sicherheit nicht erklären müssen, was er von ihm erwartet...

Mehr zu diesem Thema erfahren

Empfohlene Artikel