FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

12 Juni - 13 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™

Bacca: "Träume kann man erreichen"

© AFP

Die Verletzung von Radamel Falcao hat in ganz Kolumbien für Entsetzen gesorgt. Der große Star der Cafeteros arbeitet hart, um sich rechtzeitig für das heiß ersehnte große Ereignis zu erholen: die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™.

Die Fans unterstützen ihren Liebling bei der Genesung und geben die Hoffnung nicht auf, doch gleichzeitig wird nach einem Ersatzmann für die Offensive der von José Pekerman geleiteten Mannschaft Ausschau gehalten. Und auf der Liste der potenziellen Kandidaten steht ein Name ganz oben: Carlos Bacca.

FIFA.com sprach mit dem Stürmer des FC Sevilla und stellt seine besondere Geschichte von Ausdauer und Glauben vor. Denn noch vor sieben Jahren arbeitete der junge Mann aus Puerto Colombia als Fahrscheinverkäufer im Linienbus, der die Menschen aus seinem Dorf in die Stadt Barranquilla brachte.

Eine Frage des Vertrauens
In einer Fussballwelt, in der immer öfter immer jüngere Talente Schlagzeilen machen, erscheint es töricht, wenn jemand den Glauben nicht verliert, der im Alter von 23 Jahren noch keine Minute in der höchsten Spielklasse absolviert hat. "Ich hatte großes Vertrauen in meine eigenen Fähigkeiten. Ich glaubte daran, dass eine Chance kommen würde und dass ich die Qualitäten dafür hatte. Und als sich diese Gelegenheit bei Junior ergab, bestärkte es mich in meinem Glauben. Jedes Mal, wenn ich spielte, gab ich mein Bestes, um mich weiter zu verbessern", erklärte Bacca.

Nach einem kurzen Gastspiel in der zweiten venezolanischen Liga bot sich ihm diese Chance bei Junior de Barranquilla im kolumbianischen Apertura-Turnier 2009. Und er nutzte sie. In nur drei Jahren entwickelte er sich so rasant weiter, dass ihm der Sprung in den europäischen Fussball gelang.

"Mit meinem ersten Gehalt als Profi organisierte ich ein Essen mit meiner ganzen Familie, um mein Glück mit allen, die mich auf meinem Weg unterstützt haben, zu teilen. Sie waren es, die in den schweren und schlechten Momenten zu mir standen, und mit ihnen wollte ich in den guten Zeiten zusammen sein", erklärte der Spieler, für den seine Ehefrau und seine zwei Kinder alles sind.

Bacca gab zu, dass der plötzliche Erfolg ihn am Anfang den Kopf verdrehte: "Als ich im Profibereich ankam, fühlte ich mich mit dem Erreichten schon stark. Doch dann öffnete ich die Augen und stellte fest, dass dies erst der Anfang des Weges war."

So kehrte er mental wieder auf diesen Weg zurück und ging ihn weiter. Im Januar 2012 wurde er vom belgischen Klub FC Brügge verpflichtet. Die Spielzeit 2012/13 beendete er als Torschützenkönig der Jupiler League (25 Tore) und mit der Auszeichnung als bester Spieler. Mit dieser Empfehlung wechselte er im Juli 2013 zu FC Sevilla, die sich nach dem Weggang zahlreicher Schlüsselspieler wie Alvaro Negrado, Jesus Navas oder Gary Medel mitten im Umbruch befanden.

"Was diese Spieler leisteten, gehört jetzt zum Gedächtnis des Klubs und der Fans. Schon bei meiner Ankunft wollte ich klar stellen, dass ich nicht gekommen war, um irgendjemanden zu ersetzen, sondern um meinen eigenen Beitrag zu leisten. Und das versuche ich Tag für Tag zu machen: mich bemühen, hart arbeiten, mich weiter verbessern und in Bestform sein", sagte der Stürmer, der beim andalusischen Verein einen spektakulären Start hinlegte. Er bestritt bisher 29 Spiele und erzielte bereits 13 Tore. Damit erreichte Bacca weitaus bessere Statistiken als frühere Idole der Sevillistas in ihrem ersten Jahr, wie zum Beispiel der Brasilianer Luis Fabiano oder der Malier Frederic Kanouté.

*Ein Traum, der Wirklichkeit wird
*
"Das waren sehr positive Monate. Mit der Unterstützung des Trainerstabs, der Fans und der Mitspieler war alles sehr viel einfacher. Es war zweifellos schwieriger, mich in Belgien einzugewöhnen, wegen der Sprache, des Klimas und der Ernährung. In Spanien ist es viel leichter", räumte er ein.

Seine guten Leistungen auf Klubebene blieben auch dem Nationaltrainer nicht verborgen, der ihn inzwischen einige Male in den Kader berief. Ein besonderes Erlebnis war mit Sicherheit die Nominierung im vergangenen Oktober, als Kolumbien die Qualifikation für Brasilien 2014 perfekt machte. "Das Schönste war, diese Momente mit meinen Teamkameraden teilen zu können. Der WM-Traum einte uns, und diese Momente des Feierns außerhalb des Platzes waren etwas Besonderes..."

"Es ist unglaublich, dass wir trotz so vieler guter Spielergenerationen 16 Jahre lang warten mussten, um wieder bei einer WM dabei zu sein. Doch wir gaben in dieser Qualifikation unser Bestes, um Kolumbien wieder das zu geben, was es verdient", sinnierte er und verriet die Schlüsselfaktoren des Erfolgs dieser Mannschaft: "Die Geschlossenheit und Demut, mit der wir jedes Spiel angehen. Wir sind auf und neben dem Platz eine Familie. Wir treffen die Entscheidungen gemeinsam, und das spiegelt sich auf dem Platz wieder."

Und er vergaß auch einen weiteren wichtigen Erfolgsfaktor nicht: Pekerman. "Er ist ein großartiger Trainer, der die Mentalität des kolumbianischen Spiels verändert hat: Er spricht die Dinge deutlich an und gibt uns auch außerhalb des Platzes Vertrauen, um auf dem Feld die besten Entscheidungen zu treffen. Ich persönlich bin sehr zufrieden mit seinen Lektionen und freue mich, Teil dieser Nationalmannschaft zu sein."

Vom Fahrscheinverkäufer bis vor die Tore einer WM in nur sieben Jahren: "Es war ein Kindheitstraum von mir. Ich wünschte es mir, wenn ich es im Fernsehen sah, und jetzt habe ich die Gelegenheit, zu dieser Nationalmannschaft zu gehören. Ich weiß, dass eine gesunde und schöne Konkurrenz herrscht, doch ich habe den Traum und die Lust, zur WM zu fahren. Deshalb versuche ich, jeden Tag mein Bestes zu geben", erklärte er.

"Mit konstanter Arbeit und Mühe kann man seine Träume erreichen", ist er überzeugt. Und er ist das beste Beispiel dafür.

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