FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

11 Juni - 11 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™

Aus "Dédé" wurde Ayew

© Getty Images

Oft reicht eine einzige Partie aus, um einer Karriere eine neue Richtung zu geben. 90 Minuten – oder etwas länger – und nichts ist mehr, wie es war. Das Duell USA gegen Ghana, Achtelfinale bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ könnte ein solcher Wendepunkt in der Profilaufbahn des André Ayew gewesen sein. Zweifellos hat er nun endgültig seinen Spitznamen "Dédé" abgelegt, den der talentierte Sohn des legendären Abedi Pelé als junger Mann erhielt, und ist jetzt der erwachsene André Ayew, zukünftiger Führungsspieler der Black Stars.

"Er war großartig heute Abend. Ich freue mich sehr für ihn", sagte John Pantsil im Anschluss an die Partie zu FIFA.com. "Er setzt sich nach und nach in der Mannschaft durch. Er ist zweifellos einer der Talentiertesten in der Gruppe. Heute hat er bewiesen, dass er bereit ist für die Stammelf."

Im Verlauf dieser 120 Minuten war Ayew mal auf der linken, mal auf der rechten Seite zu finden, und gelegentlich sogar in der Mitte, um hinter Kevin-Prince Boateng abzusichern, wenn dieser sich in den Angriff einschaltete. Und mit der Unbekümmertheit seiner 20 Jahre ersetzte er in den letzten Minuten auch den erfahrenen Stephen Appiah.

"Das ist ein super Junge", sagte auch Anthony Annan gegenüber FIFA.com. "Er ist seit seiner Ankunft in der A-Nationalmannschaft sehr respektvoll gegenüber den Erfahrenen. Er hört auf ihre Ratschläge und arbeitet hart, um sich durchzusetzen. Obwohl er das Talent dafür hätte, ist er nicht der Typ Mensch, der sich in den Vordergrund drängt. Wir freuen uns alle sehr für ihn."

Der Höhepunkt seiner Leistung gegen die USA war schließlich die Vorlage für Asamoah Gyans entscheidenden Treffer zum 2:1. Mit einem präzisen langen Pass in die Tiefe brachte er den besten ghanaischen Torjäger in Schussposition. Es ist also zu einem Großteil dem jungen Ayew zu verdanken, dass Ghana nun in der Geschichte der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft mit Kamerun (1990) und Senegal (2002) gleichzieht. Es sind die einzigen afrikanischen Mannschaften, die bisher ein Viertelfinale erreicht haben.

Als ob er die bescheidene Art bestätigen wollte, die ihm laut seiner Kollegen eigen ist, sagte André Ayew zu FIFA.com: "Es ist natürlich eine große Freude, mit nur 20 Jahren zum Man of the Match eines WM-Spiels gewählt zu werden. Ich schätze, dass ich ein ganz ordentliches Spiel gemacht habe, aber keine außergewöhnliche Leistung. Der Trainer hat sein Vertrauen in mich gesetzt und es ist das Mindeste, alles für ihn zu geben."

Und bevor wir ihm eine weitere Frage stellen konnten, rückte er seine persönliche Leistung in den Hintergrund und sprach nur noch vom Kollektiv. "Heute Abend haben alle ein großartiges Spiel gemacht. Wir haben wie Löwen gekämpft, haben große Entschlossenheit und Ernsthaftigkeit gezeigt. Wir haben uns diesen Platz unter den acht besten Mannschaften der Welt verdient."

Der einzige Wermutstropfen ist die Gelbe Karte, die er sich in der Partie im Royal Bafokeng-Stadion unnötigerweise holte und die ihn nun daran hindern wird, im Viertelfinale gegen Uruguay dabei zu sein.

"Das ist ärgerlich… Jetzt hoffe ich, dass meine Kollegen sich qualifizieren und ich um einen Platz in der Startelf im Halbfinale kämpfen kann. Das wäre ein historischer Moment. Bisher haben wir nur unsere Arbeit gemacht." Und Ayew hat außerdem bewiesen, dass er nicht mehr der junge "Dédé" ist, den die Älteren noch so beschützen wollen…

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