FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™

11 Juni - 11 Juli

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™

Appiah: "Dieses Team hat etwas Besonderes"

© AFP

Nach ein paar Tagen der Reflektion über ihren historischen Achtelfinalsieg über die Vereinigten Staaten erklärte Ghanas Kapitän Stephen Appiah der FIFA, dass sich die Black Stars treu bleiben wollen: locker und froh darüber, zusammen zu sein. Mit dem größten Erfolg ihrer Fussballgeschichte im Rücken und vor dem schwierigen Spiel gegen Uruguay am Freitag äußerte sich der Mittelfeldspieler von Bologna über die Werte der Mannschaft, die er "ein besonderes Team" nennt.

"Bei diesen Spielern geht mir das Herz auf", sagte der 29-Jährige im Quartier der Ghanaer außerhalb von Rustenburg. "Man sieht, dass es keine Spannungen und keinen Druck gibt. Immer nur Lächeln, Singen, Lachen und so. Ich habe gelernt: Je mehr man sich unter Druck setzt, desto mehr laufen die Dinge schief. Deshalb habe ich den Jungs gesagt, sie sollten sich im Kopf frei machen und überhaupt nicht an die Spiele denken. Vielleicht ein oder zwei Tage vorher müssen wir anfangen, uns auf das Spiel zu konzentrieren. Aber im Moment sind wir ganz locker, trainieren, lachen, singen, tanzen. Ich glaube, das ist sehr wichtig."

Immer wieder betonen die Black Stars in Südafrika, das größte Fussballturnier der Welt auf diese Weise anzugehen, an dem sie nach ihrem Debüt 2006 in Deutschland erst zum zweiten Mal teilnehmen. Schon vor vier Jahren war Ghana der einzige afrikanische Vertreter in der K.O.-Runde, irgendetwas macht man also offenbar richtig. Und jeder, der die gemeinschaftliche Freude gesehen hat, mit der die Mannschaft nach einem Spiel feiert, kann bezeugen, dass der Zusammenhalt untereinander eins der Markenzeichen dieses Teams ist – nicht nur mit Worten, sondern auch im Geiste.

"Ich denke, man sieht und spürt die Atmosphäre. Man sieht, wie wir miteinander umgehen und uns gegenseitig respektieren", sagte Appiah. "Wir trainieren zusammen, wir lachen zusammen, wir machen alles zusammen. Man spürt nicht einmal einen Unterschied zwischen den unterklassigen Spielern und den Profis. Ich glaube, das ist das Geheimnis. Das ist das Nette an diesem Team."

Geerdet, aber die historische Chance im BlickAppiah, einer der Veteranen in einem der jüngsten Kader in Südafrika, hat in seinem Fussballerleben schon einiges erlebt. Er begann seine Laufbahn bei den Hearts of Oak, dem bedeutendsten ghanaischen Verein, ehe er zu einer dreizehnjährigen Karriere vor allem in der italienischen Serie A aufbrach. Der ehemalige Spieler von Udinese Calcio, FC Parma und Juventus Turin erklärte, dass die jungen Black Stars eine natürliche Motivation haben, die vielen anderen Mannschaften fehlt.

"Das Team der Black Stars ist eigenartig", sagte er. "Wenn man einige der anderen Mannschaften betrachtet, wenn man nach einem großen Sieg [wie gegen die USA] in ihr Quartier kommt, sieht man die Spieler in der Lobby herumlungern, trinken und spät ins Bett gehen. Aber in unserem Quartier trifft man die Spieler gar nicht draußen. Nach einem großen Sieg sieht man uns vielleicht mit unseren Frauen, Freundinnen oder Freunden reden. Wir spielen Karten oder hören Musik.

"Ich glaube, das ist gut so, denn ich sage immer, große Spieler sieht man nach einem großen Sieg nicht ausgehen. Sie bleiben in ihrem Quartier, sie bleiben konzentriert. Ich glaube, das ist ein gutes Zeichen. In dem Moment, wo man anfängt zu glauben, alles läuft gut, wird man überheblich, und alles geht schief."

Appiah räumte ein, dass die Mannschaft "sehr stolz" auf das bisher Geleistete ist: Neben Kamerun 1990 und Senegal 2002 ist Ghana das einzige afrikanische Team, das bei einer Weltmeisterschaft in die Runde der letzten Acht vorstoßen konnte. Er sieht die Mannschaft von dieser Chance jedoch eher beflügelt als eingeschüchtert. "Ich glaube, Geschichte bleibt immer Geschichte", meint er zum Erreichen des Viertelfinales. "Jetzt sind wir an der Reihe. Überhaupt dort zu sein, ist für Ghana historisch. Wir hoffen, dass wir das noch übertreffen können und das Halbfinale erreichen. Auch für mich wäre das eine große Leistung, und ich möchte gern eines Tages meinen Kindern erzählen, was sich 2010 in Südafrika ereignet hat."

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